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Home Sonderthemen Wismar Frauen versorgen Gemeinde Hohenkirchen mit Schutzmasken
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09:31 04.05.2020
Nähen in der Gemeinde Hohenkirchen für den guten Zweck: Juliane Betz, Verena Mummert (an der Nähmaschine) und Christiane Paul (v.l.). Foto: Karina Stenker

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Hohenkirchen,

heute möchten wir Ihnen drei junge Frauen unserer Gemeinde einmal näher vorstellen. Es handelt sich um Christiane Paul und Juliane Betz aus Hohenkirchen und Verena Mummert aus Wahrstorf. Alle drei nähen seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ehrenamtlich Mundschutzmasken. Alle drei haben Familie mit Kindern, die momentan nicht in die Kita oder die Schule können, außerdem sind sie auch beruflich eingespannt. Trotzdem sitzen sie fast an jedem Abend zu Hause und nähen jede ca. 20 Masken. Dafür gebührt Ihnen unser großer Dank.

Wie hat alles angefangen?

Über einen Facebook-Aufruf eines Pflegedienstes, der dringend Masken benötigte, haben die Frauen, die sich entweder über ihre Kinder kannten oder verwandtschaftlich verbunden sind, zusammengefunden und beschlossen, ihre Nähkenntnisse in den Dienst der guten Sache zu stellen. Zu den „Näherinnen“ gehören noch drei Frauen aus anderen Gemeinden und viele Helfer, die Stoffe zuschneiden, waschen und bügeln oder Bänder häkeln, wenn das Gummi, das für die Masken benötigt wird, ausgegangen ist.

Insgesamt haben die Frauen bis heute etwa 1700 Masken genäht. Abnehmer sind Pflegedienste, Pflegeheime, das Hospiz, die Feuerwehr Hohenkirchen und Privatpersonen. Finanziert wird das Material vor allem über Spenden. Auch unsere Gemeinde hat bereits 200 Euro gespendet und aus der Seniorenkasse gab es 50 Euro. Natürlich sind die Masken kein Garant dafür, dass wir, wenn wir sie tragen, uns nicht infizieren können. Wir sollten diese Masken tragen, um andere Mitbürger nicht anzustecken, denn keiner von uns kann ohne Test sagen, dass er wirklich gesund ist. Also tragen wir die Masken aus Respekt den Anderen gegenüber.

Viele von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, werden sich aber nun fragen, wo bekomme ich denn eine derartige Maske her, denn in den Apotheken sind Schutzmasken schon seit Wochen ausverkauft. Folgendes Angebot möchten wir Ihnen heute machen:

Alle Seniorinnen und Senioren der Gemeinde Hohenkirchen erhalten eine von unseren „Näherinnen“ angefertigte Maske kostenlos. Selbiges gilt für Schülerinnen und Schüler der Gemeinde. Schüler der Schule Proseken erhalten diese über die Schule, Schüler der Gemeinde, die eine andere Schule besuchen, wenden sich bitte an die unten aufgeführte Telefonnummer.

Alle weiteren Einwohner können Masken zu einem Kostenbeitrag von 4 Euro erwerben. Für alle Interessenten gilt: Melden Sie sich montags bis freitags zwischen 17 und 18 Uhr unter Tel. 038428/603 33 bei Karina Stenker in Hohenkirchen. Sie nimmt die Bestellung entgegen und informiert, wann die Masken bei ihr abgeholt werden können. Bei Bedarf bringt sie den Seniorinnen und Senioren die Masken auch nach Hause. Sollte Frau Stenker einmal doch nicht erreichbar sein, sprechen Sie bitte auf den Anrufbeantworter.

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner, für uns alle ist die momentane Situation völlig neu und sie traf uns ganz unvorbereitet. Wir werden täglich über die Medien mit vielen Informationen versorgt und der ein oder andere weiß vielleicht gar nicht, wie man sich nun wirklich verhalten sollte. Sollten Sie also Fragen haben oder Hilfe benötigen, stehen wir vom Sozialausschuss der Gemeinde Ihnen gerne zur Seite. Auch hier melden Sie sich unter der genannten Telefonnummer.

Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit und bitte bleiben Sie gesund! Sozialausschuss der Gemeinde Hohenkirchen


„Unsere Geduld wird sich auszahlen“

Das Land hat in den vergangenen Wochen gezeigt, dass bei aller Hektik am Ende das Miteinander und gegenseitige Rücksichtnahme wesentlicher Bestandteil unseres Lebens sind. Dass wir uns darauf besinnen können und auch harte Einschränkungen mit kreativen neuen Ideen und Wegen ertragen und meistern können, haben wir bewiesen. Wie in der Schule haben wir jeden Tag Neues gelernt, Versuche unternommen und daraus Schlüsse gezogen. Seit 20. April läuft eine neue Phase, in der wir Erlerntes testen müssen, um herauszufinden, ob wir bereit sind, z. B. die Abstandsregeln im Alltag zu leben ohne dass es Auflagen dafür gibt. Nur wenn wir die neuen Verhaltensregeln verinnerlichen, werden wir wieder weitgehend uneingeschränkt leben können. Es ist sicherlich schwer, weiter Geduld zu haben, insbesondere, wenn andere schon wieder Lockerungen erfahren und man selbst noch warten muss. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass sich ein wenig weitere Geduld auszahlt und wir so in den nächsten Wochen Schritt für Schritt wieder selbstbestimmter werden können und die vielen neuen Verordnungen gelebte Praxis ansehen werden. Wir sind jetzt rund sechs Wochen in dieser Situation, bis Pfingsten sind es noch fast vier Wochen.

Behalten Sie den Mut und genießen Sie das Frühjahr! Jan van Leeuwen

Aktueller Tipp: Stoffmasken richtig reinigen

Seit 29. April gilt in Mecklenburg-Vorpommern die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. Viele tragen selbst genähte Masken, die sie mehrmals verwenden können.

Damit die Masken ihren Zweck erfüllen, sollten Träger sie nach jedem Gebrauch waschen. Um Keime abzutöten, sind mindestens 60 Grad Celsius mit einem Vollwaschmittel in der Waschmaschine zu empfehlen. Wer nicht ständig die Maschine anschalten möchte, kann die Maske auch mindestens fünf Minuten lang in kochendes Wasser legen, zum Beispiel in einem Topf auf dem Herd. Manche Virologen raten auch zum Bügeln: Hier darauf achten, dass der Stoff und die Nahtstellen richtig heiß werden. Von einer Reinigung im Backofen oder in der Mikrowelle raten viele Experten ab. Insbesondere bei Masken mit Drahtbügeln besteht hier die Gefahr von Funkenflug oder einem Verbrennen des Stoffs. Sind nach dem Waschen Risse oder Beschädigungen zu erkennen, die Maske nicht wiederverwenden.

Übrigens: Vor dem Auf- und nach dem Absetzen gründlich die Hände waschen, damit die Maske keimfrei bleibt, und sie möglichst nur an den seitlichen Gummibändern anfassen!

Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung

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