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Home Sonderthemen Sonstiges Leben braucht Erinnerung
09:21 21.11.2018

Stralsund - Der Beginn der dunklen Jahreszeit läutet eine intensive Zeit des Gedenkens an unsere Verstorbenen ein. Allerheiligen, der Volkstrauertag und der Totensonntag sind wichtige Gedenktage, denn Erinnern kann bei der Bewältigung der Verlusterfahrung helfen, unterstützt so den Weg in einen neuen Alltag und schafft Hoffnung für das Leben. Noch ist es überwiegend Tradition, die Verstorbenen auf einem Friedhof zu beerdigen, einem Ort, den Menschen sich geschaffen haben, um die Lebenden mit den Toten nach Bedarf vereinen zu können. Rituale, wie ein Gang zum Friedhof, die Winterfestmachung von Grabanlagen und Grabstätten, das Anzünden von Kerzen, und auch das Ablegen von Gebinden, dienen dem Gedenken und der Erinnerung, stellen Nähe zu unseren Toten her. Wer ein traditionelles Grab für seine Verstorbenen gewählt hat, kann auf dem Friedhof sogar noch etwas Praktisches für die Toten tun und diese damit zu ehren. Hinterbliebenen tut es häufig sogar gut, ein Grab zu pflegen, manchmal reicht es aber auch, einfach nur Blumen zum Ort der Bestattung zu tragen oder eben ein Gesteck zum Totensonntag. Lassen Sie sich zum Totensonntag auf den Zentralfriedhof einladen und gedenken Sie der Menschen, denen Sie im Leben eng verbunden waren!


Bestattungshaus Claus GmbH

Veranstaltungshinweis:

Feierstunde zum Totensonntag am 25. November um 10.30 Uhr, Feierhalle auf dem Zentralfriedhof

Peter Sitte und Kristin Löper spielen klassische Musik zur Besinnung. Dazwischen werden besinnliche Texte gelesen. Eva Schubert

Individuellere und pflegefreie Grabanlagen wünschen sich die Menschen. Die Grabpflege rückt in den Hintergrund. Foto: Archiv
Individuellere und pflegefreie Grabanlagen wünschen sich die Menschen. Die Grabpflege rückt in den Hintergrund. Foto: Archiv

Wer die Berichterstattung über Bestattungen verfolgt, gewinnt den Eindruck, die Beisetzung auf dem Friedhof sei nur noch ein Randthema. Vielfältige neue Formen der Bestattung in Wäldern und andere extravagant anmutende neue Bestattungspraktiken werden präsentiert.

Das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur wollte es genauer wissen und hat eine deutschlandweit repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts DIMAP beauftragt. Dabei zeigt sich, dass heute die Mehrheit die Feuerbestattung der Erdbestattung vorzieht, die Urne jedoch mit über 94 Prozent auf den rund 32 000 Friedhöfen unseres Landes beigesetzt werden.

Tendenziell wünschen sich die Deutschen vor allem individuellere und pflegefreie Grabanlagen. Durch weit entfernt lebende Familien ist die traditionelle Grabpflege kaum zu realisieren. Vor allem ältere Menschen sprechen immer wieder den bangen Satz aus, sie wollten ihren Angehörigen nicht zur Last fallen. Leider wird dabei verkannt, dass sich ihre Angehörigen oft einen konkreten Trauerort wünschen, gerade wenn sie weit weg leben. Bestatter vermitteln Grabpflegevereinbarungen, die wesentlich günstiger sind als oft angenommen. Bestatter beraten Vorsorgende ausführlich und kostenfrei.

Das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur hat sich die Förderung und Weiterentwicklung der Bestattungskultur zur Aufgabe gemacht. Es weist darauf hin, dass unsere Friedhöfe mehr Kreativität und Fantasie brauchen. Zwar gibt es vorbildliche Friedhofsanlagen, oft jedoch aber genau das Gegenteil, wo lediglich rückläufige Belegungszahlen verwaltet werden und sich die Gebührenspirale immer weiter dreht.

Oliver Wirthmann vom Kuratorium Deutsche Bestattungskultur betont, dass Menschen heute neue Formen der Trauerbewältigung praktizieren wollen: „Unsere Friedhöfe müssen individueller und bunter werden!“, lautet seine Überzeugung.

Für Bestattermeister Andreas Niehaus ist der Friedhof ebenfalls ein Herzensanliegen und er stellt fest: „Wenn ich als Bestatter Menschen gut berate, welche vielfältigen Möglichkeiten auf unseren Friedhöfen möglich sind, wird die Bestattung im Wald hinfällig.“

Friedhöfe sollen positive Spiegelbilder unserer Gesellschaft werden. In versöhnter Verschiedenheit kann es dann auf unseren Friedhöfen unterschiedliche Grabfelder geben, die Christen genauso beherbergen wie Menschen ohne eine religiöse Bindung oder auch Mitbürger, die aus fremden Kulturen bei uns Heimat gefundenhaben. akz


Ribnitz-Damgartener Bestattungshaus Rehberg

Die Grimmener Blasmusik spielte in der Kapelle.
Die Grimmener Blasmusik spielte in der Kapelle.
Die Jugendfeuerwehr stellte Fackelträger an den Denkmalen. Fotos (2): E.R.
Die Jugendfeuerwehr stellte Fackelträger an den Denkmalen. Fotos (2): E.R.

Grimmen - Der Volkstrauertag gehört zu den stillen Gedenktagen, ebenso wie der Totensonntag. In Grimmen wurde er am vergangenen Sonntag wieder in würdiger Form begangen. Der Seniorenbeirat, die Kirchengemeinden, die Vereine und Verbände sowie die Institutionen der Stadt Grimmen gedachten gemeinsam der Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft. Nach der Gedenkrede, die in diesem Jahr Stadträtin Heike Hübner hielt, legten die Anwesenden an den vier Denkmalen auf und beim Alten Friedhof Blumen und Kränze ab. Elke Rüster

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