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Home Sonderthemen Sonstiges Deutschlands Friedhöfe müssen schrumpfen
14:34 17.04.2020
Immer mehr Flächen bleiben auf Friedhöfen frei. Der Grund sind platzsparende Urnenbegräbnisse. Foto: Aeternitas e. V.

Der Trend zur Feuerbestattung und zu Platz sparenden Urnengräbern führt auf vielen Friedhöfen zu nicht mehr benötigten Freiflächen. Diese verursachen weiterhin hohe Pflege- und Unterhaltungskosten. Deshalb streben viele Friedhofsträger eine anderweitige Nutzung oder den Verkauf solcher Areale an.

In Deutschland werden mehr als zwei Drittel der Verstorbenen eingeäschert, vor 25 Jahren war das Verhältnis zwischen Erd- und Feuerbestattungen noch umgekehrt. Urnengräber benötigen weitaus weniger Platz als Sarggräber. Auch finden immer mehr Beisetzungen außerhalb klassischer Friedhöfe statt, insbesondere in Bestattungswäldern oder auf See. Darüber hinaus werden die Nutzungsrechte an großen Familiengrabstätten immer seltener verlängert.
 

Ribnitz-Damgartener Bestattungshaus Rehberg

Überhangflächen sorgen für Probleme

In den letzten Jahrzehnten hat sich auf vielen Friedhöfen das Problem der Überhangflächen, die nicht mehr für Bestattungen benötigt werden, verschärft. Experten gehen davon aus, dass dies auf die Hälfte der rund 35 000 Hektar Friedhofsfläche in Deutschland zutrifft.

Da die Kosten für Pflege und Unterhaltung überflüssiger Friedhofsflächen nicht den Gebührenzahlern aufgebürdet werden dürfen, suchen Friedhofsträger nach Auswegen. Im Raum stehen in der Regel zwei Optionen: Die Überhangflächen zu veräußern oder für andere öffentliche Zwecke bereitzustellen. Das Konfliktpotenzial ist allerdings hoch, da hier nicht nur Wirtschaftlichkeitskriterien zu berücksichtigen sind. Nicht zuletzt spielt der Gesichtspunkt der Pietät eine Rolle. „Um möglichen Konflikten im Vorfeld zu begegnen, sollte immer der Dialog mit den Bürgern gesucht werden“, bekräftigt Christoph Keldenich, Vorsitzender von Aeternitas, der Verbraucherinitiative Bestattungskultur. Viele Menschen hängen an ihren Friedhöfen, weshalb die vollständige Schließung eines ganzen Friedhofs nur selten eine Option ist.

„Grundsätzlich sollte die Frage des Überhangs an Bestattungsflächen zeitnah angegangen werden und mit einem planvollen Abbau einhergehen“, fordert Keldenich. Unerlässlich sind eine Flächenermittlung und -bewertung sowie eine zukunftsgerichtete Bedarfsplanung. Schon heute kann zum Beispiel beim Belegen der Grabstätten gezielt auf geeignete freiwerdende Flächen hingewirkt werden, die in Zukunft einmal entwidmet werden könnten. Als Alternativen für die Nutzung der Überhangflächen gelten je nach örtlichen Gegebenheiten unter anderem Kultur und Sport, Grünflächen und Gärten, Landwirtschaft und Gartenbau oder auch die Bebauung.


Die Aufbahrung Verstorbener zu Hause war lange Zeit üblich, ist aber in Vergessenheit geraten. Das liegt daran, dass nur jeder Vierte im eigenen Zuhause verstirbt. Zum anderen wurden immer mehr Aufgaben rund um die Bestattung in die Hände von Bestattern gelegt. Dazu kommt der verbreitete Gedanke, dass Verstorbene schnell aus dem Haus gebracht werden sollten. In der Regel müssen Verstorbene jedoch erst 36 Stunden nach Eintritt des Todes in entsprechende Räumlichkeiten beim Bestatter überführt werden, um gekühlt aufbewahrt zu werden. Sondergenehmigungen für einen längeren Verbleib Verstorbener zu Hause können beantragt werden. Verstorbene dürfen nach dem Tod in einem Krankenhaus oder Heim auch noch einmal nach Hause gebracht werden.

Im Leitfaden „Abschied nehmen zu Hause“ informiert Aeternitas, die Verbraucherinitiative Bestattungskultur, über übliche Abläufe nach einem Sterbefall zu Hause.

INFO: www.aeternitas.de

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