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Home Sonderthemen Rügen Unabhängig in den eigenen vier Wänden mit Solarstrom vom Dach
21:19 06.09.2019
Die Familie Daniel Kasten aus Jarnitz hat vor einem Jahr in eine Solaranlage, einen Stromspeicher und eine Wärmepumpe investiert. Foto: Alternativ Energie

Familie Kasten aus Jarnitz hat vor einem Jahr in eine Solaranlage, einen Stromspeicher und eine Wärmepumpe investiert. Damit ist sie weitgehend unabhängig von Strom- oder Heizkosten und benötigt keine fossilen Brennstoffe mehr. Installiert wurde die Anlage von Alternativ Energie MV aus Kaiseritz bei Bergen. Wir trafen uns zum Interview mit Daniel Kasten, um Einzelheiten über die Erfahrungen mit der Anlage und der Technik im täglichen Gebrauch zu erfahren. 

Herr Kasten, wie war Ihr Sommer bisher? 

Sehr gut, wir konnten uns in den letzten Monaten nahezu komplett mit unserem selbst erzeugten Solarstrom versorgen, seit April sind wird bei über 90 Prozent. Aber das funktioniert nicht nur bei bestem Sonnenschein. Über das ganze Jahr gesehen können wir rund 60 Prozent unseres Strombedarfs mit der Energie abdecken, die von unserem eigenen Dach kommt. 

Klingt gut, aber lohnt sich das auch wirtschaftlich?

Na klar, sonst hätten wir es auch nicht gemacht. Wir haben jetzt im ersten Jahr rund 900 Euro gespart, inklusive der Einspeisevergütung. Wenn man von leicht steigenden Strompreisen in den nächsten Jahren ausgeht, wird sich unsere Investition in rund zehn Jahren amortisiert haben. Wir zahlen jetzt 240 Euro pro Jahr, inklusive Strom- und Heizkosten.
  

Warum machen Sie das?

Wir haben das Haus erst neu gebaut und wollten von Anfang an auf fossile Energieträger verzichten. Wir wollten nicht mehr von den Preissteigerungen bei Strom, Gas oder Öl abhängig sein. Also haben wir konsequent auf erneuerbare Energie gesetzt. Und die können wir mit unserer Solaranlage weitgehend selbst erzeugen. Klar, wir wollen auch zeigen, dass es geht. Sowohl technologisch als auch wirtschaftlich.

Warum wollten Sie auf fossile Energieträger verzichten?

Für uns ist es halt wichtig, verantwortungsvoll mit dem Klima und der Umwelt umzugehen. Wir hatten hier in Deutschland gerade die heißesten Temperaturen in der Geschichte. Und wenn wir da einen Beitrag leisten können, machen wir das auch. Da müssen wir auch nicht auf die Politik warten, sondern die Technologie ist da und sie ist erschwinglich.
    

Eine Photovoltaik-Speicher-Kombination mit Lithium-Ionen-Batterie, gehört als Speicher zur Standardausrüstung für „Sonnenstromer“. Foto: Jason Winter
Eine Photovoltaik-Speicher-Kombination mit Lithium-Ionen-Batterie, gehört als Speicher zur Standardausrüstung für „Sonnenstromer“. Foto: Jason Winter

Welche Rolle spielt der Stromspeicher bei Ihnen?

Wir wollen unseren Solarstrom so viel es geht selbst nutzen. Ohne Speicher könnten wir das nur tagsüber machen. Mit Speicher können wir das rund um die Uhr. Rund ein Drittel unseres Energiebedarfs können wir über den Speicher decken. Außerdem ist er das Herz und das Hirn unseres Energiemanagements. Er sorgt dafür, dass so viel eigene Energie wie möglich, bei uns im Haus verbraucht wird.

Warum haben Sie eine „sonnenBatterie“ der Firma „sonnen“?

Wir haben uns lange informiert und verschiedene Speicher angeschaut. Die „sonnenBatterie“ wird in Deutschland produziert. Sie hat eine sehr langlebige und vor allem auch sichere Batterietechnik, was für uns recht wichtig ist, da sie ja im Haus steht. Sie ist erweiterbar, man muss also nicht eine Größe kaufen und hoffen, dass es für immer reicht. Ich kann auch erstmal kleiner einsteigen und mir später noch weitere Batteriemodule dazuholen, wenn es nicht reicht. Das wichtigste ist aber die „sonnenCommunity“.

Was ist das?

Mit „sonnen“ brauchen wir keinen Stromanbieter mehr. In der „sonnenCommunity“ speise ich meine überschüssige Energie in einen virtuellen Pool, so dass sie andere nutzen können. Habe ich selbst zu wenig, kann ich sie von dort beziehen. Und ich kann den Stromtarif „sonnenFlat“ nutzen. Damit haben wir eine Freistrommenge, die unseren gesamten jährlichen Verbrauch abdeckt und zahlen nur 19,99 Euro/Monat dafür.

Gehen Sie auch bewusster mit Strom um, als früher?

Na klar, schon allein deswegen, weil wir ja rund um die Uhr unseren Verbrauch oder seine Erzeugung beobachten kann. Das ist gerade am Anfang sehr interessant und aufschlussreich. Aber wir fühlen uns nicht eingeschränkt, denn wir nutzen ja unseren selbst erzeugten, sauberen Strom. Und macht die Energiewende jedenfalls Spaß.

Alternativ Energie MV Frank Kapust
Kaiseritz 5, 18528 Bergen auf Rügen
Telefon: 03838/252250
Mobil: 0172/3984651
www.alternativenergie-mv.de

Ernst Moritz Arndts „Fragmente über Menschenbildung“ stehen am Sonnabend, 14. September, ab 15 Uhr in der Aula der Regionalen Schule im Mittelpunkt eines Vortrags von Katharina Venz-Weiße. Als Leiterin des Arndt-Museums mit dem Werk von Arndt vertraut, ist für sie die umfangreiche Schrift aus der frühen Schaffenszeit von Arndt ein Thema von großer aktueller Bedeutung für Eltern und Lehrer.

Arndt stellte 1805 das in jener Zeit vorherrschende Konzept des allseits erzogenen Menschen kritisch und mit eigenen, praktischen Ideen in Frage. Als durchaus oppositionellen Ansatz forderte er dazu auf, den erzieherischen Fokus auf das zu bewahrende natürliche Wesen des Kindes zu richten.

Welche Bedeutung diese „Erziehungslehre“ auch heute noch hat, wie es um deren Modernität, aber auch um deren Grenzen bestellt ist, dazu soll dieser von der Arndt-Gesellschaft ausgerichtete Herbstnachmittag einige zur Diskussion inspirierende Antworten geben.


Am Sonnabend, 14. September, laden das „Haus der Generationen“, die Gemeinde Dreschvitz und der DRK-Ortsverein alle Einwohner und Gäste zu einem traditionellen Dorffest ein. Unter dem Motto „Ein Dorf und sein Umland feiern sich selber“ können sich Einheimische, Urlauber und Interessierte um 13.30 Uhr auf dem Dorfplatz am „Haus der Generationen“ einfinden. Am späten Abend überrascht die Band „Holiday Party Express“ mit einem abwechslungsreichen Programm. Das Fest klingt mit einem Höhenfeuerwerk aus. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.
   

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