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Home Sonderthemen Grimmen Welche Impfungen braucht ein Kind in den ersten zwei Lebensjahren?
14:06 24.03.2020
Der Kinderarzt berät Eltern zu notwendigen Impfungen von Babys und Kleinkindern. Die erste Impfung für das Baby ist im Rahmen der U3 fällig. Foto: GSK/akz-o

Den Überblick über alle möglichen gesundheitlichen Risiken für ihr Kind zu behalten ist für Eltern oftmals nicht leicht. Die Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U7 der insgesamt zehn U-Untersuchungen sind in den ersten beiden Jahren vorgesehen und geben den Eltern einen Überblick über den Entwicklungs- und Gesundheitszustand ihres Kindes.

Welche Impfungen Kinder in dieser Zeit erhalten sollten und was zu beachten ist, erklärt der Kinder- und Jugendarzt Dr. med. Michael Horn: „Die Ständige Impfkommission empfiehlt für alle Kinder standardmäßig Schutzimpfungen gegen Rotaviren, Pneumokokken und Meningokokken C sowie eine Grundimmunisierung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Zusätzlich ist eine 6-fach-Impfung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis B, Kinderlähmung und Haemophilus influenzae Typ B vorgesehen.“
 

Erste Impfberatung vom Kinder- und Jugendarzt bei der U3

Im Rahmen der U3 ist für Babys im Alter von ca. sechs Wochen die erste Impfung (gegen Rotaviren) im Impfplan der Ständigen Impfkommission (STIKO) vorgesehen. Daher findet bei dieser Untersuchung die erste Impfberatung statt. Eltern sollten ihren Kinderarzt auf zusätzlich mögliche Impfungen ansprechen, z. B. gegen weitere Meningokokken-Gruppen und den bestmöglichen Schutz für ihr Kind. Die Kostenübernahme für Impfungen, die nicht standardmäßig empfohlen sind, müssen bei den Krankenkassen angefragt werden. Nachfragen lohnt sich!


Grundimmunisierungen und mögliche Grippe-Impfung

Die U4 ist der mögliche Termin für die im Alter von zwei Monaten empfohlene Grundimmunisierungen gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung und Hepatitis B (6-fach-Impfung) sowie Pneumokokken. Zum Zeitpunkt der U5 kann über eine mögliche Grippeimpfung für die kalte Jahreszeit nachgedacht werden.

Impfungen gegen FSME und weitere Meningokokken-Gruppen

In der U6 kommen Standardimpfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken im Alter von 11 bis 14 Monaten, gegen Meningokokken der Gruppe C und FSME ab dem Alter von zwölf Monaten hinzu.


"Impfungen vermeiden Schmerz und Leid."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn


Viele Eltern fragen sich, ob das kindliche Immunsystem mit dieser Anzahl an möglichen Impfungen nicht überfordert ist. Kinderund Jugendarzt Dr. med. Michael Horn: „Moderne Impfstoffe sind hoch gereinigt und enthalten meistens nur einzelne Bestandteile der Erreger. Tatsächlich setzt sich das kindliche Immunsystem – das für diese Aufgabe gut gerüstet ist – tagtäglich mit einer vielfach größeren Menge von Erregern auseinander, als es durch Impfungen gefordert wird.“ akz-o

INFOS zu allen möglichen Meningokokken-Impfungen und Tipps zur Kostenübernahme auch unter www.meningitis-bewegt.de


Babys und kleine Kinder haben noch kein voll entwickeltes Immunsystem. Deshalb sind sie deutlich stärker als Erwachsene durch Schadstoffe wie Formaldehyd und Lösemittel (VOC) gefährdet. Diese können Atemwegsreizungen, Unwohlsein, Allergien sowie Asthma auslösen. Doch in frisch renovierten oder neu gebauten Kinderzimmern herrschen häufig besonders hohe Schadstoffwerte. Das hat eine Messreihe des Sentinel Haus Instituts ergeben. In zwei genormte Testräumen bauten die Experten typische Produkte ein, die bei Renovierung oder Neubau zum Einsatz kommen: Türen, Fenster, Tapeten, Bodenbeläge, Spachtel, Farben und Kleber. Kinderzimmermöbel bilden die Einrichtung. 28 Tage lang wurden mehrere hundert Schadstoffe in der Raumluft gemessen.

Die Messergebnisse sind besorgniserregend: Bis zu 15 Mal mehr Schadstoffe als im wohngesunden Vergleichsraum herrschten im Kinderzimmer mit Standardbaustoffen. Nach den Empfehlungen des Umweltbundesamtes ist eine solch schlechte Luft hygienisch bedenklich: „Ein Aufenthalt ist nur mit zeitlicher Beschränkung pro Tag über einen vom Gesundheitsamt vorzugebenden maximalen Zeitraum tolerabel“, empfiehlt die zuständige Expertenkommission. Im wohngesunden Kinderzimmer sind solche Appelle nicht nötig. Hier lagen die Messwerte in einem Bereich, den das Umweltbundesamt als „unbedenklich“ oder „noch unbedenklich“ einstuft.

Sommerhitze treibt Schadstoffemissionen zusätzlich in die Höhe. Der Schutz, den Kinder brauchen, geht so verloren. „Mit emissionsgeprüften, wohngesunden Bauprodukten, Möbeln und Reinigungsmitteln können Eltern viel für die Gesundheit ihrer Familie tun. ots

INFO: www.bauverzeichnis.gesünderegebäude.de


Wer häufig krank ist, hat vielleicht zu wenig Antikörper im Blut. Foto: photophonie - stock.adobe.com
Wer häufig krank ist, hat vielleicht zu wenig Antikörper im Blut. Foto: photophonie - stock.adobe.com

Der Winter ist vorbei und die Frühlingssonne lässt inzwischen alles blühen – trotzdem schleppen sich einige Menschen schon wieder mit einem hartnäckigen Infekt herum. Eine gehäufte Anzahl von Infekten kann auch ein Hinweis auf einen angeborenen Antikörpermangel sein. Obwohl weltweit ca. sechs Millionen Menschen davon betroffen sind, wird diese Erkrankung in der Praxis häufig übersehen und es vergehen oft mehrere Jahre bis zur richtigen Diagnose.

Die Patienten haben dann schon einen langen Leidensweg hinter sich. Dies kann lebensbedrohlich sein, etwa wenn es sich um schwere Infektionen handelt, oder Langzeitschäden die Folge sind. Wer besonders anfällig ist und mehrmals im Jahr Lungen- oder Mittelohrentzündungen mit schweren Verläufen durchmacht, ohne dass Antibiotika eine Wirkung zeigen, sollte seinen Hausarzt zur Abklärung aufsuchen. Das große Blutbild und die Bestimmung der Immunglobulin (Ig)-Hauptklassen wird hier dann Klarheit bringen. Ein Antikörpermangel kann heute (vorwiegend mit einer Ig-Therapie) gut behandelt werden und Betroffene können damit ein weitgehend normales Leben führen.

Früherkennung ist wichtig, denn schon Kinder sind betroffen Babys verlieren im ersten Lebensjahr ihren Nestschutz und müssen sich ab dann mit allen möglichen Infektionserregern aus der Umgebung auseinandersetzen. Bei einem gesunden Kind entwickelt sich das Immunsystem mit jedem Infekt weiter. Die körpereigene Abwehr wird gestärkt und Krankheitserreger bestmöglich abgewehrt. Bis zu 12 Infektionen der oberen Atemwege jährlich sind bei Kleinkindern in den ersten beiden Lebensjahren noch normal.

Ab wann sollte man aber bei schweren Lungen-, Mittelohr- oder Nasennebenhöhlenentzündungen an einen angeborenen Immundefekt denken? Vor diesem Hintergrund informierte das pharmazeutische Unternehmen Shire Deutschland GmbH, jetzt Teil der Takeda Group, Berlin, darüber, dass eine gehäufte Anzahl von Infekten auch ein Hinweis auf einen angeborenen Antikörpermangel sein kann. Die dsai, Patientenorganisation für angeborene Immundefekte e.V., hat entsprechende Warnzeichen für Kinder und Erwachsene zur Abgrenzung veröffentlicht:

Warnzeichen für einen angeborenen Immundefekt bei Kindern

Wenn Kinder zwei oder mehr dieser Anzeichen aufweisen, sollte eine Abklärung beim Kinderarzt erfolgen:

● Mehr als zwei Lungenentzündungen pro Jahr
● Mehr als zwei schwere Nasennebenhöhlenentzündungen im Jahr
● Mehr als acht neue Mittelohrentzündungen im Jahr
● Knochenmark- und Hirnhautentzündungen oder schwere Infektionen
● Dauerhafter Pilzbefall im Mund oder anderswo nach dem ersten Lebensjahr
● Erkrankungen durch normalerweise ungefährliche Bakterien
● Wiederkehrende tiefe Haut- oder Organabszess
● Unklare chronische Rötungen bei Säuglingen an Händen und Füßen
● Mehr als zwei Monate Antibiotikatherapie ohne Wirkung
● Komplikationen bei Impfungen mit Lebendimpfstoffen
● Geringes Wachstum, geringes Körpergewicht
● Angeborener Immundefekt in der Familie

Warnzeichen für einen angeborenen Immundefekt bei Erwachsene

Wenn zwei oder mehr Anzeichen auftreten, sollte eine Abklärung beim Hausarzt erfolgen:

● Vier oder mehr Infektionen innerhalb eines Jahres, die mit Antibiotika behandelt werden mussten
● Wiederkehrende Infektionen oder eine Infektion mit dem Bedarf einer verlängerten Antibiotikatherapie
● Zwei oder mehr schwere bakterielle Infektionen
● Zwei oder mehr radiologisch nachgewiesene Lungenentzündungen innerhalb von drei Jahren
● Infektionen mit ungewöhnlicher Lokalisation oder mit ungewöhnlichem Erreger
● Angeborener Immundefekt in der Familie Quelle: dsai/ots

Immunglobuline sorgen im Körper dafür, dass Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Pilze bekämpft werden können. Sind diese Immunglobuline nicht in ausreichendem Maße vorhanden, so kann es zu schweren, nicht beherrschbaren Infektionen kommen. Hierfür steht eine Infusionstherapie zur Verfügung, die dafür sorgt , dass sich wieder genügend Antikörper im Blut befinden, um den Körper effektiv vor Krankheitserregern zu schützen. ots

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