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Home Sonderthemen Wismar Mit frischem Wind ins neue Jahr
10:24 30.01.2020
Der neue Vorstand des Fördervereins: Brigitte Kühne, Anja-Franziska Scharsich, Maria Schultz, Barbara Stierand, Heide Lörcher, Eckart Witte (v.l.) Foto: Christina Markert

Der Förderverein des Literaturhauses „Uwe Johnson“ Klütz ­e. V. startet mit frischem Wind ins neue Jahr: Der Vorstand wurde Ende 2019 von der Mitgliederversammlung für drei Jahre neu gewählt, die eigentliche Arbeit beginnt im Januar.

„Wir haben uns neu aufgestellt“, so Barbara Stierand, die alte und neue Vereinsvorsitzende. „Aufgrund von Austritten im Vorstand mussten wir vorgezogene Neuwahlen durchführen. Ich bin sehr froh, dass wir nun, zwar etwas abgespeckt, aber kompetent und schlagkräftig wieder durchstarten können.“
        

Neu hinzugekommen sind als Schatzmeisterin Brigitte Kühne und als Beisitzerin Heide Lörcher. Mit von der Partie sind unverändert Barbara Stierand, die als Vorsitzende zum zehnten Mal wiedergewählt wurde, Dr. Anja-Franziska Scharsich als stellvertretende Vorsitzende, Maria Schultz als Schriftführerin und Eckart Witte als Beisitzer. Auch die Rechnungsprüferinnen Janet Arndt und Maria Kruse wurden von der Mitgliederversammlung bestätigt. Der Förderverein des Literaturhauses ist mit aktuell 104 Mitgliedern einer der größten Vereine in Klütz.

Los ging die Vereinsarbeit am 18. Januar 2020 mit einer Schulung zu den Literarischen Spaziergängen auf den Spuren von Uwe Johnson durch Klütz.


Alle Vereinsmitglieder sind herzlich eingeladen, mehr über die Ähnlichkeiten des fiktiven Städtchens Jerichow aus Uwe Johnsons Roman „Jahrestage“ mit dem realen Städtchen Klütz zu erfahren. „Herr Loeck aus Grevesmühlen, einer unserer erfahrensten Stadtführer, wird die Schulung leiten. Wir haben auch einige Interessenten, die neu im Team mitmachen möchten“, so Stierand. Die Stadtführungen werden regelmäßig von April bis Oktober vom Förderverein angeboten.

Und viele weitere Aktivitäten folgen. „Zum Todestag von Uwe Johnson am 23. Februar planen wir eine Lesung mit musikalischer Begleitung mit dem Schauspieler Gottfried Richter“, kündigt Anja-Franziska Scharsich an. „Diesmal kommen Zeitgenossen von Johnson zu Wort.“ Weiter geht es dann mit der Festwoche „790 Jahre Klütz“ vom 1. April bis 5. April. „Wir sind auf jeden Fall dabei und werden uns etwas einfallen lassen“, verspricht Barbara Stierand.

Wichtiger Termin für das Literaturhaus und den Förderverein ist die Eröffnung des 17. Klützer Literatursommers am 5. Juni 2020 mit einem Benefizgartenfest. „Unter dem Motto ‚Wie das Leben so spielt’ erwarten wir von Juni bis September wieder viele interessante Autorinnen und Autoren, Musikerinnen und Musiker und freuen uns schon jetzt auf zahlreiche Gäste“, so Anja-Franziska Scharsich.

Auch beim Parkfest im Volksparkstadion am 13. Juni 2020 wird der Förderverein nicht fehlen und bei der 6. Klützer Kultournacht am 17. Oktober 2020 sind das Literaturhaus und der Förderverein mit kulturellen und kulinarischen Angeboten wieder mit von der Partie.

Neben der Wahl des neuen Vorstandes gehört zur jährlichen Mitgliederversammlung auch der Rückblick auf das vergangene Jahr. „Dieses war aufgrund von personellen Wechseln im Literaturhaus und Austritten aus dem Vorstand sehr turbulent“, so Stierand. „Als Co.-Arbeitgeber sehen wir uns in der Verantwortung, die personelle Besetzung des Hauses zu gewährleisten. Dies war für uns Ehrenamtler eine große Herausforderung und erforderte einen hohen persönlichen Einsatz über die normale Vereinsarbeit hinaus.“

Eckart Witte hatte zum Abschluss der Mitgliederversammlung noch einen Auszug aus einer Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier anlässlich der Verleihung des Marion-Dönhoff-Preises an die „New York Times“ im Jahr 2017 parat. Der Bundespräsident nahm darin Bezug auf Uwe Johnsons Roman „Jahrestage“ und die Hauptperson Gesine Cresspahl, die im New York der 1960er Jahre lebt und jeden Tag die „New York Times“ liest: „Die New York Times kommt Gesine vor wie eine Tante aus vornehmer Familie... dunkle elegante Kleidung, Beharren auf hochgesteckten Frisuren, eine verkratzte Stimme, Lächeln nur in den Augenwinkeln... Die Tante raucht (Zigarillos), sie trinkt auch von den harten Sachen.“ Ob diese Beschreibung wohl heute noch zu dem Selbstbild der Redaktion passe, fragte der Bundespräsident damals in Hamburg Dean Baquet, den Chefredakteur der „New York Times“. Dessen Antwort konnte an diesem Nachmittag im Literaturhaus in Klütz leider nicht überliefert werden.

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