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Home Sonderthemen Wismar Die Verbindung zu Schweden bewahren
14:55 20.08.2019
Auch 2018 reisten Mitglieder der Deutsch-Schwedischen Gesellschaft nach Kalmar. Foto: Deutsch-Schwedische Gesellschaft

Die Deutsch-Schwedische Gesellschaft Wismar ist nicht einmalig. Es gibt Vereinigungen gleicher Zielsetzung in vielen Städten Deutschlands, auch in Mecklenburg-Vorpommern: Rostock, Stralsund, Sassnitz, Greifswald. In Wismar gibt es zudem weitere binationale Gesellschaften: die Deutsch-Italienische, -Französische, -Norwegische, -Finnische. Sie alle zeigen, wie offen und lebendig die Hansestadt ist – auch insoweit eine würdige Weltkulturerbe-Stadt.

DIE NICHT SICHTBAREN SPUREN AUFFRISCHEN

Und doch ist die Deutsch-Schwedische Gesellschaft Wismar in ihrer Art einmalig. Das ist die Folge einiger Besonderheiten. Die lange Zugehörigkeit Wismars zu Schweden hat Spuren in der Hansestadt hinterlassen: bauliche, mithin sichtbare. Diese sind in den letzten Jahren aufgefrischt worden, was alle erfreut, Besucher und Einwohner gleichermaßen. Wir in der Deutsch-Schwedischen Gesellschaft empfinden es als eine reizvolle Aufgabe, dazu die nicht sichtbaren Spuren der schwedischen Zugehörigkeit im Bewusstsein der Einwohnerschaft aufzufrischen.

Solche Auffrischung des Bewusstseins kann nicht von oben befohlen werden. Der Boden dafür muss von unten bereitet werden. Dieser Geist erfüllte die kleine Gruppe in Wismar und Umgebung beheimateter Menschen, unter ihnen Gerd Zielenkiewitz, Marlis Schmidt und Lisa Reimann, die Anfang 1992 die neu gewonnene Freiheit nutzten, um die Deutsch-Schwedische Gesellschaft Wismar zu gründen. Das war auch der Beginn einer eigenen Entdeckungsfahrt. Denn wer das Interesse an der eigenen schwedischen Vergangenheit wecken und pflegen will, muss zunächst einmal selbst die schwedische Lebensart und Kultur kennen und lieben lernen.

Heute sind wir eine starke Gruppe mit über 100 Mitgliedern. Dabei sind einige, die in Schweden geboren sind (unter anderem die ehemalige Vorsitzende Sophie Köhler und ihr Vorgänger Thomas Forssman), und einige, die lange Jahre in Schweden gelebt haben (zum Beispiel die Vorstandsmitglieder Anja Rübensam, Gunilla Witzke und Kai Woellert), und wiederum einige, die sich schon zu DDR-Zeiten intensiv mit der schwedischen Sprache beschäftigt haben. Zu ihnen gehört das Vorstandsmitglied Jürgen Kleinholz. Er ist neben Günter Drewes, Brit Gundlack, Mathias Podlasly und Katharina Vagt einer von fünf Beisitzern. Den aktuellen Vorstand vervollständigen Olaf Heilig als Vorsitzender, Gunilla Witzke als stellvertretende Vorsitzende und Dr. Kai Woellert als Kassenwart.

DIE KREBS-ESSEN SIND SCHON LEGENDÄR

Aber die meisten unserer Mitglieder sind allein deswegen dabei, weil sie sich von der urtümlichen Entdeckerfreude der Gründungsmitglieder haben anstecken lassen. Die Entdeckerfreude geht einher mit der Freude am Mitteilen, am Darstellen. Bemerkenswertes ist daraus entstanden. Hervorzuheben ist die schwedische Woche von 1994: sieben Tage, prall gefüllt mit Ereignissen, darunter die erste (und bisher letzte) Weltmeisterschaft im Skilanglauf über 50 Meter mitten im Sommer auf dem Marktplatz.

Unsere Krebsessen sind legendär; wohl auch , weil wir dabei die schwedische Schnapsliederkultur (ein Volkskulturgut, das die Schweden zu Recht mit Stolz erfüllt) pflegen und dafür ein eigenes Liederbuch herausgebracht haben, aus dem alle Schnaps-( Spott-)Lieder zweisprachig gesungen werden. Weiter haben wir „Das kleine schwedische Liederbuch“ produziert, das typische schwedische Lieder mit deutscher singbarer Übersetzung enthält.

2003: FESTTAGE ZU EHREN CARL MICHAEL BELLMANS

Hervorzuheben ist auch der Beitrag zum Wismarer Schwedenjahr 2003 (neben dem städtischen Schwedenfest im August): Ende September richteten wir Festtage aus zu Ehren Carl Michael Bellmans, des großen schwedischen Dichters, Liedermachers, Sängers, dessen zauberische Wirkung aus dem 18. Jahrhundert heute noch andauert, auch in Deutschland, und hier so unterschiedliche Künstler angeregt hat wie Carl Zuckmayer, Dieter Süverkrup, Manfred Krug und Nina Hagen.

Unsere jährliche Schwedenfahrt führte uns 2002 auf die Insel Ven vor Landskrona, 2003 nach Jönköping, 2004 nach Stockholm und 2005 nach Kalmar, in die Partnerstadt Wismars. Außerdem findet jedes Jahr ein Mitgliedertreffen statt.

Interessenten, die uns aktiv unterstützen wollen, sind gern als Mitglied willkommen. Denn unsere schwedische Vergangenheit ist auch ein Teil unserer gemeinsamen Zukunft, die auf verschiedenen Ebenen aktiv gestaltet werden soll.

DEUTSCH-SCHWEDISCHE GESELLSCHAFT WISMAR


Der spanisch-deutsche Sänger Álvaro Soler kommt am 17. August zum Schwedenfest und singt bei der NDR-Sommertour. Foto: Ben Wolf
Der spanisch-deutsche Sänger Álvaro Soler kommt am 17. August zum Schwedenfest und singt bei der NDR-Sommertour. Foto: Ben Wolf

Die NDR-Sommertour ist in diesem Jahr wieder zu Gast auf dem Schwedenfest: Am 17. August wird auf dem Marktplatz in Wismar gemeinsam mit dem NDR 1 Radio MV und dem „Nordmagazin“ gefeiert. Stargast ist der sympathische Senkrechtstarter Álvaro Soler.

Der charmante junge Deutsch-Spanier ist 28 Jahre jung, mehrsprachig aufgewachsen und lebt nach Stationen wie Tokio und einem Studium in Barcelona in Berlin. Dort hat er sein Debütalbum „Eterno agosto“ aufgenommen. Die unterschiedlichen Kulturen bringt er auf dem Dancefloor zusammen. Zum Schwedenfest bringt er seine Hits „El mismo sol“ und „Yo contigo, tú conmigo“ mit und hat sicher auch schon eine paar neue Titel im Gepäck.

DIRTY ROYAL ORCHESTRA SORGT FÜR FEIERLAUNE

Das Dirty Royal Orchestra sorgt mit Hit-Medleys und einer abwechslungsreichen Bühnenshow für beste Feierlaune bei den Besuchern der Sommertour. Die Partyband aus Hamburg besteht aus zehn Musikern, die den „Funk im Tank“ haben. Zur Aufführung kommt eine Mischung der besten Songs der Popgeschichte.

Die NDR-Sommertour in Wismar ist schon zu einer Institution geworden. Mehr als 20 000 Besucher wollten sich 2018 das Konzert von Bonnie Tyler und Jonas Monar nicht entgehen lassen.

Der Eintritt ist frei.

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