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Home Sonderthemen Rügen Vier Herbst-Gefahren für Autofahrer
15:08 02.10.2019
Foto: Agentur

Spätestens seit der meteorologische Herbst begonnen hat, gehören Nebel, rutschige Straßen und schlechte Sichtverhältnisse für Autofahrer wieder zum Alltag. Kfz-Experten geben an dieser Stelle vier Tipps für sicheres Fahren im Herbst.

HERBSTLAUB + NÄSSE + GLÄTTE = UNFALLGEFAHR

Laub, Nässe und Glätte, etwa durch Raureif, können im Herbst Autofahrten in Rutschpartien verwandeln. Auch der Bremsweg verlängert sich.

Ein weiteres Problem: „Liegt Laub auf der Straße, können sich darunter Schlaglöcher oder andere Hindernisse verbergen“, warnt Frank Mauelshagen. Er empfiehlt daher, die Geschwindigkeit an die Straßenverhältnisse anzupassen und spätestens ab Oktober die Winterreifen aufzuziehen. Häufig liegen die bunten Herbstblätter nicht nur auf der Straße, sondern auch auf dem Auto. Autofahrer sollten dann vor der Fahrt den Belüftungsschacht vor der Frontscheibe überprüfen und gegebenenfalls das Laub entfernen. Denn wenn es das Fahrzeuggebläse verstopft, funktioniert die Belüftung des Innenraums nicht richtig.

Die Folge: Scheiben beschlagen und der Fahrer hat eine schlechte Sicht.

NEBLIGE AUSSICHTEN

Auch Nebel bringt schlechte Sichtverhältnisse mit sich. Damit die Verkehrsteilnehmer trotzdem sicher unterwegs sein können, ist wichtig: „Langsames und vorausschauendes Fahren, eine ständige Bremsbereitschaft sowie die richtige Beleuchtung“, so die Kfz-Experten. „Reicht die Sicht weniger als 150 Meter, liegt die maximale Geschwindigkeit bei 100 km/h. Bei 100 Metern freier Sicht gilt Tempo 80 als Obergrenze.“

Zusätzlich sollten Autofahrer auf einen ausreichenden Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug achten. Die Faustregel lautet: „Sichtweite ist gleich Sicherheitsabstand“. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) ist bei Nebel zudem das Abblendlicht Pflicht. Zwar schaltet es sich bei modernen Fahrzeugen abhängig von den Lichtverhältnissen häufig automatisch ein beziehungsweise aus. Doch oft erst recht spät. Daher der Rat der Experten: Selbst von Tagfahr- auf Abblendlicht umschalten. Beträgt die Sichtweite weniger als 50 Meter, erlaubt es die StVO, Nebelschlussleuchte und Nebelscheinwerfer einzuschalten. Der Fahrer muss sie aber umgehend wieder ausschalten, wenn die Sichtverhältnisse besser werden.

VORSICHT WILDWECHSEL!

Im Herbst fällt der Berufsverkehr hauptsächlich in die Dämmerungszeit – und damit in die Stunden mit vermehrtem Wildwechsel. Autofahrer sollten daher vor allem auf Straßen an Feldern und Wäldern die Fahrbahnränder im Blick behalten. Oft weisen Schilder auf Wildwechsel hin. Grundsätzlich gilt dann: langsam fahren. Ein Tier ist meist nicht allein unterwegs. Oft folgen ihm weitere Artgenossen. Sind bereits Tiere auf der Straße, sollten Autofahrer abblenden, hupen und vorsichtig bremsen. Lässt sich ein Wildunfall nicht mehr verhindern: Lenkrad festhalten und nicht ausweichen. Denn ein Ausweichmanöver führt meist zu großen Schäden. Nach einem Unfall ist es wichtig, die Polizei zu informieren, die dann den Jagdpächter oder Wildhüter benachrichtigt.

LICHT INS HERBSTDUNKEL BRINGEN

„Von dunkel bis dunkel“ – so lautet bei vielen Arbeitnehmern ab Herbst die Antwort auf die Frage nach ihren Arbeitszeiten. Daher empfiehlt es sich Autofahrern, frühzeitig die Beleuchtung ihres Fahrzeugs zu überprüfen. Viele Autohäuser bieten im Oktober kostenlose Lichttests an. Wer in der Dämmerung fährt, sollte frühzeitig das Abblendlicht einschalten. Das Tagfahrlicht der Autos reicht schnell nicht mehr aus, um andere Verkehrsteilnehmer, vor allem auch Radfahrer und Fußgänger, gut zu erkennen.

Wer den Führerschein im Scheckkartenformat besitzt, findet auf der Rückseite eine Tabelle. Sie informiert, welche Führerscheinklassen der Besitzer zu welchem Zeitpunkt erworben hat. Bei Auflagen oder Beschränkungen sind hinter der jeweiligen Führerscheinklasse sogenannte Schlüsselzahlen eingetragen. Ihre Bedeutung ist in der Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr (Fahrerlaubnis-Verordnung – FeV), Anlage 9 (zu § 25 Absatz 3), geregelt.

Dreistellige Schlüsselzahlen gelten ausschließlich in Deutschland, zweistellige EU-weit. Allerdings sind Erweiterungen der zweistelligen Zahl zu einer vierstelligen möglich, um Auflagen zu präzisieren: So besagt beispielsweise „01“, dass der Besitzer eine Sehhilfe benötigt. „01.01“ informiert, dass der Fahrer eine Brille tragen muss, „01.02“ steht für Kontaktlinsen, „01.06“ für Brille oder Kontaktlinsen. Wer eine Hörhilfe beim Fahren benötigt, findet die Schlüsselziffer „02“ auf seinem Führerschein.

Hat der Fahrer seine Führerscheinprüfung mit einem Automatik-Pkw absolviert, findet er die Ziffern 78 bei der Führerscheinklasse B. Gelten die Auflagen für alle erworbenen Fahrerlaubnisklassen, stehen die Schlüsselzahlen in der Zeile 12 ganz unten.

Gesetzlich vorgeschrieben ist die Kfz-Haftpflichtversicherung. Sie übernimmt die Kosten, die durch Schadenersatzansprüche Dritter auftreten und zwar in Höhe der vereinbarten Deckungssumme. Abgesichert sind Sach-, Personen- und Vermögensschäden. Der Nachweis des Haftpflichtversicherungsschutzes ist bereits für die Zulassung des Fahrzeugs nötig.

Fahrzeughalter müssen sich dafür bei ihrer Versicherung eine elektronische Versicherungsbestätigung (eVB) ausstellen lassen. Diesen verpflichtenden Schutz können Fahrzeughalter mit einer Kaskoversicherung freiwillig ergänzen. Sowohl Teil- als auch Vollkaskoversicherung decken Schäden am eigenen Auto ab.

Bei der Teilkasko betrifft das grundsätzlich Schäden, die durch Brand, Explosion, Diebstahl, Kurzschluss, Glasbruch, Marderbiss, Haarwild sowie höhere Gewalt entstehen. Der Vollkaskoschutz ist umfangreicher und umfasst zusätzlich Schäden, die durch einen selbstverschuldeten Unfall, Fahrerflucht oder Vandalismus entstehen können.

Das Kraftfahrzeug-Schadensrecht weicht in einigen Punkten vom allgemeinen Schadenersatzrecht ab, da nicht der Fahrer, sondern das Fahrzeug versichert ist.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ersetzt auch diejenigen Ansprüche, die sich aus der Betriebsgefahr (verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung) ergeben.

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