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06:36 01.05.2021
Prof. Dr. Holger Willenberg Foto: Unimedizin
Wockenfuß Hörakustik

Frühlingsgefühle sind kein Mythos, davon ist Prof. Dr. Holger Willenberg, Leiter der Sektion für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen der Unimedizin Rostock, überzeugt: „Werden die Tage länger, werden die Menschen auch aktiver. Mit zunehmendem Licht produziert der Körper vermehrt Neurotransmitter; die Wärme führt zu niedrigeren Spiegeln des so genannten Metanephrins. Im Zusammenspiel bewirkt dies eine leichte Euphorie.“

Das Sonnenlicht wirkt sich also positiv auf die menschliche Psyche aus. Hinzu kommt, dass die Menschen sich länger draußen aufhalten und geselliger werden. All diese Faktoren verstärken die Wirkung von Sexualhormonen, die eine frühlingshafte Wonne empfinden lassen.

Bei manchen Menschen tritt hingegen „Frühjahrsmüdigkeit“ ein. Auch dafür bereiten hormonelle Umstellungen den Weg. Im Winter, wenn es länger dunkel ist, wird das Schlafhormon Melatonin vermehrt ausgeschüttet. Das Ungleichgewicht von Serotonin und Melatonin bei länger werdenden Tagen macht zusammen mit dem leichten Sinken von Stresshormonen manch einen müde. Der Körper braucht vier Wochen, um sich daran zu gewöhnen. „Da helfen viel frische Luft, Bewegung und wenig Sitzen, gerne auch Wechselduschen und leichte Kost.“

Manche Menschen glauben nicht an saisonale Veränderungen: Künstliches Licht, Schichtarbeit und Klimaanlagen würden die Einflüsse des Frühlings aufheben. „Wie dem auch sei, eines ist klar: Hormonelle Zyklen gehen wie natürliche Uhren, die durch Tag und Nacht, Bewegung und Essen sowie durch Licht und Temperatur gestellt werden“, so der Endokrinologe.
      

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