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Home Sonderthemen Bauen, Wohnen & Immobilien Sicherheit für Mieter im Neubau und durch Sanierung des Bestandes
13:56 12.11.2018
Klaus-Peter Adomeit, Geschäftsführer WVG mbH Greifswald. FOTO: WVG

Was bedeutet für die WVG sicher zu wohnen?

Zumeinen die Sicherheit für unsere Mieter durch ein stabiles Mietniveau, ein sicheres Vertrags- und Abrechnungssystem und die Sicherheit, dass wir uns im Unternehmensverbund um die Probleme unserer Mieter kümmern. Zum anderen natürlich die bauliche Sicherheit für unsere Mieter durch die Herabsetzung von Schwellen, die Schaffung ausreichender Bewegungsflächen, der Montage von Aufzügen und der Möglichkeit, Rollatoren abstellen zu können. Und das sowohl im Neubau als auch bei großen Sanierungsmaßnahmen.

Was bedeutet digitale Sicherheit für die WVG?

Auch die Wohnungswirtschaft wird immer digitaler, um unseren Mietern noch mehr Komfort, Service und Sicherheit zu bieten. Klar ist für uns, dass dabei die Datensicherheit an oberster Stelle steht. Frei nach dem Slogan „Die Daten aus der Wohnung bleiben in der Wohnung.“ haben wir ein bundesweites Pilotprojekt entwickelt, bei dem das auch funktioniert.


Frank Starkowski, Geschäftsführender Gesellschafter Orthopädie-Technik Service aktiv GmbH. FOTO: PRIVAT
Frank Starkowski, Geschäftsführender Gesellschafter Orthopädie-Technik Service aktiv GmbH. FOTO: PRIVAT

Inwiefern kannOT aktiv das Alltagsleben älterer Menschen angenehmer gestalten?

Frank Starkowski: Die OT aktiv findet für ihre Kunden die passende Lösung für jede Art der körperlichen Einschränkung. Durch eine individuelle Beratung ermitteln wir die notwendigen Hilfsmittel, um die Lebensqualität unserer Kunden mittel- und langfristig zu erhöhen. Unser Bestreben ist es, dass die Menschen aktiv bleiben bzw. aktiv werden.

Insbesondere für Menschen mit Diabetes entwickelt ihr Unternehmen im Verbundprojekt mit Forschungspartnern ein algorithmisches Frühwarnsystem für Risikopatienten, das mit einer Smart Home-App kombiniert werden kann. Was verbirgt sich genau dahinter?

Frank Starkowski: Dieses System dient der ständigen Kontrolle bestimmter Parameter bei Diabetikern, welche eine besondere Risikostufe erreicht haben. Es ist ein Baustein in der Telemedizin und somit unabhängig vom Wohnort arbeitsfähig. Die Parallelen zu Smart Home finden sich in der Idee, den Menschen automatisierte Hilfsmittel an die Hand zu geben und damit zukünftig Komplikationen zu vermindern.


Geschäftsführerin MEDIGREIF Parkklinik, Klinik für Geriatrische und Orthopädische Rehabilitation, Zentrum für Ambulante Rehabilitation / Kurzzeitpflege " Ludwig Geißel" Mitinitiatorin und Vereinsvorsitzende des ILWiA e.V. FOTO: PETER BINDER
Geschäftsführerin MEDIGREIF Parkklinik, Klinik für Geriatrische und Orthopädische Rehabilitation, Zentrum für Ambulante Rehabilitation / Kurzzeitpflege " Ludwig Geißel" Mitinitiatorin und Vereinsvorsitzende des ILWiA e.V. FOTO: PETER BINDER

Warum wurde ILWiA gegründet?

Katja Enderlein: In meiner täglichen Arbeit als Geschäftsführerin einer unter anderem auch geriatrischen Rehabilitationsklinik in Greifswald habe ich oft mit Menschen zu tun, deren persönliches Schicksal nicht nur mich, sondern auch meine Mitarbeiter sehr berührt. Im hohen Lebensalter mit Erkrankungen und der schwindenden eigenen Leistungsfähigkeit seinen Frieden zu finden ist für die meisten unserer Patienten schon schwer genug. Dann aber auch noch den Verlust des geliebten Umfeldes, der eigenen vier Wände verkraften zu müssen, nur weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen, dass macht unsere Arbeit besonders schwer. Für uns steht immer wieder die Herausforderung der Reintegration in das vertraute häuslichen und soziale Umfeld. Dies gelingt uns nur als Partner in einem guten Netzwerk und mit neuen Denkansätzen, daher ist ILWiA für mich und die tägliche Arbeit meiner Mitarbeiter der richtige Weg.

Wie entstand die Idee ILWiA?

Katja Enderlein: Mit Errichtung der kommunalen Beratungsstelle im Rahmen eines geförderten Bundesprojektes, kreuzten sich erstmals die Wege von Herrn Huysmann, Frau Kempka und mir. Uns war schnell klar, dass wir die Idee der Beratungsstelle erlebbar machen müssen, um die Menschen zu erreichen. So entstand die Idee für die Musterwohnung und deren Umsetzung folgte mit Hilfe von Dirk Scheer, dem Sozialdezernenten unseres Landkreises. Netzwerkarbeit war ein Auftrag der kommunalen Beratungsstelle und wir die Interessierten, die sich um die Beratungsstelle versammelten und in Workshops diskutierten. Wir wollten diese Möglichkeit des fachübergreifenden Austauschs weiter am Leben halten, auch wenn die Mittel der Bundesförderung nicht mehr fließen. Dafür bedurfte es einer Plattform und einer gemeinsamen Idee. Diese Idee war die Initiative für Leben und Wohnen im Alter (ILWiA), die notwendige Plattform war ein Verein. So ist ILWiA entstanden.


Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung.FOTO: OZ-ARCHIV/C. KETTLER
Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung.FOTO: OZ-ARCHIV/C. KETTLER

Wohnen im Alter – und das möglichst lange in den eigenen vier Wänden – braucht zuweilen Hilfe. Ein wichtiger Faktor dabei ist, dass in der Wohnung möglichst keine Barrieren vorhanden sind, die den Alltag erschweren. Vom Verbreitern von Türöffnungen und dem Entfernen von Schwellen über das Vergrößern von Bewegungsflächen bis hin zum barrierefreien Bad – die sich ändernden Lebensrealitäten erfordern zum Teil einen Tribut der Wohnung. Die Kosten für eine Umrüstung müssen die Menschen im Land aber nicht allein tragen. Die Landesregierung unterstützt den Abbau von Mobilitätsbarrieren in Eigentums- und Mietwohnungen sowie die Nachrüstung von Personenaufzügen und Liften in Miet- und Genossenschaftswohnungen finanziell mit dem Programm „Personenaufzüge, Lifte und barrierearmes Wohnen“. Das ist wichtig, denn gute Wohnbedingungen, die den individuellen Anforderungen in den verschiedenen Lebensabschnitten gerecht werden, sind für die Lebensqualität jedes Einzelnen von ausschlaggebender Bedeutung.

Ebenso wichtig ist das Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden. Ob eine Wohnung Ziel eines Einbruchs wird, hängt dabei nicht nur vom Standort der Immobilie ab. Entscheidend ist auch, wie leicht es für Einbrecher ist, sich Zugang zu verschaffen. Fenster und Türen auszutauschen oder nachzurüsten, ist deshalb oft ein wirksames Mittel gegen Einbrüche. Die staatliche Förderbank KfW unterstützt Maßnahmen im Sinne des Einbruchschutzes mit Zuschüssen sowie mit zinsgünstigen Krediten. Gefördert werden der Austausch alter Bauelemente durch neuere mit besserem Einbruchschutz sowie der Einbau von Nachrüstsystemen.

Mit Smart Home – also mit intelligenten Systemen zur Unterstützung im täglichen Leben – hält ein Stück Science- Fiction in unsere Wohnungen und Häuser Einzug. Denn was vor wenigen Jahren noch wie ferne Zukunftsmusik klang, ist heute bereits Realität. Schon auf dem Heimweg die Heizung aufdrehen, damit es schön warm ist, wenn man zurückkommt. Und dabei gleich das Fenster schließen, das man versehentlich offen gelassen hat. Mit den verfügbaren Technologien ist das kein Problem mehr. Alle Elektrogeräte, Lampen, Schalter, Jalousien und natürlich auch die Heizung lassen sich - zumeist über eine Smartphone-App - untereinander vernetzen und von überall aus steuern. Die Bewohner eines solchen intelligenten Heims gewinnen an Lebensqualität. Zudem tragen die Systeme dazu bei, Energie effizienter einzusetzen.

Im Land gibt es mit der Greifswalder „Initiative für Leben und Wohnen im Alter“ (ILWiA) einen Vorreiter auf dem Gebiet. Mit ihrer Vorführwohnung in der Hansestadt und der mobilen Musterwohnung, die als Container überall im Land zu den Menschen gebracht werden kann, zeigen die Initiatoren, wie das Wohnen in Zukunft aussehen dürfte und wie vor allem ältere Menschen vom intelligenten Zuhause profitieren können.

Ich wünsche Ihnen eine interessante und aufschlussreiche Lektüre.

Herzlichst
Ihr Christian Pegel
Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern

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