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Home Sonderthemen Rügen Wissenswertes rund ums Spenden
09:34 04.03.2020
Ein Mädchen hält ein gebasteltes Herz aus Papier in den Händen. Die Spendenbereitschaft der Deutschen ist ungebrochen. Foto: Archiv/ ERGO Group

Ob humanitäre Hilfe, Umwelt- oder Tierschutz: Deutsche Privathaushalte spendeten im Jahr 2018 rund 5,3 Milliarden Euro – so die „Bilanz des Helfens“ im Auftrag des Deutschen Spendenrats. Für das zurückliegende Jahr werden ähnliche Zahlen erwartet. 

Doch bei der enormen Vielzahl an Organisationen und Initiativen sind viele unsicher, wo ihre Spende am besten aufgehoben ist. Lesen Sie an dieser Stelle, worauf Spender achten sollten und welche steuerlichen Vorteile die gute Tat mit sich bringt. 

EINE SERIÖSE SPENDENORGANISATION FINDEN

Bei der Wahl der Organisation, an die eine Spende fließen soll, helfen Spenden-Siegel, wie beispielsweise das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Es muss jährlich neu beantragt werden und ist damit immer auf einem aktuellen Stand. Das Institut prüft unter anderem, ob Organisationen Recht, Gesetz und Satzung befolgen, die Mittel wirksam verwenden und ihre Tätigkeiten, Strukturen und Finanzen transparent aufzeigen, unterstreichen Experten in diesem Zusammenhang. Die Leitlinien für das DZI Spenden-Siegel sowie eine Übersicht über geprüfte Organisationen finden Interessierte auf der Website des Instituts.

Da das DZI Spenden-Siegel mit einigen Kosten verbunden ist, verzichten vor allem viele kleinere Hilfsorganisationen auf eine Überprüfung – was aber nicht heißt, dass sie unseriös sind. Sie verfügen dann gegebenenfalls über das „Wirkt”-Siegel. Diese Auszeichnung setzt ebenfalls eine Überprüfung der Organisation voraus, sie ist allerdings kostenlos. Manche Hilfsorganisationen sind zudem bei der Initiative Transparente Zivilgesellschaft registriert: Die Mitglieder verpflichten sich, bestimmte Informationen öffentlich zu machen, beispielsweise die Herkunft der Spenden und ihre Verwendung. Hat die ausgewählte Spendenorganisation keines dieser Siegel, können sich interessierte Spender auch vom DZI beraten lassen.

WIE UND WAS SPENDEN?

Neben Geld möchten viele Menschen auch Sachspenden wie Kleidung, Spielzeug oder Möbel an Hilfsbedürftige weitergeben. Vereine für Obdachlosenhilfe oder Sozialkaufhäuser sind hierfür die richtige Adresse. Achtung: Bei Sachspenden ins Ausland ist in der Regel ein teurer Transport in das jeweilige Land nötig. Die meisten Hilfswerke bevorzugen ohnehin Geld, da sie es besser und flexibler einsetzen können. Spender können mit oder ohne Zweckbindung spenden. Bei einer Spende mit Zweckbindung darf das Geld nur für diesen Zweck eingesetzt werden.

Ansonsten können Organisationen und Initiativen über die Gelder frei verfügen und sie dort einsetzen, wo sie gerade gebraucht werden. Wichtig ist auch, sich Gedanken zu machen, wie das Geld an die Organisation gelangen soll. Neben Zahlungsarten wie etwa Überweisung oder Kreditkarte bieten einige das Spenden per SMS an. Das ist zwar unkompliziert – es können dabei aber Transaktionskosten anfallen, die auf Kosten des gespendeten Betrags gehen.

Wer Gutes tut, hat auch steuerliche Vorteile – denn Spender können den Betrag als Sonderausgaben von ihrer Steuer absetzen. Handelt es sich dabei um weniger als 200 Euro, reicht ein einfacher Nachweis aus, zum Beispiel der Überweisungs- oder Bareinzahlungsbeleg. Wer mehr gespendet hat, benötigt für das Finanzamt eine Spendenquittung. Diese erhalten Spender auf Nachfrage bei der jeweiligen Hilfsorganisation. Nur als gemeinnützig anerkannte Organisationen können eine solche Quittung ausstellen.

Spenden sind allerdings nicht unbegrenzt absetzbar: Spender können maximal 20 Prozent ihres Jahreseinkommens als Sonderausgaben von der Steuer absetzen, das heißt, der Spendenbetrag wird von dem zu versteuernden Einkommen abgezogen.

Aktuelles Urteil: Schmerzensgeld nach Friseurbesuch

Erleidet eine Kundin beim Friseur im Rahmen einer Blondierung eine handtellergroße Verätzung der Kopfhaut, kann sie Schmerzensgeld fordern. Dies gilt insbesondere, wenn das Personal erst nach mehrfachem Hinweis auf Schmerzen reagiert und das Färbemittel auswäscht. So hat das Landgericht Köln entschieden (11. Oktober 2019, Az. 7 O 216/17).

Das Urteil: Das Landgericht Köln gestand der Kundin ein Schmerzensgeld von 4000 Euro zu. Das Gericht glaubte der Zeugenaussage einer Freundin, die sie begleitet hatte: Demnach hatte das Blondierungsmittel deutlich länger eingewirkt, als es die Mitarbeiterin des Friseursalons zugeben wollte. Die Schilderung der Mitarbeiterin sah das Gericht nicht als stimmig an. Dem Gutachten einer Dermatologin zufolge war die Ursache der Verletzung ein zu langes Einwirken des Blondierungsmittels. Hier habe die Mitarbeiterin des Friseursalons fahrlässig gehandelt. Beim ersten Hinweis auf Schmerzen hätte sie die Folie entfernen und nachsehen müssen. Das Gericht hielt allerdings das zunächst geforderte Schmerzensgeld von 10 000 Euro für deutlich zu hoch. Dem Gericht zufolge waren hier selbst unter Berücksichtigung der dauerhaften Schädigung und der erforderlichen Operation nur 4000 Euro angemessen. Dies entspreche dem in solchen Fällen üblichen Summen.

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