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Home Sonderthemen Mecklenburg Förderung für Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen
13:59 12.11.2020
Bastian Riesebeck, Projektleiter der Förderberatung am Leea in Neustrelitz. Foto: Leea GmbH

Herr Riesebeck, was ist Ihre Aufgabe als Projektleiter bei der Förderberatung?
Als Projektleiter für das Projekt „Förderberatung zu Energie- und Klimaschutzprogrammen insbesondere des Bundes und der EU“, gefördert aus Mitteln der europäischen Union, berate ich potenzielle Antragsteller zu den verschiedenen Fördermöglichkeiten, passend zu ihrem Projekt. Zudem gebe ich Hinweise, worauf zu achten ist und in welcher Reihenfolge das Projekt angegangen werden sollte.

Damit nicht der zweite Schritt vor dem ersten kommt, ist es sinnvoll, sich frühzeitig an uns zu wenden. Die Beratung ist unabhängig und kostenfrei.

Mit welchen Anliegen wenden sich die Menschen an Sie?
Das ist ganz unterschiedlich. Einige erfahren aus den Medien von den Umwelt- und Klimaproblemen und wollen sich aktiv an Maßnahmen beteiligen. So ist z.B. die aufkommende E-Mobilität in diesem Jahr ein großes Thema. Wer sich mit dem Thema näher befasst, ist schnell bei dem Gedanken, das eigene Auto mit umweltfreundlichem PV-Strom vom eigenen Dach zu laden. Andere hören von guten Förderbedingungen für Heizungsanlagen und wollen sich zu möglichen Varianten und Konzepten zu dem Thema näher informieren.

Aber nicht nur Privatpersonen, sondern auch Firmen oder Kommunen fragen nach Förderungen für Effizienzsteigerung oder Quartierskonzepte.

Ein Besuch der Homepage macht deutlich, wie umfangreich dieses Thema ist. Wie behält man dabei den Überblick?
Ja, es gibt sehr viele Fördermaßnahmen in diesem Bereich. Die Auswahl der Fördermittel ergibt sich dann aber aus der Art der Maßnahme und daraus, wer Antragsteller ist. Je nachdem bleiben einzelne Förderprogramme übrig. Aber jede Maßnahme ist anders, sodass die Randbedingungen immer speziell erörtert werden müssen und erst danach passende Programme ausgesucht werden können.

Welche Entwicklung im letzten Jahr sehen Sie als besonders zielführend in Bezug auf den Klimaschutz? Wo sollte unbedingt noch nachgesteuert werden?
Mit dem Jahr 2020 wurden Fördermaßnahmen von KfW und BAFA entscheidend verbessert. So sind zum Teil bis zu 45% Förderung für neue Heizungsanlagen möglich. Gegenwärtiges Ziel ist es, die Anzahl der fossilen Energieträger Stück für Stück weiter zu senken. So wird die Entsorgung von alten Öl-Heizungen zusätzlich gefördert, wenn auf regenerative Energien gesetzt wird. Der alleinige Einbau von Gasheizungen ohne regenerativen Anteil wird nicht mehr gefördert.

Um die Klimakrise abzuwenden, müssen wir zukünftig von allen fossilen Energieträgern weg. Das heißt, kein Öl und Erdgas mehr. Und das wird sich die nächsten Jahre wahrscheinlich auch weiter in den Fördermaßnahmen widerspiegeln. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist die ab 2021 kommende CO2-Steuer auf alle fossilen Energieträger.

Worauf ist bei der Beantragung von Fördergeldern am meisten zu achten?
Wichtig ist es, sich das Gesamtkonzept vor Antragstellung zu überlegen und darauf aufbauend die Angebote von den ausführenden Firmen einzuholen. Diese Angebote sollten auch alle damit verbundenen und nötigen Umfeldmaßnahmen enthalten, da diese oftmals mitgefördert werden. Die Angebote werden dann vor Vertragsabschluss beim Fördermittelgeber eingereicht. Wenn vor dem Fördermittelbescheid mit der Maßnahme begonnen wird, sind oftmals bestimmte Förderungen ausgeschlossen.

Die jetzigen Förderungen legen viel Wert auf die Qualität der ausgeführten Maßnahmen. Daher wurden für die Sanierungen energetische Mindeststandards festgelegt und bei Fördermaßnahmen über die KfW ist zudem eine bei der KfW zugelassene Baubegleitung mit einzubeziehen. Was aus meiner Sicht auch Sinn macht, da gerade bei der Gebäudehülle in der Ausführung gravierende Fehler gemacht werden können.

Überwiegend läuft die Förderung der Haustechnik über BAFA-Programme und energetische Programme der Gebäudehülle über die KfW. Was viele scheinbar nicht im Blick haben, ist, dass die KfW nicht nur mit günstigen Krediten fördert, sondern auch mit Tilgungszuschüssen von bis zu 40%.


Zu beachten ist auch, dass bei fast allen Maßnahmen ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage durch ein Fachunternehmen gefordert ist. Hier sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass dieser auch wirklich ausgeführt wird und nicht nur auf dem Papier steht, denn dadurch lassen sich bis zu 15% Energie sparen. Besonders wirkt sich das bei Gas-Brennwertgeräten und Wärmepumpen aus.

Interessiert Sie das Thema auch privat?
Ja, ich habe privat vor zehn Jahren einen Altbau energetisch saniert und dafür auch Förderungen in Anspruch genommen. Schon damals stand für mich fest, das fossile Energien nicht mehr in Frage kommen.

Haben Sie selber Erfahrungen mit Antragstellungen?
Ich berate für den Bereich der energetischen Sanierung von Gebäuden und versuche die passenden Maßnahmen zugeschnitten auf das Objekt zu finden. Eine direkte Unterstützung in der Antragstellung wird durch das Projekt nicht geleistet. Daher habe ich diesbezüglich keine aktuellen Erfahrungen. Hier ist es am sinnvollsten, wenn sich der Antragsteller über entsprechende Hotlines direkt an die Fördermittelgeber wendet.

Wie sind Sie zur Förderberatung gekommen?
Ich habe an der Fachhochschule technische Gebäudeausrüstung studiert und mich schon immer für den energetischen Bereich der Gebäude interessiert. Mit einer Weiterbildung zum Gebäudeenergieberater vor 13 Jahren habe ich auch meine Kenntnisse im hochbaulichen Teil erweitern können. Und so kam ich in das ehemals durch Jens Kiel geführte Projekt. Ich fühle mich hier fachlich und persönlich sehr gut angekommen und sehe meine berufliche Zukunft darin, die Energiewende zu unterstützen.

Wer nimmt Ihre kostenfreie Beratung in Anspruch?
Ich habe überwiegend Anfragen von privaten Personen, aber auch Unternehmen und Kommunen sind mit dabei. Viele Anfragen kommen zum Thema Photovoltaik in Verbindung mit Ladestationen für Elektroautos. Ein weiterer großer Part sind Anfragen zur Umstellung der alten Öl-Heizungsanlagen, aber auch Wärmedämmmaßnahmen oder LED-Beleuchtungen.

Wie weit geht Ihre Beratungstätigkeit?
Wer seine Immobilie energetisch sanieren möchte, dem empfehle ich, die kostenlose Beratung durch unser Projekt in Anspruch zu nehmen. Denn viele Fördermaßnahmen müssen vor der Ausführung beantragt werden. Ich gebe Tipps und Hinweise, was ausgeführt werden sollte und mit welchen Förderprogrammen dies machbar ist. Zudem verweise ich auf weitere Ansprechpartner, um seinem Ziel näher zu kommen.

Worin sehen Sie den Sinn Ihrer Arbeit?
Momentan stehen wir an einem Wendepunkt in der Energiewirtschaft. Von einem vorrangig fossil geprägten System wechseln wir in den nächsten Jahren hin zu einem regenerativen Energiesystem. Dies stellt eine gewaltige Aufgabe dar. Wenn ich einigen Anfragestellenden auf diesem Weg Unterstützung geben kann, kommen wir diesem Ziel gemeinsam Stück für Stück etwas näher.

Kontakt zum Leea in Neustrelitz

Der Service wird für alle energetischen Maßnahmen im Bereich des Bundeslandes Mecklenburg- Vorpommern angeboten. Das Büro befindet sich im Leea (Landeszentrum für erneuerbare Energien M-V) in Neustrelitz. Ein direkter Besuch ist nach Beendigung der aktuellen Schutzmaßnahmen unter Corona-Auflagen möglich*. Für konkrete Fragen zu dem Thema sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter telefonisch unter 03981 4490-106 erreichbar. Gern können auch Anfragen via E-Mail an projektleitung@foerderung-leea-mv.de gestellt werden.

*Wichtiger Hinweis: Die Einrichtung ist voraussichtlich noch bis zum 30. November für den Besucherverkehr geschlossen.

Altersvorsorge und ein Beitrag für die Zukunft

Die Mecklenburgische Versicherungsgruppe bietet einen neuen Rentenfonds an, in den nur Unternehmen aufgenommen werden, die bestimmte Kriterien in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environment, Social und Governance/ESG) erfüllen. Der neue Fonds richtet sich an Versicherte, die sich für später finanziell absichern und gleichzeitig einen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft leisten möchten. Die Sparbeiträge werden bei dieser Fondspolice nach ökologischen, sozialen und ethischen Aspekten investiert. Firmen bestimmter Branchen und Geschäftsfelder wie die Rüstungsindustrie sind ausgeschlossen. Zusätzlich gilt der Ansatz des sozial verantwortlichen Investments (SRI): Nur die Unternehmen, die im Branchenvergleich die höchsten ESG-Ratings aufweisen, werden in den Fonds aufgenommen. So werden höhere Renditechancen mit der Investition in Nachhaltigkeit vereint.

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