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Home Sonderthemen Rügen Die Trauerfeier individuell gestalten
19:52 20.11.2019
Von einem geliebten Menschen Abschied zu nehmen, fällt immer schwer. Professionelle Hilfe kann Halt geben. Foto: Getty Images/iStockphoto

Wenn ein Familienmitglied oder enger Freund verstirbt, wünschen sich die Hinterbliebenen eine würdevolle Trauerfeier. Früher hielt man diese in einem religiösen Rahmen ab, heutzutage ist das kein Muss mehr. Falls der Angehörige nicht Mitglied einer Kirche war oder die Familie keine kirchlich geprägte Feier wünscht, bietet sich eine weltliche Form des Abschieds an. Bei solch einer freien Zeremonie steht nicht der Gedanke an Gott, sondern der Verstorbene selbst, sein Leben und sein Charakter im Mittelpunkt. Eine freie Trauerfeier muss nicht nach starren Regeln ablaufen, sondern lässt sich im Gegenteil genauso individuell abhalten, wie das Leben des Verstorbenen war.
   

TRAUERREDNER BEGLEITET DIE HINTERBLIEBENEN

Unmittelbar nach dem Tod des geliebten Menschen fällt es schwer, eine schöne Gedenkfeier zu organisieren und womöglich noch selbst über die verstorbene Person zu sprechen. Diese Aufgabe übernimmt oft ein Trauerredner. Er hilft bei der Organisation der Feierlichkeit, gestaltet den Tag im Sinne des Verstorbenen und begleitet die Trauergäste beim letzten Gang. Die Zeremonie sollte immer individuell gestaltet werden und die Persönlichkeit des Verstorbenen widerspiegeln.

GEMEINSAM DEN ABSCHIED PLANEN

Wichtig ist, dass ein Trauerredner sich im Vorfeld viel Zeit für das Vorgespräch nimmt. Bei dieser Gelegenheit erläutert die Familie ihre Wünsche und Vorstellungen für die Feier und erzählt aus dem Leben des Verstorbenen. Gemeinsam legt man dann unter anderem fest, wie die Trauerrede gestaltet sein soll und welche Musik erklingt. So ist es beispielsweise möglich, dass Lieder ausgewählt werden, die der Verstorbene gern gehört hat, die im Kontext zu ihm stehen oder die ganz einfach Trost spenden.   


Immer mehr Menschen entschließen sich schon zu Lebzeiten dafür, sich in freier Natur unter einem Baum bestatten zu lassen.

TIPP 1: DER WALD ALS BESTATTUNGSORT

Eine kostenlose Führung durch einen Förster ist eine gute Möglichkeit, das Konzept einer Baumbestattung kennenzulernen. Dabei werden die unterschiedlichen Grabarten vorgestellt, also die Möglichkeit, sich einzelne Plätze unter einem gemeinschaftlich genutzten Baum oder auch einen ganzen Baum mit mehreren Plätzen für die Familie oder einen Freundeskreis auszusuchen.
   
TIPP 2: EINEN VERTRAG FÜR DEN BAUM ABSCHLIEßEN

Mancher weiß auf den ersten Blick, an welchem Baum der richtige Platz für die spätere Ruhestätte sein wird. Andere möchten mit der Familie einen speziellen Termin für die Auswahl vereinbaren. Ist die Entscheidung gefallen, wird in einem Vertrag die Bestattungsvorsorge festgehalten. Als Nächstes wird die Urkunde über das Nutzungsrecht für den Baum ausgestellt, zudem gibt es eine Baumkarte und einen Lageplan.

TIPP 3: EIN ORDNER HILFT BEI DER BESTATTUNGSVORSORGE

Damit im Falle des Falles wichtige Informationen gefunden werden, hilft es, einen Vorsorgeordner anzulegen - mit Vorlagen für Betreuungs- und Patientenverfügungen und Platz für andere wichtige Dokumente.
   

TIPP 4: BESTATTER BERATEN ZU ZEREMONIEN

Einen Bestatter seines Vertrauens kann sich jeder selbst aussuchen - oder auch für einen Verstorbenen, sofern dieser hierzu keine Wünsche geäußert hat. Der Experte berät auch zu möglichen Zeremonien im Wald. So wird etwa bei christlichen Bestattungen der erste Teil der Trauerfeier oft am Andachtsplatz im Wald abgehalten. Von dort aus begleitet der Förster die Hinterbliebenen und bringt die Urne zur Grabstelle. Genauso kann der Abschied auch ohne kirchlichen Beistand, mit einem Trauerredner oder nur im Familien- und Freundeskreis gestaltet werden. Blumengestecke sind nicht gestattet. Sie stören die Natürlichkeit des Waldes, die erhalten bleiben soll. Grabbeigaben wie Blütenblätter, Laub, Steine oder auch kleine Abschiedsbriefe sind hingegen erlaubt und können mit in das Urnengrab gegeben werden.

TIPP 5: DIE NATUR ÜBERNIMMT DIE GRABPFLEGE

Die Grabpflege muss im Wald nicht geregelt werden. Diese übernimmt allein die Natur. Wenn Angehörige und Freunde später das Grab besuchen, finden sie die Beisetzungsstelle über die Baumnummer oder auf Wunsch das Namensschild des Verstorbenen am Baum.


Grablichter sollten dem Toten beim Übergang in eine andere Welt helfen. Foto: Rokstyle/akz-o
Grablichter sollten dem Toten beim Übergang in eine andere Welt helfen. Foto: Rokstyle/akz-o

in Licht anzünden, wenn man an jemanden denkt, das machen Menschen seit Jahrhunderten. Es ist eines der Rituale, die wir Menschen verinnerlicht haben. Im Besonderen, wenn wir jemanden verloren haben. Die Forschung hat nachgewiesen, dass Trauerrituale helfen, bei Verlust eines Menschen besser zurechtzukommen. Diese Rituale sind ein Bedürfnis und können am Friedhof individuell gelebt werden; die meisten Menschen brauchen für ihre Trauer viel Zeit und einen geeigneten Ort. Eine personenbezogene Grabgestaltung, die den menschlichen Bedürfnissen entgegenkommt und dabei unterstützt für den Verstorbenen noch „etwas tun zu können“, ist das was sich Angehörige wünschen.

Eines der beliebtesten Rituale ist das Anzünden einer Kerze am Grab. Die Anfänge dieses Brauchtums liegen in der Antike. Hiermit verband man die Hoffnung mit einem Leben nach dem Tod. Grablichter sollten dem Toten beim Übergang in eine andere Welt helfen. Schon in Ägypten bei den Pharaonen wurden Grablichter eingesetzt, damals verwandte man oft Stein oder Bronze als Material. Oftmals wurden auf diesen Grablichtern Fabelwesen, Götter und Tiere dargestellt.

Heute wird der Grabschmuck passend zur Grabanlage ausgesucht. Vor allem in den letzten Jahren hat sich Edelstahl als Material durchgesetzt. Einen Anteil an dieser Entwicklung hat auch der Friedhofsexperte und Designer Alexander Hanel. Er hat mit dem ersten „Fashionlabel für Grabsteine – Rokstyle“ das Friedhofsbild positiv beeinflusst. Individuelle personenbezogene Grabsteine und schöne Grablichter stammen aus seiner Feder. Mehrfach wurde er mit Designpreisen, unter anderem mit dem German Design Award oder dem Plus X Award, ausgezeichnet. „Über Jahrhunderte beständige Rituale verbunden mit modernem zeitlosen Design sind keine Gegensätze. Im Gegenteil, sie tragen die Rituale weiter in die Zukunft und schaffen neue Verbundenheit“, so Alexander Hanel. Seine Rokstyle-Grablichter gibt es in unterschiedlichen Größen sowie auch kleinere Modelle für Urnengräber.
    

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