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Home Sonderthemen Grimmen Gesundheitsbewusstes Engagement für die Mitarbeiter zahlt sich aus
13:25 24.03.2020
Vor zwei Jahren erhielt Danilo Wiehler den Gesundheitspreis des BVMW. Foto: Rainer Junold (BVM)

Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, bedarf es qualifizierter, gesunder und motivierter Mitarbeiter. Gesundheit spielt im Arbeitsleben eine ebenso große Rolle wie im Privaten. Immer mehr Arbeitgeber erkennen den Zusammenhang zwischen Gesundheit und Leistungsfähigkeit und versuchen, ihren Mitarbeitern ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das ihrer Gesundheit dienlich ist. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) hat in vielen Betrieben Einzug gehalten, wenn auch längst nicht in allen. Der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, Unternehmer für dieses Thema zu sensibilisieren und jene, die mehr für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter tun wollen, zu beraten und bei der Umsetzung ihrer Ideen zu begleiten.

„Ich möchte ein vernünftiger, sozialer, familienfreundlicher Arbeitgeber sein, bei dem man alt werden kann“, sagt Danilo Wiehler, Inhaber der Wiehler Textilfabrik in Bentwisch, wie selbstverständlich. Eine tiefsinnige Aussage, die er nicht nur so daherredet, sondern jeden Tag in seinem 62 Mitarbeiter zählenden Unternehmen lebt – und das erfolgreich seit vielen Jahren.
 

Dem BGM hat sich Danilo Wiehler seit Jahren verschrieben. Aus diesem Grund gibt es eine Kantine für die Mitarbeiter, in der gesundes, ausgewogenes Essen frisch auf den Tisch kommt. Auf dem Speiseplan stehen viel gedünstetes Gemüse, eine gute Mischung aus Fisch und Fleisch, frisch gekochter Nachtisch und eine Salatbar. Das Mittagessen ist für die Mitarbeiter komplett kostenlos. Eigens für sie wurde auch ein Fitnessraum eingerichtet. Einmal im Monat kann jeder manuelle Therapie in Anspruch nehmen, besonders wichtig für jene Kollegen, die bei der Arbeit einseitiger Belastung ausgesetzt sind. Außerdem gibt es fünfmal in der Woche Betriebssport. Das alles innerhalb der Arbeitszeit.

Doch damit nicht genug: Aus- und Weiterbildung wird groß geschrieben und vom Betrieb finanziert. Auf Schicht- und Wochenendarbeit wurde verzichtet, weil sie nicht familienfreundlich sei. „Wir haben als produzierender Betrieb im vergangenen Jahr sogar die flexible Arbeitszeit eingeführt und damit eine Art Vorreiterrolle eingenommen“, so Danilo Wiehler. Einerseits gibt es eine Kernarbeitszeit, andererseits aber so viel persönlichen Spielraum, dass der Arbeitnehmer die Arbeitszeit seiner privaten, familiären Situation anpassen kann. Die Mitarbeiter sind dadurch ausgeglichener. Kürzlich wurde sogar auf Anregung einer Abteilung die 4-Tage-Woche getestet. Vor- und Nachteile befinden sich derzeit in der Auswertung. „Unsere Krankenstände haben sich im Laufe der Zeit verringert, die Mitarbeiter sind motiviert, wir haben eine geringe Fluktuation und keinen Fachkräftemangel. Außerdem verzeichnen wir eine deutliche Steigerung der Qualität und der Kundenorientierung. Und: Wir haben ein gutes Betriebsergebnis“, erläutert Danilo Wiehler stolz.

Dieses gesundheitsbewusste Engagement für die Belegschaft wurde vor zwei Jahren mit dem Gesundheitspreis des BVMW ausgezeichnet – konkret mit dem Sonderpreis für besonderes Engagement in Kleinunternehmen. „Die Textilfabrik Wiehler gehört wirklich zu den Vorzeigebetrieben. Es ist erstaunlich, was alles möglich ist, wenn die Unternehmensleitung es will“, ist auch Rainer Junold, Pressereferent des BVMW in MV, von dem Engagement begeistert. Es gehe schließlich in Zeiten des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels darum, die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter hoch zu halten. „Ist die Belegschaft gesund, ist es auch das Unternehmen“, so Junold.

Ein Gedanke, der auch in der Unternehmensgruppe Eggert mit ihren 207 Mitarbeitern in acht Autohäusern seit langem Fuß gefasst hat. Seit Jahren werden in Kooperation mit gesetzlichen Krankenversicherungen verschiedene Seminarreihen aufgelegt. Einmal im Jahr gibt es in den Autohäusern vor Ort einen festen Termin für eine bestimmte Gesundheitsvorsorge. Im vergangenen Jahr wurde allen interessierten Mitarbeitern eine Gang-Analyse angeboten. In diesem Jahr wird sich gemeinsam mit einem Facharzt dem Thema Haut gewidmet. Als weiteren Baustein hat die Unternehmensgruppe Eggert seit 2019 zusammen mit der Allianz für alle eine betriebliche Krankenversicherung organisiert. Sämtlich Vorsorgeaufwendungen werden den Mitarbeitern erstattet. Sparen können diese dabei enorm beim Zahnersatz. „In der Gesundheitsvorsorge bieten wir unseren Mitarbeitern damit einen echten Vorteil“, schätzt Prokuristin Yvonne Seitz ein. Alles im Interesse der Gesundheit der Mitarbeiter. Von Elke Rüster


Aufeinander achten: In der Familie sorgt man eher für einen gemeinsamen gesunden Lebensstil. Foto: djd/Weleda
Aufeinander achten: In der Familie sorgt man eher für einen gemeinsamen gesunden Lebensstil. Foto: djd/Weleda

Familie, Freunde, Lebensgemeinschaften – für die meisten von uns Dreh- und Angelpunkt im Leben. „Soziale Beziehungen sind das, was uns ausmacht und uns Menschen zusammenhält“, erklärt Prof. Dr. Sonia Lippke, Leiterin der Abteilung Gesundheitspsychologie und Verhaltensmedizin an der Jacobs University Bremen. Welche Bedeutung dies für unsere Gesundheit hat und wohin sich die Gesellschaft hinsichtlich familiärer Werte entwickelt, hat die Weleda Trendforschung 2019 in einer repräsentativen Forsa-Erhebung unter mehr als 1000 Deutschen ermittelt.

Viele Menschen sind einsam

Eine Mehrheit von 60 Prozent meint, dass die Bedeutung der Familie in den letzten Jahren „etwas“ bis „stark“ abgenommen hat. Lediglich die jüngste Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen sieht die Entwicklung weniger pessimistisch. Besonders das Thema Einsamkeit beschäftigt viele. So fürchten 69 Prozent das Alleinsein im Alter, bei den 30- bis 44-Jährigen sind es sogar 75 Prozent. Einsamkeit wird bereits aktuell als Herausforderung gesehen: Jeder fünfte Deutsche fühlt sich mindestens einmal pro Woche einsam. Dies trifft vor allem die Jüngeren unter 30 Jahren mit 41 Prozent.

Eine positive Trendwende scheint ersichtlich: 53 Prozent der Jüngeren ist ein gutes Work-Life-Verhältnis, das mehr Zuwendung zum engsten Umfeld ermöglicht, viel wichtiger als älteren Befragten. Prof. Lippke bestätigt die Bedeutung enger Beziehungen: „Sie sind die Grundlage für soziale Unterstützung – diese nimmt direkt und indirekt Einfluss auf die körperliche und psychische Gesundheit. Das kann vor allem Stress abpuffern: Bei Belastungen helfen Freunde, mit Stress besser umzugehen und Stressoren zu überwinden.“

Natürliche Unterstützung

Die Umfrage zeigt auch die Relevanz sozialer Bindungen für die Gesundheit: 72 Prozent der Personen, die in einer Familie leben, achten auf einen gesunden Lebensstil durch ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung sowie wahrgenommene Vorsorgeuntersuchungen. Dabei sind Frauen die (Gesundheits-)Managerinnen. Beim Kauf rezeptfreier Medikamente ist es 74 Prozent der Deutschen sehr wichtig, dass diese die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen, und 59 Prozent, dass sie Wirkstoffe aus der Natur enthalten – wie etwa bei stressbedingten Beschwerden.

Schön, wenn die Geborgenheit von Familie und Freunden zusätzlich zur Genesung beiträgt. djd


Am Tag auch mal entspannen können, in der Nacht gut schlummern – so lassen sich Zeiten mit hoher Belastung besser bewältigen. Foto: iStockphoto
Am Tag auch mal entspannen können, in der Nacht gut schlummern – so lassen sich Zeiten mit hoher Belastung besser bewältigen. Foto: iStockphoto

Es gibt Menschen, die anscheinend immer in sich selbst ruhen und an denen Anspannung und Hektik nahezu spurlos vorübergehen. Viele andere jedoch können andauernde berufliche oder familiäre Belastungen nur schwer verarbeiten. Sie fühlen sich gehetzt, gereizt, rastlos, können nicht mehr „runterkommen“. Das schlägt nicht nur aufs Gemüt, sondern beeinträchtigt oft auch den Schlaf.

Untersuchungen in den westlichen Industrieländern zeigen, dass 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung nicht so schlafen, wie sie es sich wünschen.

Schwerwiegende Folgen durch Schlafmangel

Wenn aber die erholsame Nachtruhe ausbleibt, kann dies schwerwiegende Folgen haben: Übermüdete Menschen sind weniger leistungsfähig, unkonzentrierter, werden eher übergewichtig und öfter krank. Auch Ängste und Depressionen sind häufige Begleiterscheinungen. Umso wichtiger ist es, gezielt gegen Anspannung und Schlafstörungen anzugehen. Herkömmliche Mittel, die in der Praxis oft verordnet werden, können jedoch zur Abhängigkeit führen und unerwünschte Nebenwirkungen entfalten, wie Tagesmüdigkeit, Gangunsicherheit oder Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit. Darum sind sanfte, aber effektive Alternativen gefragt.

Bei Unruhezuständen und nervös bedingten Einschlafstörungen haben sich pflanzliche Kombinationsarzneimittel bewährt. „Phytostar Baldrian Melisse Passionsblume“ beispielsweise vereinigt gleich drei bekannte Extrakte, die in langjähriger Anwendung ihre Wirksamkeit gezeigt haben. Schon früheren Generationen war zum Beispiel bekannt, dass Baldrian nachweislich die Einschlafzeit verkürzt und die Schlafqualität auf Dauer verbessert. Der Clou: Baldrian kann zwar beruhigend und angstlösend wirken, auf der anderen Seite aber auch die Konzentration und Leistungsfähigkeit fördern. Deshalb wird er ebenfalls zur Entspannung am Tage geschätzt.

Melisse dient zur Linderung leichter Stresssymptome und als mildes Schlafmittel. Und das Passionsblumenkraut unterstützt diese Kombination mit seinen beruhigenden und angstlösenden Eigenschaften.

Stress gezielt reduzieren

Zusätzlich sollten dauergestresste Menschen grundsätzlich ihren Lebensstil anpassen. Wichtig ist die richtige Balance zwischen Beruflichem und Privatem. Als effektiv haben sich zudem bestimmte Entspannungstechniken erwiesen – ganz besonders die Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction – MBSR). Viele Krankenkassen bieten hierfür Kurse an und es gibt auch zahlreiche Bücher und CDs zum Thema. djd

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