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Home Sonderthemen Rügen Neues Image für Schlossereien
06:55 10.06.2019
Frank Duwe an dem Geländer einer Treppe, das in seiner Schlosserei produziert wurde. FOTO: DIRK HOFFMANN

Von Dirk Hoffmann

Grevesmühlen. Die Arbeit in der Schlosserei verbinden noch viele mit schmutzigen Händen und hohem Kraftaufwand – Vorurteile, die längst überholt sind. Denn die Situation in Betrieben wie der Bauschlosserei Duwe in Grevesmühlen stellt sich heutzutage ganz anders dar. Anspruchsvolle Konstruktionen von Komponenten, hauptsächlich für die Industrie, werden hier hergestellt. Das erfordert ein hohes Maß an Professionalität, die nur mit der entsprechenden Technik und gut ausgebildeten Fachkräften realisiert werden kann.

Immerhin dreieinhalb Jahre dauert beispielsweise die Ausbildung zum Metallbauer für Konstruktionstechnik. In dieser Zeit lernen die Auszubildenden verschiedene Schweiß-Verfahren kennen und anzuwenden. Außerdem werden ihnen unter anderem umfangreiche Kenntnisse im Bereich der Gestaltung vermittelt. So lernen sie zum Beispiel auch, wie Bauteile vor Ort beim Kunden sinnvoll verbaut werden können.

Nicht zuletzt ist es die Themenvielfalt, die diesen Beruf so interessant macht, wie der Junior-Chef Frank Duwe erklärt. In ihrer Lehre bekommen die Auszubildenden einen ersten Eindruck, was sich für sie danach als Fachkraft im Unternehmen fortsetzt. Vom Aufmaß vor Ort über die Gestaltung bis hin zur Produktion der gewünschten Konstruktionen werden sie befähigt, sämtliche Tätigkeiten auf hohem Niveau zu verrichten.


„Den Kirchturm sehen wir eigentlich fast immer.“

Norbert Duwe
Der Senior-Chef über den Umstand, dass es in seiner Firma kaum lange Anfahrtswege zum Einsatzort gibt


Darüber hinaus bietet der Beruf eines Metallbauer sehr gute Perspektiven. Anstellungen vom Gesellen bis hin zum Meister sind möglich. Und wer in das Team der Bauschlosserei Duwe einsteigt, der hat zudem noch Super-Arbeitszeiten, wie es sie heute wohl nur noch in Verwaltungen gibt. Gearbeitet wird hier nämlich montags bis freitags von 7 bis 16 Uhr. Und lange Anfahrtswege zum Arbeitsort gibt es mit einigen wenigen Ausnahmen auch nicht. „Den Kirchturm sehen wir eigentlich fast immer“, meint Senior-Chef Norbert Duwe und lächelt.

Eine freie Lehrstelle hat die Bauschlosserei Duwe im Badstüberbruch 26-28 in Grevesmühlen (Tel. 0 38 81/71 11 86) übrigens auch noch. Wer Interesse hat, kann sich gerne melden. Voraussetzungen sind unter anderem gute Mathematik- Kenntnisse, räumliches Vorstellungsvermögen, eine gute Auffassungsgabe, Leistungsbereitschaft und Teamfähigkeit.

Schwerin. Das Handwerk ist auch in Mecklenburg-Vorpommern unbestritten „die Wirtschaftsmacht von nebenan“. Als eine starke, traditionell geprägte, aber dennoch auch innovative Wirtschaftsgruppe ist das Handwerk in vielen Geschäftsfeldern tätig. Mehr als 20 000 Handwerksbetriebe mit rund 100 000 Beschäftigten und über 6000 Lehrlingen erwirtschaften laut aktuellen Daten einen jährlichen Umsatz von rund neun Milliarden Euro.

Das Handwerk ist ein unverzichtbarer Stabilitätsfaktor für die Wirtschaft im Nordosten. Im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern übernehmen die Handwerksbetriebe eine wichtige Rolle bei der Sicherung der Entwicklung ganzer Regionen, sie sichern Wachstum und Beschäftigung im ländlichen Raum. Gerade in der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008/2009 haben sich diese Unternehmen als besonders krisenfest und robust erwiesen. Daher ist das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern von großer regionalpolitischer Bedeutung.

Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden. Mit 12,4 Handwerksbetrieben je 1000 Einwohner wird der deutsche Durchschnitt von 11,8 Betrieben pro 1000 Einwohnern übertroffen.

Die beiden Handwerkskammern in MV sind die gesetzliche Vertretung ihrer Mitgliedsbetriebe und deren Arbeitnehmer sowie Lehrlinge. Die zweite Säule der Handwerksorganisation bilden die Handwerksinnungen als Zusammenschluss der einzelnen Handwerksberufe. Die 142 Innungen im Land sind in 13 Innungsverbänden organisiert, die Mitgliedschaft in einer Innung ist freiwillig.


Das Land Mecklenburg-Vorpommern bietet vielfältige Förderprogramme für das Handwerk, die freien Berufe, Kommunen, Unternehmen und Gründer. Das Instrumentarium der Wirtschaftsförderung ist den aktuellen Erfordernissen angepasst. Mit dieser Unterstützung soll den Problemen bei Unternehmensnachfolgen, Fachkräftemangel und im ländlichen Raum entgegengewirkt werden.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit MV unterstützt Handwerker mit spezifischen, attraktiven Förderprogrammen. Beispielsweise:

■ Förderung von Beratungen bei kleinen und mittleren Unternehmen
■ Förderung der Weiterbildung von Meisterinnen und Meistern
■ Förderung von Unternehmensnachfolgen im Handwerk (Meisterprämie)
■ Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung
■ Gemeinschaftsaufgabe (GRW) „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ Gewerbliche Wirtschaft
■ Förderung der Gründung und Entwicklung von Kleinstunternehmen im ländlichen Raum
■ Beteiligungen der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft mbh
■ Bürgschaften der Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern GmbH
■ Informationen zu Förderprogrammen

Aktuelle Informationen zu den Förderprogrammen gibt es im Internet unter www.regierung-mv.de/Landesregierung/wm/Handwerk/Förderung-im-Handwerk/ beim Thema „Wirtschaft“. Im Bereich „Service“ unter Publikationen können kostenfrei Broschüren und Flyer bestellt werden.

Detaillierte Informationen zu den aktuellen Förderrichtlinien und Antragsunterlagen bieten im Internet das Dienstleistungsportal MV und das Landesförderinstitut MV. Dort sind kompetente Ansprechpartner benannt, die auf dem Weg durch die Förderlandschaft helfen. Sie beraten umfassend zu den einzelnen Förderprogrammen und begleiten beim jeweiligen Vorhaben.

Die Technologie-Beratungs-Institut GmbH (TBI) ist als Projektträger des Ministeriums für Wirtschaft, Bau und Tourismus MV für die Technologie-, Forschungs- und Innovationsförderung tätig. Informationen zu den Programmen und für deren Antragstellung stehen auf der Internetseite www.tbi-mv unter Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation zur Verfügung.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die Handwerker darüber hinaus auch bei der Kontaktanbahnung und Erschließung neuer Kundenbeziehungen. So präsentieren sich Handwerksbetriebe aus Mecklenburg-Vorpommern unter anderem auf der „mitteldeutschen handwerksmesse“ (mhm) in Leipzig und auf der Internationalen Handwerksmesse in München.
                                   

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