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08:01 30.03.2021
Deutsche träumen noch immer von den eigenen vier Wänden. Einfamilienhäuser können heute flächen- und ressourcenschonend gebaut werden. Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall

Ist der Traum vom Einfamilienhaus noch zeitgemäß? Umfragen zeigen, die Deutschen wohnen am liebsten in den eigenen vier Wänden, umgeben von einem Garten. Was das eigene Zuhause vielen Deutschen bedeutet und was das für das Klima heißt, weiß Oliver Adler von der Bausparkasse Schwäbisch Hall.

Mehr als die Hälfte der Immobilieninteressenten, die aktuell eine Immobilie bauen oder kaufen möchten, planen ein Einfamilienhaus. Das ist das Ergebnis einer Studie von infas quo im Auftrag der Bausparkasse Schwäbisch Hall.

Fundament der Altersvorsorge

Mietfrei wohnen – darin sehen viele den größten Vorteil der eigenen vier Wände. Anders als bei Mietzahlungen fließen die Kreditraten fürs Haus in den Vermögensaufbau und liefern damit das Fundament der Altersvorsorge schlechthin. „Die niedrigen Zinsen und verschiedene staatliche Förderungen machen das eigene Haus auch wirtschaftlich lukrativ. Hinzu kommt die Sicherheit vor Mieterhöhungen oder Kündigungen, gerade im Alter“, erklärt Immobilienexperte Oliver Adler.

Die finanzielle Entlastung durch mietfreies Wohnen im eigenen Haus wird besonders im Alter zum Vorteil und schützt vor Altersarmut. Laut Statistischem Bundesamt beträgt die durchschnittliche Mietersparnis fast 700 EUR im Monat. Außerdem kann ein Haus im Alter verkauft werden oder man tauscht es gegen eine monatliche Rentenzahlung ein. Der bleibende Wert einer Immobilie spielt zugleich für die nächste Generation eine immer größere Rolle.

Den ökologischen Fußabdruck klein halten

Was bedeutet das Einfamilienhaus für den Klimaschutz? Je mehr Wohnfläche, desto mehr Energie verbrauchen Hausbesitzer in der Regel. Trotz des durchschnittlich größeren Flächenverbrauchs eines Hauses gegenüber einer Wohnung ist der ökologische Mehrwert eines durchschnittlichen Hausgartens bei der Artenvielfalt gegenüber einer Ackerfläche unbestritten. „Einfamilienhäuser lassen sich heute flächen- und ressourcenschonend bauen, zum Beispiel als Doppel- oder Reihenhäuser, in Holz- oder Holzständerbauweise“, so Adler. „Durch mitgeplante Umnutzungsmöglichkeiten und eine lange Lebensdauer sind sie eine nachhaltige Wohnlösung.“

Hausbesitzer können ihren CO2-Fußabdruck gezielt reduzieren. Die Möglichkeiten reichen von einer energieeffizienten Bauweise und dem Einsatz von ökologischen Baustoffen beim Neubau bis zur energetischen Sanierung von gebrauchten Häusern in bestehenden Wohnsiedlungen.

Laut einer Studie der Universität Hohenheim sind Immobilienbesitzer glücklicher als Mieter. Freiheit, Ruhe und Platz, vor allem für die Kinder, sind Faktoren, die die Lebensqualität steigern. Auch die Qualität der Nachbarschaft wird von Wohneigentümern besser bewertet. Hinzu kommt: Während Mietvorschriften wenig Spielraum lassen, haben Eigentümer freiere Hand, sich in ihrem Zuhause zu verwirklichen.

Alles eine Frage der Lebensphase

Die Entscheidung für Wohneigentum und vor allem für das Einfamilienhaus ist nicht in allen Lebenslagen, aber für bestimmte Phasen die richtige.

Gerade für junge Familien mit Kindern ist das eigene Haus attraktiv. Sind die Kinder erwachsen, können Eltern dieses altersgerecht umbauen, verkaufen oder vererben. Auch solche Zukunftspläne fließen in die Entscheidung angehender Immobilienbesitzer mit ein. Schwäbisch Hall

Tipp: Firmeninsolvenz mitten in der Bauphase

Bei Insolvenz der Baufirma nicht selbst weiterbauen! Vor allem dürfen sie das nicht auf eigene Faust. Tun sie es doch, wird das teuer! Dann fordert der Insolvenzverwalter nämlich Schadenersatz von den Bauherren. Das darf er, weil die Bauherren durch ihr eigenmächtiges Weiterbauen der Firma, die ja formal noch existiert, die Möglichkeit nehmen, den Bau doch noch vertragsgemäß zu beenden und dafür auch die Rechnung zu stellen und zu kassieren – was wiederum im Interesse aller liegt, die vom Bauunternehmer noch Geld bekommen. Diese entgangene, potenzielle Einnahme holt sich der Insolvenzverwalter bei den voreiligen Bauherren zurück. Im schlimmsten Fall zahlen Bauherren dann also doppelt: Einmal die neue Firma, die sie vorschnell mit dem Weiterbau beauftragt haben und zusätzlich den Gewinn der Firma, die ursprünglich hätte bauen sollen. vpb

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