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Home Sonderthemen Sonstiges Ort der Begegnung und der Stille
16:52 12.09.2018
Blick auf den Wolgaster Friedhof Tannenkamp mit frisch geschmückten Gräbern. Fotos: Bre.

2018 und 2019 steht der bundesweit stattfindende Tag des Friedhofs unter dem Motto „Der Friedhof: Leben – Lachen – Freude“. Erst zum Tag des Friedhofs 2020 wird es wieder ein neues Motto geben. Friedhöfe sind ganz besondere Orte. Man kann dort nicht nur trauern und Trost finden – Friedhöfe bieten Ruhe und Raum zum Entspannen, lassen Menschen Hoffnung schöpfen und neuen Mut gewinnen. Trauernde finden hier einen geschützten Rahmen, um sich von den Verstorbenen zu verabschieden und um ihrer zu gedenken. Durch den Umgang mit Blumen und Pflanzen kann die Trauer besser verarbeitet werden, positive Gefühle, wie Wohlbefinden, Entspannung und Heimatgefühl können durch die Bewegung im „Grünen Kulturraum Friedhof“ ausgelöst werden. So vielfältig wie Friedhöfe sein können, so vielfältig ist auch das Motto. Sie möchten wissen, was genau mit „Der Friedhof: Leben – Lachen – Freude" gemeint ist? Friedhöfe sind Orte der Begegnung, der Stille und Erinnerung, aber auf ihnen finden auch Begegnungen und Gespräche statt. Hier wird neu Mut gefasst und Hoffnung geschlöpft und ja, auch gelacht und sich an Schönes erinnert. Auf vielen Friedhöfen finden auch Veranstaltungen statt oder sie werden als außerschulische Lernorte von Schülerinnen und Schülern erkundet. Friedhöfe haben einen unschätzbaren Wert für Tiere, Pflanzen und Menschen. Der Tag des Friedhofs soll genau auf diese Vielfältigkeit hinweisen. Dazu finden unter dem neuen Motto Projekte statt, die sich mit Bestattung, Tod und Trauer befassen. Andererseits werden fröhliche Kinderaktionen, Konzerte und Lesungen durchgeführt, denn es soll deutlich werden, dass ein Friedhof immer aufgesucht werden kann, wenn man sich vom stressigen Alltag erholen, eine ruhige Mittagspause verbringen oder einfach die Schönheit und die Ruhe des Ortes genießen möchte. Das Ziel des diesjährigen Mottos ist, dass ältere Generationen und auch deren Kinder und Enkelkinder den Friedhof als schöne Begräbnis- und Erinnerungsstätte kennenlernen, wahrnehmen und besuchen.

Der Alte Friedhof in Greifswald begeht im September sein 200-jähriges Bestehen.
Der Alte Friedhof in Greifswald begeht im September sein 200-jähriges Bestehen.

Ein bekannter ehrwürdiger Greifswalder Ort begeht in diesem Jahr ein großes rundes Jubiläum. Am 13. September 1818 wurde der Alte Friedhof eingeweiht. Die denkmalgeschützte Anlage, Zeugnis der Friedhofs- und Gartenarchitektur des 19. Jahrhunderts, präsentiert ein wichtiges Stück Stadtgeschichte. Anlässlich des 200. Jubiläums luden das Stadtarchiv im Rahmen der Kulturnacht und der Förderverein Alter Friedhof e.V. zu verschiedenen Veranstaltungen ein. Der Vereins „Alter Friedhof Greifswald e.V.“ stellte die Jubiläumsbroschüre »200 Jahre Alter Friedhof Greifswald« vor. Der Alte Friedhof ist ein unter Denkmalschutz stehender Friedhof der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, der zu den ältesten planmäßig gestalteten Friedhofsanlagen Pommerns gehört. Der 4,4 Hektar große Friedhof befindet sich in der Mühlenvorstadt zwischen dem Ryck und der Wolgaster Straße.

Der Friedhof wurde nach Plänen des Universitätsbaumeisters Johann Gottfried Quistorp angelegt. Vorbild war der Neue Begräbnisplatz in Dessau, einer der ersten kommunalen Friedhöfe Deutschlands. Für die erste Umfassungsmauer wurden zwischen 1815 und 1817 Steine des früheren Fleischertores, der ehemaligen Gertrudenkapelle und des Heilig-Geist-Hospitals verwendet. Die Anlage wurde symmetrisch in Form eines Griechischen Kreuzes gestaltet. An den Friedhofsmauern wurden 16 Gruftkammern errichtet, die als Ersatz für bisher in den Greifswalder Kirchen gelegene Erbbegräbnisse dienten. Am 13. September 1818 wurde der Greifswalder städtische Friedhof durch Johann Christoph Ziemssen, den Generalsuperintendenten von Pommern, eingeweiht. Auf einem Rondell in der Mitte wurde zwischen 1821 und 1826 eine achteckige Kapelle, die zu den frühesten neugotischen Sakralbauten gehörte, nach dem Entwurf von Gottlieb Giese errichtet.

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