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Home Sonderthemen Bad Doberan E.DIS geht in digitale Zukunft
11:35 29.04.2019
Innenansicht einer digitalisierten intelligenten Transformatorenstation im Mittelspannungsnetz. Foto: JensMichael Salzmann
E.DIS
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Die Digitalisierung der E.DIS-Netze schreitet weiter voran. Während in den zurückliegenden Jahren vorrangig sogenannte Pilotprojekte der Erprobung und Vervollkommnung der Technik dienten, wird im Jahr 2019 mit dem flächendeckenden Einbau von Digitaltechnik begonnen. Dies betrifft insbesondere intelligente Transformatorenstationen im Mittelspannungsnetz. Die E.DIS nimmt mit der Hinwendung zur Digitalisierung die Herausforderung aktiv an, die sich für die Energieversorgung aus dem in dieser Form noch nie dagewesenen Wandel ergeben.

Die entscheidende Neuerung, die letztendlich revolutionäre Änderungen im Netz mit sich bringt, ist die Kommunikations- und Steuerfähigkeit dieser modernen Betriebsmittel. Waren Verteilnetze bis vor wenigen Jahren vor allem für die Versorgung der Haushalte, Gewerbe- und Industriekunden verantwortlich, so spielen sie heute und in Zukunft eine bedeutende Rolle bei der Verwirklichung der Energiewende.

Umfangreiche Investitionen

Es gilt zunehmend, große dezentral aus Wind und Sonne erzeugte Strommengen aufzunehmen. Für die entsprechenden technischen Voraussetzungen wurden in den zurückliegenden Jahren umfangreiche Investitionen getätigt.

Elektroautos, Wärmepumpen und Energiespeicher müssen so gemanagt werden, dass einerseits der Kunde sie optimal nutzen kann, andererseits ein jederzeit sicherer Netzbetrieb gewährleistet wird. Auch für diese neuen Anforderungen sind technische Anpassungen erforderlich. Die für den sicheren Netzbetrieb notwendigen Parameter Stromstärke und Spannung konnten bisher am Leitungsanfang, i. d. R. am Umspannwerk, abgenommen werden. Eine Steigerung von Stromfluss und Spannung war im weiteren Leitungsverlauf physikalisch unmöglich.

Mit dem fortschreitenden Umbau des Energiesystems kommt es bereits heute zu einer gravierenden Veränderung der technischen Parameter entlang der Trasse. So kann sich z. B. der Stromfluss vollständig umkehren. Dies wäre der Fall, wenn der regional produzierte grüne Strom die zeitgleich benötigte Energie der Netzkunden übersteigt. Es wird in so einem Fall also Energie abtransportiert.

Rahmenbedingungen müssen eingehalten werden

Die netztechnische Beherrschung dieser neuen Konstellation bedarf genauer Kenntnisse über die physikalischen Kenndaten entlang der gesamten Trasse. So muss die Spannung in eng definierten Grenzen gehalten werden und der Stromfluss darf eine maximale Größe nicht überschreiten. Nur unter diesen Rahmenbedingungen ist eine sichere und funktionierende Energieversorgung gewährleistet.

Als Schnittstelle zwischen dem Mittel- und Niederspannungsnetz spielen dabei die Transformatorenstationen eine entscheidende Rolle. Sie werden zu Synapsen eines intelligenten Netzes. Die entscheidende Neuerung ist dabei die Ausstattung dieser Stationen mit Kommunikation-, Mess- und Steuertechnik sowie die Nutzung der dort erfassten Daten durch das ebenfalls neu zu errichtende E.DIS-Netzleitsystem. Mit der Kenntnis der konkreten Netzsituation an allen entscheidenden Stellen der Leitung in Kombination mit der Fernsteuerbarkeit der neuen Stationen ist eine optimale Auslastung der Betriebsmittel möglich.

Durch die Fernsteuerbarkeit lassen sich zudem Ausfallzeiten bei Netzstörungen reduzieren, weil durch die eingebaute Technik schnell und unkompliziert auf die Stationen einer gestörten Leitung durch die Netzleitstelle zugegriffen werden kann. Konkret bedeutet dies, dass alle nichtgestörten Abschnitte in kürzester Zeit aus der Netzleitstelle wieder zugeschaltet werden.

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