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12:36 01.02.2021
Eine 65-jährige Frau gehörte Ende 2020 zu den ersten Patientinnen, der mit dem neuen Biopsiesystem Gewebeproben entnommen wurden. Sie erhoffte sich eine rasche Abklärung ihrer auffälligen Mammografie mit Mikrokalkablagerungen. Frauenärztin PD Dr. Angrit Stachs (links) führte die Biopsie durch.
Foto: Joachim Kloock

Als erstes Krankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern verfügt das Klinikum Südstadt über einen 3D-Biopsietisch zur besseren Früherkennung von Brustkrebs. Die moderne Diagnostikeinheit kommt unter anderem zum Einsatz, wenn Patientinnen nach dem Mammografie-Screening zur Abklärung von auffälligen Befunden in das Brustzentrum der Südstadtklinik überwiesen werden.  

Mit dem neuartigen Verfahren können auch kleinste Veränderungen in der Brust sichtbar gemacht und zielsicher Gewebeproben entnommen werden. Das Klinikum Südstadt hat in das Tomosynthese-gesteuerte Vakuumbiopsiesystem (3DSchichtbildgebung) 264 000 Euro investiert. So ist eine bessere Brustkrebsfrüherkennung möglich. In Deutschland erkranken jedes Jahr 70 000 Frauen neu an Brustkrebs.

„Der 3D-Biopsietisch Hologic Affirm Prone ermöglicht präzise Probenentnahmen in Bauchlage und einen 360°-Zugang zur Brust“, informiert Dr. Angrit Stachs, Oberärztin an der Universitätsfrauenklinik und Leiterin des interdisziplinären Zentrums für Brustdiagnostik am Klinikum Südstadt. „Für die Frauen ist das Verfahren schonender als die alternativ übliche aufrechte Position oder Seitenlage bei der Gewebeentnahme.“

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Mit dem neuen Affirm Prone Biopsie System für Brustbiopsien in Kombination mit Vakuumbiopsiegerät mit integriertem Echtzeit-Probenröntgensystem kann die Entnahme der Gewebeproben wesentlich effektiver erfolgen. Das liegt vor allem an der durch Tomosynthese erzeugten hochauflösenden 3D-Darstellung der Brust in sehr dünnen Schichten. „Das Verfahren ermöglicht die überlagerungsfreie Darstellung des Mikrokalkes und ist viel genauer als die übliche stereotaktische Biopsie“, so Brustkrebsexpertin Dr. Stachs. „Mikrokalkablagerungen können absolut harmlos sein, aber auch ein Frühstadium von Brustkrebs bedeuten.“

Einen hohen Patientenkomfort stellt die Kombination mit dem Vakuumbiopsiegerät Brevera dar, das ein Echtzeitröntgen der Proben ermöglicht. Damit besteht eine unmittelbare Kontrolle über den Biopsieerfolg. Die Gewebeproben können mit hoher Präzision entnommen und auf ein Minimum beschränkt werden. Das verkürzt die Untersuchungszeit und reduziert Komplikationen. Und: Die Strahlendosis fällt weitaus geringer aus als bei einer herkömmlichen Biopsie. Das System soll vor allem bei verdächtigen Mikrokalkablagerungen oder bei mittels Ultraschall nicht erkennbaren Knoten eingesetzt werden. Dr. Stachs: „Die Untersuchung dauert mit Vorgespräch und Nachbereitung etwa 30 Minuten, damit sind wir deutlich schneller als mit dem Vorgängermodell.“

Gute Heilungschancen bei regelmäßiger Vorsorge

Am Klinikum Südstadt werden jährlich rund 450 Frauen mit neu diagnostiziertem Brustkrebs behandelt, die Hälfte davon im Rahmen des freiwilligen Mammografie-Screening-Programms. Das ambulante Früherkennungsprogramm für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren wird in MV von niedergelassenen Radiologen und ermächtigten Krankenhausärzten organisiert. Dr. Stachs appelliert an alle Frauen, das Programm wahrzunehmen.

Corona und Krebs – Infektion und Impfung

Die besondere Situation von Krebspatienten in Zeiten der Corona-Pandemie ist unzureichend definiert. Sicher ist laut Expertenmeinung, dass eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Infektionen aufgrund einer Schwächung der Körperabwehr besteht. Diese betrifft sowohl Patienten während oder nach einer Chemotherapie, aber auch nach einer Operation.

Die Krebsgesellschaft MV e.V. unterstützt Menschen mit einer Krebserkrankung und möchte mit einer besonderen Informationsveranstaltung neueste Informationen zum Verständnis der Corona-Erkrankung und einer optimalen Kontrolle der Infektionsgefahr vermitteln.

Einige Experten stellen neueste Erkenntnisse zur Impfung dar und erläutern, wie man eine Impfung erhalten kann: Was sind die Kriterien und wie ist das Vorgehen? „Corona und Krebs – Infektion und Impfung“ ist eine Veranstaltung der Krebsgesellschaft MV e.V. und findet am 3. Februar, 15 bis 16.30 Uhr, online oder telefonisch statt.

Infos:
Telefon 0381 12835992 oder
www.krebsgesellschaft-mv.de

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