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Home Sonderthemen Greifswald Trauer, Trost, Ruhe und Entspannung
07:13 22.09.2020
Auf Friedhöfen kann man nicht nur trauern und Trost finden – Friedhöfe bieten Ruhe und Raum zum Entspannen. Foto: Kerstin Rathje-Wesselow

Für die Jahre 2020 und 2021 steht der bundesweit stattfindende Tag des Friedhofs unter dem Motto „Natürlich erinnern“.

Friedhöfe sind ganz besondere Orte. Man kann dort nicht nur trauern und Trost finden – Friedhöfe bieten Ruhe und Raum zum Entspannen, lassen Menschen Hoffnung schöpfen und neuen Mut gewinnen.

Abschied nehmen und Gedenken

Trauernde finden hier einen geschützten Rahmen, um sich von den Verstorbenen zu verabschieden und um ihrer zu gedenken. Durch den Umgang mit Blumen und Pflanzen kann die Trauer besser verarbeitet werden, positive Gefühle wie Wohlbefinden, Entspannung und Heimatgefühl können durch die Bewegung im „Grünen Kulturraum Friedhof“ ausgelöst werden. Friedhöfe sind vor allem bekannt als Orte der Stille und Erinnerung, aber auf ihnen finden auch Begegnungen und Gespräche statt.

Hier wird oftmals neu Mut gefasst und Hoffnung geschöpft und mitunter auch gelacht und sich an Schönes erinnert. Auf vielen Friedhöfen finden auch Veranstaltungen statt oder sie werden als außerschulische Lernorte von Schülerinnen und Schülern erkundet.

Friedhöfe haben einen unschätzbaren Wert für Tiere, Pflanzen und Menschen. Der Tag des Friedhofs soll genau auf diese Vielfältigkeit hinweisen. Dazu finden unter dem neuen Motto Projekte statt, die sich mit Bestattung, Tod und Trauer befassen. Andererseits werden fröhliche Kinderaktionen, Konzerte und Lesungen durchgeführt, denn es soll deutlich werden, dass ein Friedhof immer aufgesucht werden kann, wenn man sich vom stressigen Alltag erholen oder einfach die Schönheit und die Ruhe des Ortes genießen möchte. Ziel des aktuellen Mottos ist, dass ältere Generationen und auch deren Kinder den Friedhof als schöne Begräbnis- und Erinnerungsstätte kennenlernen, wahrnehmen und besuchen. Bund deutscher Friedhofsgärtner


Überhangflächen: Friedhof-Träger suchen nach Auswegen

In den letzten Jahrzehnten hat sich auf vielen Friedhöfen das Problem der sogenannten Überhangflächen, die nicht mehr für Bestattungen benötigt werden, weiter verschärft. Verschiedene Experten gehen davon aus, dass dies auf nahezu die Hälfte der rund 35 000 Hektar Friedhofsfläche in Deutschland zutrifft. Da die Kosten für Pflege und Unterhaltung überflüssiger Friedhofsflächen nicht den Gebührenzahlern aufgebürdet werden dürfen, suchen Friedhofsträger nach anderen Auswegen. In der Regel gibt es zwei Handlungsoptionen: die Überhangflächen zu veräußern oder für andere öffentliche Zwecke bereitzustellen. Das Konfliktpotenzial ist allerdings hoch, da hier nicht zuletzt der Gesichtspunkt der Pietät eine große Rolle spielt. „Um möglichen Konflikten im Vorfeld zu begegnen, sollte immer der Dialog mit den Bürgern gesucht werden“, so Christoph Keldenich von Aeternitas, der Verbraucherinitiative Bestattungskultur. Viele Menschen hängen an ihren Friedhöfen, weshalb die vollständige Schließung eines ganzen Friedhofs besonders umstritten und nur selten eine Option ist. aeternitas

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