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Home Sonderthemen Grimmen Wie seriös ist Dr. Google?
13:04 24.03.2020
46 Prozent der Deutschen suchen bei medizinischen Fragen Rat bei „Dr. Google". Foto: iStockphoto

Sich eine Diagnose übersetzen lassen, ein Symptom einordnen, eine Therapieform finden – das Internet wird bei Fragen zum Thema Gesundheit immer häufiger als Informationsquelle genutzt. Laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung suchen 46 Prozent der Deutschen zwischen 18 und 80 Jahren in medizinischen Fragen Rat bei „Dr. Google“.

„Vielen Nutzern ist jedoch nicht bewusst, dass es in der Qualität große Unterschiede gibt“, weiß Maren Soehring von der IKK classic. Häufig seien seriöse Quellen nur schwer von werbefinanzierten Seiten oder Firmenportalen zu unterscheiden. „Außerdem kann man als Laie die Vielzahl an Informationen oft kaum richtig einordnen – das kann schnell zu Verunsicherung führen“, so Soehring.
 

Das Internet kann ein Gespräch mit dem Arzt nicht ersetzen. Foto: iStockphoto
Das Internet kann ein Gespräch mit dem Arzt nicht ersetzen. Foto: iStockphoto

Das Internet ist also kein Ersatz für das Gespräch mit dem Arzt oder Therapeuten, kann aber durchaus verlässliche Auskünfte liefern, wenn man diese Tipps beachtet:

● Treffer filtern: Weit oben in den Ergebnislisten landen meist werbefinanzierte Gesundheitsportale. Sie bieten jedoch in der Regel lediglich eine erste Orientierung zu einzelnen Erkrankungen, zur Diagnostik und Behandlung.

● Kritisch bleiben: Es ist verführerisch, einem Symptom-Checker seine Beschwerden zu nennen und mit ein paar Klicks zur Diagnose zu kommen. Den Arztbesuch erspart das jedoch nicht. „Ein komplexes Krankheitsgeschehen kann auf diese Weise nicht ausgewertet werden“, warnt Maren Soehring.

● Impressum prüfen: Ein Klick aufs Impressum zeigt an, welcher Betreiber sich hinter dem Online-Angebot verbirgt. „Skeptisch sollte man etwa bei Herstellern sein, die durch Interessen geprägt sind und auf eigene Produkte verweisen“, erklärt die Expertin. Vorsicht sei auch geboten, wenn man zunächst persönliche Daten eingeben muss, um Beiträge lesen zu können. Einrichtungen und Gesellschaften des öffentlichen Gesundheitswesens, steuerfinanzierte wissenschaftliche Institute oder allgemeinnützige Stiftungen sind dagegen gute Anlaufstellen für seriöse Informationen.

● Aufs Siegel schauen: Das Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem e. V. (afgis) vergibt ein Siegel an Anbieter, die sich freiwillig zu qualitätsgesicherter Gesundheitsinformation verpflichten. Hierfür müssen zehn Transparenzkriterien nachweislich erfüllt sein. Wichtig: Beim Klick auf das Siegel muss sich dieses öffnen.

● Quellen beachten: Seriöse Gesundheitsinformationen geben auch Hinweise auf ihre Quellen, etwa auf Studien oder Literatur. Außerdem werden der Autor und das Jahr der Veröffentlichung genannt sowie häufig Infos zu weiterführenden Hilfsangeboten. Eine Liste seriöser Gesundheitsseiten gibt es z. B. unter www.ikk-classic.de in der Rubrik „Gesund.Machen/ Tipps“. djd


Nach der Menopause steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten bei Frauen deutlich. Eine gesunde Lebensweise ist dann wichtig. Foto: Getty Images
Nach der Menopause steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten bei Frauen deutlich. Eine gesunde Lebensweise ist dann wichtig. Foto: Getty Images

Herzinfarkt und Co. sind kein rein männliches Problem. Tatsächlich sterben sogar mehr Frauen als Männer daran. Allerdings gibt es einen Unterschied, was das Erkrankungsalter betrifft, denn Frauen entwickeln Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose und Bluthochdruck, die dem Herzen schaden, meist erst später. Das hängt auch mit den weiblichen Hormonen, den Östrogenen, zusammen. Vor den Wechseljahren schützen sie die Gefäße, halten sie elastisch und wirken Ablagerungen entgegen. Nach der Menopause und dem Versiegen der Östrogenproduktion steigt das Herz-Kreislauf-Risiko für Frauen dann deutlich an. Die Wechseljahre sind also im wahrsten Sinne des Wortes auch eine Herzenssache.

Was Experten empfehlen

Die Experten der Deutschen Menopause Gesellschaft e. V. gaben im Rahmen ihrer jüngsten Jahrestagung Empfehlungen, wie Frauen den gesundheitlichen Herausforderungen der Wechseljahre möglichst gut begegnen: Sport gehört unbedingt dazu, denn er reduziert Übergewicht, stärkt das Herz, senkt den Blutdruck und baut Stress ab. Damit trägt er auch zu einer höheren Lebenszufriedenheit bei, die ebenfalls entscheidend für die Gesundheit ist. Stress, Ängste, Beziehungsprobleme und fehlende Perspektiven sollten bearbeitet werden. Nicht zuletzt ist ausreichender Schlaf ein wahrer Gesundbrunnen, da Schlafmangel Arteriosklerose fördert. Falls eine Hormonersatztherapie zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden medizinisch angezeigt ist, können transdermale Östrogene und natürliches Progesteron günstige Begleiteffekte auf das Herz-Kreislauf-System haben, wie Studien belegen.

Unter www.hormontherapie-wechseljahre.de gibt es mehr Informationen. Wichtig ist dabei, dass die Behandlung frühzeitig begonnen wird, das heißt mit unter 60 Jahren und innerhalb von zehn Jahren nach der letzten Regelblutung. Experten raten zu einer Verabreichung des Östrogens transdermal über die Haut, etwa mit einem Dosiergel. Es wird einmal täglich aufgetragen, zieht rasch ein und kann individuell dosiert werden. Transdermal verabreichtes Estradiol belastet im Vergleich zu Tabletten den Leberstoffwechsel nicht. Auch das Thrombose- und Schlaganfallrisiko wird offenbar nicht erhöht.

Bioidentische Hormone

Bei Frauen mit noch vorhandener Gebärmutter wird zusätzlich ein Gestagen verordnet, bevorzugt natürliches Progesteron. Dieses ist ein bioidentisches Hormon, kommt also in genau derselben Form natürlich im Körper vor. Das bietet Vorteile bei der Verträglichkeit. Günstige Östrogen-Effekte bleiben erhalten und beispielsweise das Thromboserisiko wird offenbar nicht erhöht, was bei einigen synthetischen Gestagenen der Fall sein kann. djd


Alles rund um das Thema Vorsorge ist in diesem Ratgeber zu finden. Foto: verbraucherzentrale.de
Alles rund um das Thema Vorsorge ist in diesem Ratgeber zu finden. Foto: verbraucherzentrale.de

Wer sich selbst nicht mehr helfen kann, braucht Betreuung. Dafür gibt es Profis, aber in vielen Fällen sind auch Familienangehörige eine gute Lösung. Viele Menschen glauben, dass automatisch Ehepartner, Eltern oder Kinder an ihrer Stelle etwas entscheiden oder unterschreiben dürfen. Doch Dritte benötigen eine Vollmacht, sonst muss eine gesetzliche Betreuung durch das Gericht angeordnet werden. Mit der sogenannten Betreuungsverfügung kann jedoch jeder schon im Voraus festlegen, wen das Gericht bestellen soll. Der Ratgeber „Das Vorsorge-Handbuch“ gibt einen Überblick, welche Verfügung was regelt, wenn ein Unfall oder eine Krankheit dazu führen, dass man selbst nicht mehr handlungsfähig ist.

Die Patientenverfügung dient der Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten. Die Vorsorgevollmacht ermöglicht, dass eine dritte Person Rechte zum Beispiel gegenüber Ärzten vertreten kann. Da es zu Missbrauchsfällen kommen kann, sollten nur Personen bevollmächtigt werden, denen man wirklich vertraut. Das Handeln eines rechtlichen Betreuers hingegen wird durch das Gericht kontrolliert. Neben ausführlichen Erläuterungen bietet das Buch praktische Formulare, Textbausteine und Musterbeispiele als Formulierungshilfen. Die 5. Auflage 2020 berücksichtigt zudem die seit August geltenden Neuerungen bei der Vergütung von Berufsbetreuern.

Der Ratgeber „Das Vorsorge-Handbuch. Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Testament“ hat 200 Seiten und kostet 14,90 Euro.

Bestellmöglichkeiten:

Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211/3809-555. Der Ratgeber ist auch in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und im Buchhandel erhältlich.


Die Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende ist freiwillig und eine Änderung jederzeit möglich. Foto: Pixabay
Die Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende ist freiwillig und eine Änderung jederzeit möglich. Foto: Pixabay

Wer eine Entscheidung treffen will, hat viele Fragen, oft auch Vorbehalte oder Ängste. Wichtig zu wissen ist deshalb, dass jeder Arzt bis zuletzt alles versucht, um das Leben des ihm anvertrauten Patienten zu retten, unabhängig davon, ob dieser Organ- und Gewebespender sein könnte oder nicht.

Voraussetzungen für eine Organspende sind nach dem Transplantationsgesetz die Feststellung des Todes durch endgültigen, nicht behebbaren Ausfalls der Gesamtfunktion des Gehirns und eine Zustimmung zur Organspende, entweder durch den Verstorbenen selbst oder seine Angehörigen.

Entscheidung ist freiwillig – Änderung jederzeit möglich

Die Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende ist freiwillig und eine Änderung jederzeit möglich. Es ist sehr wichtig, sich überhaupt zu entscheiden und ein „Ja“ oder „Nein“ im Organspendeausweis festzuhalten. Es gibt die Sicherheit, dass die eigene Entscheidung zur Organ- und Gewebespende dokumentiert ist und entsprechend umgesetzt wird. Gibt es keinen Organspendeausweis oder sonstige Willensäußerung, müssen die Angehörigen in einer ohnehin schon belastenden Situation der Trauer und des Verlustes nach dem vermuteten Willen des Verstorbenen oder den eigenen Vorstellungen entscheiden.

Das Infotelefon Organspende ist ein Gemeinschaftsprojekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Es dient als wichtige Anlaufstelle für alle Fragen zur Organ- und Gewebespende und zur Unterstützung bei der individuellen Entscheidungsfindung. Unter der kostenfreien Rufnummer 0800 9040400 ist das Infotelefon Organspende montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr erreichbar. Der Organspendeausweis und Infomaterialien können über das Infotelefon kostenlos bestellt werden. Das Team nimmt außerdem Bestellungen unter infotelefon@organspende.de entgegen. mso

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