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Home Sonderthemen Ausbildung, Studium & Beruf Ingenieur Gregor Pohl: Karriere durch duales Studium
08:14 07.06.2019
Gregor Pohl legte im Unternehmen Ostseestaal binnen weniger Jahre erfolgreich den beruflichen Weg vom Azubi bis zum Leiter der Arbeitsvorbereitung zurück. FOTOS: OSTSEESTAAL (2)
acriba Sebastian Scheidtmann Teamleiter Ausbildung & Recruiting
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Die Stralsunder Firma Ostseestaal GmbH & Co. KG ist spezialisiert auf die dreidimensionale Kaltverformung von Blechen.
Die Stralsunder Firma Ostseestaal GmbH & Co. KG ist spezialisiert auf die dreidimensionale Kaltverformung von Blechen.

Nach dem Ausbildungsmarathon, der keine Zeit für Hobbys ließ, atmete der junge Ingenieur erstmal durch und heiratete. Mit seiner Ehefrau und zwei Kindern lebt er in Altefähr an Rügens Südküste, vis-àvis von Stralsund. Er liebt den Blick auf die alte Hansestadt. Zu Jahresbeginn 2018 wurde Gregor Pohl bei Ostseestaal die Leitung der Arbeitsvorbereitung übertragen. In dem neuen Job reizt ihn „vor allem die große Tragweite der Aufgabe“. Als Teamchef von 20 Fachleuten sei er nicht in jedes Detail involviert, sagt er, „aber ich muss erkennen, ob es läuft oder wo es hakt“.

Die Spezialfirma Ostseestaal ist Technologieführer in der 3D-Kaltverformung von Blechen und liefert die Komponenten vor allem an die maritime Industrie. Gefertigt werden außerdem anspruchsvolle Metallformen für die Windenergie- und die Luftfahrtbranche. Diese kommen zumeist bei der Herstellung von Rotorflügelteilen aus glasfaserverstärktem Verbundwerkstoff (GFK) oder von Rumpfteilen für Flugzeuge (CFK) zum Einsatz. Seit Jahren arbeitet das Unternehmen mit der Hochschule Stralsund zusammen. Neben Forschungs- und Entwicklungsprojekten rückte in jüngster Vergangenheit verstärkt die praxisnahe Ausbildung von ingenieurtechnischem Nachwuchs in den Fokus.

Gregor Pohl hat in seiner Master-Praxisarbeit Lösungsansätze herausgearbeitet, wie die Logistik zur Anlieferung von Stahlplatten optimiert werden kann. Zwei Jahre nach seinem erfolgreichen Abschluss ist er der Hochschule Stralsund weiterhin eng verbunden. Er gibt seine Praxiserfahrungen an andere Studenten weiter. Als Ansprechpartner bei Ostseestaal unterstützt er gut ein Dutzend Master- Studenten bei deren Praxisarbeiten. „Sie sind zum Beispiel mit Projekten beschäftigt, die uns helfen, Arbeitsabläufe in der Produktion zu optimieren“, betont Gregor Pohl den beiderseitigen Vorteil der betriebsnahen Studienarbeit.

„Studenten zu uns einzuladen, ihnen praxisnahe Aufgaben zu übertragen, das ist auch eine gute Gelegenheit, uns als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren“, hebt Torsten Koppe, Leiter der Produktion bei Ostseestaal, hervor. Die enge Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft ermöglicht den Studenten einen Zugang zum betrieblichen Alltag. Es ist auch eine gute Gelegenheit, um ihnen berufliche Entwicklungschancen aufzuzeigen, wie sie Gregor Pohl beherzt genutzt hat.


Hochschul-Rektorin Prof. Petra Maier und der Chef der Agentur für Arbeit in Stralsund Dr. Jürgen Radloff während der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. FOTO; CLAUDIA RAHN/ HOCHSCHULE STRALSUND
Hochschul-Rektorin Prof. Petra Maier und der Chef der Agentur für Arbeit in Stralsund Dr. Jürgen Radloff während der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. FOTO; CLAUDIA RAHN/ HOCHSCHULE STRALSUND

Stralsund. Die Agentur für Arbeit Stralsund und die Hochschule Stralsund möchten ihre bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit erweitern und unterzeichneten dazu eine neue Kooperationsvereinbarung. Beide Institutionen beabsichtigen, die bisherige Studienberatung weiter zu intensivieren und zusätzliche Interessenkreise einzubeziehen.

Schon viele Jahre arbeiten die Arbeitsagentur Stralsund und die Hochschule Stralsund erfolgreich und vertrauensvoll zusammen, jetzt möchten beide Institutionen in Anbetracht der Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, sich wandelnder Berufsmöglichkeiten und Anforderungen ein neues Kapitel aufschlagen. Dabei hatte sich die bisherige gemeinsame Arbeit als so fruchtbar erwiesen, dass nun die rechtliche Grundlage geschaffen werden soll, neue Wege zu gehen und innovative Projekte zu gestalten. Für die Bundesagentur für Arbeit steht dabei die sogenannte „Lebensbegleitende Berufsberatung“ im Mittelpunkt. Deren Ziel ist es, junge Menschen zum Start ins Erwerbsleben mit beruflicher Orientierung und Beratung zu unterstützen und sie präventiv auf den Strukturwandel und veränderte Rahmenbedingungen am Arbeits- und Ausbildungsmarkt vorzubereiten.

Bereits die Studienberatung und die so genannte Abbrecherberatung sollen Menschen dabei unterstützen, das passende Studienfach oder den geeigneten Berufsweg für sich zu finden. Doch auch Berufstätige oder Menschen in beruflicher Neuorientierung könnten in innovative Projekte eingebunden werden. Vor allem sollen aber Schülerinnen und Schülern größere Möglichkeiten geboten werden, sich zu informieren und spezifisch beraten zu lassen, beispielsweise mit gemeinsamen Veranstaltungen zur Berufsorientierung. Hier bietet sich an, die Stralsunder Unternehmens-, Praktikanten- und Absolventenbörse SUPA als eine der größten regionalen Firmenkontaktmessen Mecklenburg-Vorpommerns gemeinsam auszubauen und bekannter zu machen.

„Die Hochschule hat genauso großes Interesse wie die Agentur für Arbeit, dass besonders junge Menschen die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt entdecken und gezielt angehen können. Wir vermeiden damit gemeinsam unnötige Extraschleifen und Frust“, stellt Prof. Dr. Petra Maier, Rektorin der Hochschule Stralsund, fest.

Prof. Dr. Petra Maier unterzeichnete zusammen mit Dr. Jürgen Radloff, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund, dem operativen Geschäftsführer Dirk Hausweiler und der Beauftragten für Transfer und Kooperation der Hochschule, Eva-Maria Mertens, sowie Ute Harder, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit, die neue Kooperationsvereinbarung.

„Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Fachkräfteengpässe ist es uns ein großes Anliegen, die Zusammenarbeit mit allen regionalen Akteuren auf dem Arbeitsmarkt zu intensivieren“, so Dr. Radloff. „Die Hochschule Stralsund ist dabei ein besonderer Partner. Denn der Ausbildung des akademischen Nachwuchses kommt eine besondere Bedeutung zu.“
  

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