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Home Sonderthemen Wismar Feuerwerk krönt „Wiener Nacht“ auf Schloss Bothmer
18:44 28.08.2019
Farbenpracht über Schloss Bothmer: Nach „British Flair“ vor wenigen Wochen ging die Reise dieses Mal nach Österreich: „Wiener Nacht“ lautete das Motto der Festspiele MV, die am 17. August im Garten von Schloss Bothmer gastierten. Den krönenden Abschluss einer gelungenen Veranstaltung bildete um 22 Uhr das Feuerwerk, das die Fassade von Schloss Bothmer in bunten Farben erstrahlen ließ. Foto: Helmut Strauss

Das war knapp! Kurz bevor Dirigent Alexander Drcar den Taktstock hob, um das Publikum auf der großen Parkwiese von Schloss Bothmer mit dem Radio- Symphonieorchester Wien in die angekündigte „Wiener Nacht“ zu entführen, beschloss man höheren Ortes, die sich lange schon am Himmel tummelnden bleigrauen Wolken nicht bloße Dekoration bleiben zu lassen. Es begann zu regnen! Erfreulicherweise aber nur kurz.

Es hätte die – wie es hieß – rund dreieinhalb Tausend Festspiele-Fans ohnehin nicht abgeschreckt. Denn die hatten selbstverständlich kleidungsmäßig vorgesorgt. Das wurde schon vor dem Abendkonzert bei dem ebenso malerischen wie verpflegungstechnisch teils hochklassigen Massen-Picknick im Grünen wieder deutlich: Hier sind alle Profis, Bange machen gilt nicht!
 

Für den Veranstalter kann solche Verlässlichkeit beruhigend sein; ein Konzertausfall nur wegen Regens? Unwahrscheinlich! Zumal die Protagonisten aus Wien gut geschützt im Trockenen saßen. Als dann nach naturnaher „Freischütz“-Ouvertüre die ersten Mozartklänge in den Himmel stiegen, lächelte dieser sogar wieder und rettete damit den Abend. Wahrscheinlich hatte er die markige Ankündigung des Festspiele-Intendanten Markus Fein gehört, die Wiener Musiker würden sowieso alle Wolken hinwegfegen. Sie haben es getan! Mit Schwung, mit Können, als repräsentative künstlerische Botschafter einer Stadt, die als Musikstadt schlechthin gilt. Das Programm: anspruchsvoll und zugleich angemessen unterhaltsam. Ein flotter Weber zu Beginn, dann Mozarts Glücksfall eines Klarinettenkonzerts (KV 622), das mit dem jungen österreichischen Musiker Matthias Schorn natürlich ideal besetzt war.
 

Nach der Pause eine ebenfalls bestens aufgelegte Harriet Krijgh, die Tschaikowskis Rokoko-Variationen für Violoncello und Orchester op. 33 wieder blendend im Griff hatte, ehe das Orchester mit Schuberts 5. Sinfonie B-Dur D 485 den Abend offiziell beendete – sehr handfest und mit deutlich Beethovenscher Attitüde.

Und dann gab es noch drei echte, regelrecht „fetzig“ präsentierte Wiener Zugaben, deren letzte die passende Begleitmusik zum abschließenden Feuerwerk bildete.Viel Beifall für das vorzügliche Orchester, den Dirigenten und die Solisten! Ein Lob für die Technik, die schon mal vergessen ließ, dass man hier im Freien, also unter akustisch besonderen Bedingungen spielte. Auch Musik-Genießer kamen voll auf ihre Kosten!

Ekkehard Ochs

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