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Home Sonderthemen Sonstiges Mehrheit für liberalen Umgang mit Totenasche
14:31 17.04.2020
Einige Bundesländer lehnen es ab, die Entnahme einer geringfügigen Menge an Totenasche aus der Urne zu legalisieren. Foto: Aeternitas e.V.

Laut einer Umfrage befürworten über zwei Drittel der Bundesbürger, wenn Teile der Asche Verstorbener für Erinnerungsgegenstände verwendet werden. Auch bei der Umbettung von Urnen widerspricht die Mehrheit der Befragten den gesetzlichen Vorschriften.

Verschiedene Bundesländer haben in den letzten Jahren Vorschläge abgelehnt, die Entnahme einer geringfügigen Menge an Totenasche aus der Urne zu legalisieren. Diese könnte zur Herstellung von Erinnerungsgegenständen wie Diamanten verwendet werden. Tatsächlich findet beides bereits statt – unter dem Mantel der Verschwiegenheit oder auf dem Umweg über das Ausland.

Eine von Aeternitas, der Verbraucherinitiative Bestattungskultur, beauftragte Umfrage zeigt, dass nur jeder Fünfte (21 Prozent) meint, die eingangs beschriebene Praxis sollte weiterhin nicht erlaubt sein. Die große Mehrheit (71 Prozent) gibt an, dies grundsätzlich in Ordnung zu finden. „Einstellungen zu Fragen von Pietät und Totenruhe verändern sich mit der Zeit: Sie passen sich an die Bedürfnisse einer mobilen Gesellschaft an, in der sich traditionelle Familienstrukturen zunehmend auflösen“, ordnet der Aeternitas-Vorsitzende Christoph Keldenich die Umfrageergebnisse ein. Der Gesetzgeber sollte gesellschaftliche Veränderungen stärker in das Bestattungsrecht einfließen lassen.

Verbraucherinitiative sieht Reformbedarf

Reformbedarf sieht Aeternitas auch bei den Vorschriften zur Umbettung von Totenasche, also der Wiederbeisetzung einer Urne in einer anderen Ruhestätte. Dies ist in den meisten Fällen verboten. Zum Beispiel reicht den Behörden der Wunsch der Angehörigen, ein Grab an ihrem Wohnort statt weit entfernt besuchen und pflegen zu können, in der Regel als Begründung nicht aus. Eine Mehrheit von 69 Prozent der Befragten gibt jedoch an, dass die Umbettung einer Urne auf Wunsch der Hinterbliebenen immer erlaubt sein sollte – sofern der Wille der verstorbenen Person nicht dagegen spricht.

Nur 17 Prozent sind der Ansicht, die Verlagerung der sterblichen Überreste sollte nur genehmigt werden, wenn der Verstorbene sich dies vor seinem Tod explizit gewünscht hat. Lediglich fünf Prozent der Befragten sind im Übrigen der Meinung, dass die Umbettung einer Urne grundsätzlich nicht möglich sein sollte. Vier Prozent hingegen geben an, dass die Umbettung immer erlaubt sein sollte, auch gegen den Wunsch der verstorbenen Person.

Diskutiert wird auch wieder über die Entnahme von Implantaten wie Zahngold oder künstlichen Hüftgelenken nach einer Einäscherung. Die überwiegende Mehrheit der Befragten (69 Prozent) meint, dass solche Metalle – mit Zustimmung der Hinterbliebenen – weiter entnommen und verwertet werden sollten, wie es derzeit in zahlreichen Krematorien üblich ist. Nur 23 Prozent sind der Ansicht, dass diese Überreste mit der Asche beigesetzt werden sollten.

Niedersachsen und Brandenburg als Vorbilder

Nach den Bestattungsgesetzen ist eine solche Entnahme unproblematisch, obwohl sie meist nicht explizit erwähnt wird. „Mehr Rechtssicherheit wäre hilfreich, da in der Diskussion häufig bestattungsrechtliche und strafrechtliche Aspekte nicht klar unterschieden werden“, fordert Christoph Keldenich von Aeternitas. Als Vorbilder zu nennen wären die Bundesländer Niedersachsen und Brandenburg, die eine Entnahme von Implantaten nach der Einäscherung explizit legitimieren. Unabhängig davon bleibt eine unbefugte Entnahme – also ohne Einwilligung der Hinterbliebenen – weiterhin strafbar.

Für die vorliegende Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa Anfang September 2019 im Auftrag von Aeternitas 1005 im Rahmen einer repräsentativen Stichprobe ausgewählte Bundesbürger ab 18 Jahren. Alle Angaben zu früheren Jahren stammen ebenso aus von Aeternitas beauftragten repräsentativen Studien.

INFO: Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag auf Seite 3 dieser Beilage.


Kann man „richtig“ trauern? Diese Frage steht am Anfang des Ratgebers „Ich bin in Trauer“ von Georg Schwikart, den der Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes herausgebracht hat. Er überfordert Menschen nicht mit langen Abhandlungen, sondern macht kurze, hilfreiche Angebote.

Es gibt kein „richtiges“ oder „falsches“ Trauern, erklärt der Autor auf seine Eingangsfrage hin. Trauer sei etwas sehr Persönliches und doch auch eine öffentliche Angelegenheit. Daher gibt die Schrift auch keine Anweisungen. Aber sie bietet Erfahrungen an. Denn ein wenig Hilfestellung kann trauernden Menschen ihre Last erträglicher machen.

In zwölf Abschnitte gegliedert, behandelt die Broschüre Themen wie: Welche Kleidung unterstützt den Trauerprozess? Wann ist es sinnvoll, Hilfe anzunehmen? Wie kann ich Angehörige an der Trauerfeier beteiligen? Welche Rituale können mich trösten?

INFO: https://bdb.bestatter.de/shop-i/a-i/shop/ich-bin-in-trauer-wie-verhalteich-mich.html

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