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Home Sonderthemen Rügen Firmenwagen: Fahrtenbuch oder 1-Prozent-Lösung?
13:16 05.02.2020
Das Führen eines Fahrtenbuchs oder die 1-Prozent-Regel? Steuerberater helfen bei der passenden Lösung. Foto: D. Holan

Wer seinen Firmenwagen auch privat nutzt, muss diesen versteuern. Hierbei stehen zur Wahl das Fahrtenbuch und die 1-Prozent-Lösung. Eine Änderung der Abrechnungsmethoden ist meist nur zum Jahreswechsel möglich. Die individuell bessere Besteuerung kann bis zu mehreren tausend Euro im Jahr sparen helfen.

Ein Firmenwagen ist nur dann im steuerlichen Sinn ein Firmenwagen, wenn er zum Betriebsvermögen der Firma gehört. Das ist der Fall, wenn das Fahrzeug von einer Kapitalgesellschaft (AG, GmbH, UG) angeschafft wird und dem Geschäftsführer oder einem anderen Arbeitnehmer zur Verfügung steht oder das Fahrzeug von einem Selbstständigen, Freiberufler, Einzelunternehmer oder Gesellschafter einer Personengesellschaft zu mehr als 50 Prozent geschäftlich genutzt wird. In dem Fall sind alle Kosten des Firmenwagens (wie AfA, Versicherungen, Unterhalt, Reparatur und Kraftstoff) Betriebsausgaben. Die Firma kann dann die für den Dienstwagen gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer ansetzen. In den meisten Fällen nutzen selbstständige Unternehmer ihren Firmenwagen aber auch privat und müssen ihn deswegen versteuern. Der Firmenwagen muss laut Finanzamt übrigens „angemessen“ sein und der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens entsprechen.
        

1-PROZENT-REGEL: BEQUEM, NICHT IMMER BESTE LÖSUNG

Wer sich bei der Besteuerung der Privatfahrten mit dem Firmenwagen für die „pauschale Bestimmung des privaten Nutzungswertes“ (1-Prozent-Methode) entscheidet, muss für die privaten Fahrten monatlich ein Prozent des inländischen Listenpreises inklusive Umsatzsteuer (Bruttolistenpreis) als geldwerten Vorteil versteuern. Als Listenpreis gilt die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers zuzüglich Umsatzsteuer zum Zeitpunkt der Erstzulassung, abgerundet auf volle 100 EUR. Für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind zusätzlich 0,03 Prozent des inländischen Bruttolistenpreises des Firmenwagens pro Kilometer und Monat fällig. Damit sind sämtliche Privatfahrten wie Urlaubs- oder Heimfahrten (z.B. zum Mittagessen) abgegolten; eine Ausnahme bilden Familienheimfahrten bei doppelter Haushaltsführung. In den ersten beiden Jahren ist eine pro Woche steuerfrei; danach müssen alle versteuert werden. Als geldwerter Vorteil werden 0,002 Prozent des Bruttolistenpreises je Entfernungskilometer angesetzt.

Seit 2019 wird der private Nutzungsanteil für den E-Firmenwagen nicht mehr mit einem Prozent, sondern nur noch zu 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises mit Lohnsteuer belastet (Erstzulassung zwischen 1.1.2019 und 31.12.2030). Die mit 0,03 Prozent besteuerten Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte werden ebenfalls günstiger, da der Bruttolistenpreis als Bemessungsgrundlage bei E-Firmenwagen nur zur Hälfte angesetzt wird.

DAS FAHRTENBUCH: AUFWENDIG, ABER GENAU

Das Fahrtenbuch muss einige Mindestangaben enthalten. Hier ist das Finanzamt sehr streng. Zu Beginn und Ende jeder dienstlichen Fahrt sind Datum, Kilometerstand, Reiseziel, bei Umwegen die Reiseroute, Reisezweck und Kontakt des aufgesuchten Geschäftspartners zu notieren; bei privaten Fahrten reicht es, die Kilometer zu vermerken. Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte genügt ein Vermerk. Auch Familienheimfahrten gehören separat aufgezeichnet.

Das Finanzamt achtet bei der Prüfung von Fahrtenbüchern vor allem auf vollständige und unveränderbare Einträge. Excel-Tabellen werden nicht anerkannt, da die Einträge keinen Zeitstempel haben und die Unveränderbarkeit somit nicht gewährleistet ist. Wer Fahrtenbücher in Papierform führt, muss darauf achten, dass Änderungen immer klar nachvollzogen werden können. Einträge dürfen durchgestrichen und neu erstellt werden; Leerzeilen darf es nicht geben. Außerdem muss das Buch in gebundener Form vorliegen, Einzelblätter sind nicht zulässig. Der Vorteil elektronischer Fahrtenbücher ist die automatische Aufzeichnung.
       

Info: Wird übrigens während eines Jahres ein neues Fahrzeug angeschafft, kann ausnahmsweise auch unterjährig die Besteuerungsmethode geändert werden.

Wer auf seinem Konto Geld vorfindet, auf das er keinen Anspruch hat, muss es zurückzahlen. Dies hat das Amtsgericht München entschieden (Urteil vom 16. Januar 2019, Az. 122 C 19127/18).

Worum ging es bei Gericht? Ein Rentner entschied sich für ein PC-Angebot mit der kürzesten Laufzeit. Dafür musste er 25 Euro überweisen. Nach Anweisung des Anrufers führte er verschiedene Schritte auf seinem PC aus. Am Ende stellte er fest, dass von seinem Konto nicht 25, sondern 4000 Euro verschwunden waren. Das Geld kam auf dem Konto eines 82-Jährigen an, der sich weigerte, es zurückzugeben. Seine Begründung: Er sei selbst mit den angeblichen Microsoft-Mitarbeitern in Kontakt gewesen, die ihm 359,90 Euro abgenommen hätten. Ihm sei auch ein erheblicher Schaden durch das Ausspähen seiner Daten entstanden. Bei einem erneuten Anruf der Betrüger habe er ihnen mit der Polizei gedroht, woraufhin ihm diese eine Entschädigung angeboten hätten – in Höhe von 4000 Euro.

Das Urteil: Das Münchner Amtsgericht verurteilte den 82-Jährigen dazu, das Geld zurückzuzahlen: Der 77-Jährige habe nur 25 Euro als Kaufpreis für einen Internetschutz überweisen wollen. Der 82-Jährige habe ihm diesen aber nicht verkauft und er habe auch sonst keinen Anspruch auf die 4000 Euro. Was der 82-Jährige mit Dritten besprochen habe, die ebenfalls keinen Anspruch auf diesen Betrag hätten, sei nicht von Belang.

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