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Home Sonderthemen Ausbildung, Studium & Beruf Der Praktikant ist jetzt Meister
09:07 07.06.2019
Tom Liebing, Meisterbereichsleiter für den Elektrobereich im Zweckverband Grevesmühlen. FOTO: DIRK HOFFMANN
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik
Waldorf Schwerin
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Von Dirk Hoffmann  

Jung, dynamisch und möglichst eine langjährige Berufserfahrung, dieser Wunsch von Arbeitgebern in so manchen Medien auf der Suche nach Mitarbeitern lässt viele schmunzeln. Doch möglich ist es, dass bereits Menschen in jungen Jahren leitende Funktionen in Betrieben übernehmen. Ein Beispiel dafür ist der 25-jährige Tom Liebing, Betriebsleiter für den Elektrobereich im Zweckverband Grevesmühlen.

Landessieger von Mecklenburg-Vorpommern

Über ein Schülerpraktikum hatte Liebing erste Einblicke in die Arbeit auf der Kläranlage des Grevesmühlener Zweckverbandes erhalten. Wirklich interessant wurde es für ihn, als er in einem zweiten Praktikum in den Elektrobereich der Anlage „hineinschnuppern“ durfte. Das war genau das, was er sich auch beruflich einmal vorstellen konnte. 2009 begann Tom Liebing daraufhin eine Lehre zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, die er vorzeitig 2012 nach drei statt dreieinhalb Jahren sehr erfolgreich als Landessieger von Mecklenburg-Vorpommern abschloss. Damit qualifizierte er sich für den Bundesleistungswettbewerb in Oldenburg, an dem er mit gutem Erfolg teilnahm. Weiterer Lohn war ein Stipendium vom Land, das Liebing 2013 in Anspruch nehmen konnte. Dabei handelte es sich um ein berufsbegleitendes Studium in Rostock zum staatlich geprüften Techniker mit der Fachrichtung Energietechnik. 2017 hatte Liebing auch das geschafft, wechselte im Oktober des gleichen Jahres in die Elektroabteilung des Zweckverbandes. Im September 2018 übernahm die junge Fachkraft als Meisterbereichsleiter diese Abteilung, ist damit für sämtliche Anlagen des Grevesmühlener Zweckverbandes verantwortlich – von der Wartung und der Instandhaltung der Elektrotechnik bis hin zum Störungsmanagement.

Studium im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen

„Der Beruf ist interessant und vielfältig“, erklärt Liebing. Er ist froh, dass er sich für diesen Berufsweg entschied. „Es hat einfach gepasst“, blickt er auf die letzten Jahre zurück. Unerwähnt lässt er dabei auch nicht den Zweckverband. Der Betrieb habe ihn immer unterstützt, sei es in der Ausbildung oder später beim Studium. Der Verband unterstützt ihn übrigens nach wie vor. Denn Tom Liebing hat Anfang 2018 ein Studium der Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen begonnen, wozu er regelmäßig Vorlesungen in Schwerin besucht. Die Kombination Wirtschaft und Technik interessiert ihn sehr. Auch, weil sich die Technik heute rasant entwickelt, sehr, sehr schnelllebig ist und an Bedeutung für alle Prozesse im Bereich des Zweckverbandes gewinnt.


Stralsund. Das Berufsförderungswerk (BFW) Stralsund ermöglicht Menschen, die aufgrund von Krankheit oder Unfall ihren Beruf nicht mehr ausüben können, einen beruflichen Neuanfang. Steffi Köpke, eine von 170 AbsolventInnen im Jahr 2018: „Das war wie ein Sechser im Lotto.“ Sie meint ihren Neustart als Kauffrau für Büromanagement bei der Bela Handels GmbH & Co. KG Wittenhagen. „Ich habe sehr viel Glück gehabt. Nach einer Krankheit bin ich zu einer Berufsfindung ins BFW Stralsund gekommen und habe mich für die Qualifikation zur Kauffrau für Büromanagement entschieden. Ich würde es heute wieder genauso machen und freue mich über meine neue Arbeit.“

So wie Steffi Köpke verlassen jedes Jahr, vorrangig im Januar und Juli, hoch motivierte Fachkräfte das BFW Stralsund. Mit 21 Ausbildungsberufen am Hauptstandort Stralsund und vier Ausbildungsangeboten in Rostock bietet das BFW Stralsund ein breites Qualifizierungsspektrum mit anerkannten Abschlüssen an. Und mit dem dualen Ausbildungskonzept der betreuten betrieblichen Umschulung wird das eigene Ausbildungsangebot durch Kooperationen mit Berufsschulen und Betrieben so ergänzt, dass Teilnehmende sogar die Möglichkeit einer verkürzten dualen Ausbildung in nahezu jedem Beruf wahrnehmen können. Uta Mertz, Leiterin des Geschäftsbereichs Qualifizierung: „Dank unserer Kontakte und Kooperationspartner vermitteln wir im Schnitt drei von vier AbsolventInnen nach erfolgreichem Abschluss in Arbeit. Wir verstärken die Integrationschancen unter anderem durch ein modulares Integrations- und Bewerbungscoaching.“

Info www.bfw-stralsund.de


Horst Meier (r.) wurde von Michael Lange eingearbeitet. FOTO: KOMMUNALES JOBCENTER
Horst Meier (r.) wurde von Michael Lange eingearbeitet. FOTO: KOMMUNALES JOBCENTER

Vorpommern-Rügen. Das Jobcenter des Landkreises Vorpommern-Rügen setzt seit dem 18. März 2019 das neue Bundesprogramm „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen“ um. Der 58-jährige Horst Meier startete als erster Arbeitnehmer im Landkreis Vorpommern-Rügen mit Hilfe des Bundesprogramms „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen“ beruflich neu durch. Nach langjähriger Arbeitslosigkeit freute sich Horst Meier natürlich auf die neue Tätigkeit als Hausmeister und die neuen Kollegen.

Die Volkssolidarität Grimmen- Stralsund e.V. war der erste Arbeitgeber in der Region, der das Programm nutzt und neue Stellen an den Standorten Grimmen und Stralsund schafft. Ramona Helm als Geschäftsführerin der Volkssolidarität Grimmen-Stralsund e.V. will sich somit die eigenen künftigen Arbeitskräfte heranbilden. „So werden z.B. die jetzigen Hausmeister in naher Zukunft in Rente gehen. Mit den Lohnkostenzuschüssen ist es nun möglich, durch die erfahrenen Praktiker langfristig neue Mitarbeiter für diese Tätigkeit einzuarbeiten.“

Das kommunale Jobcenter, die Volkssolidarität e.V. und Horst Meier selbst wissen natürlich, dass nicht gleich alle auszuführenden Arbeiten vom ersten Tag an einwandfrei von ihm erledigt werden können. Vielmehr geht es für ihn in einem ersten Schritt darum, wieder am Arbeitsleben teilzuhaben. Die nächsten Schritte werden der Stabilisierung und Qualifizierung dienen.

Die Förderung ist deshalb auf einen langen Zeitraum, nämlich auf fünf Jahre, ausgelegt. Diese Zeit steht zur Verfügung, um eine langsame Einarbeitung in die neuen Aufgaben zu ermöglichen und sich mit der Tätigkeit vertraut zu machen.

Neue Förderinstrumente per Gesetz

Mit dem Gesetz zur Schaffung neuer Teilhabechancen für Langzeitarbeitslose auf dem allgemeinen und sozialen Arbeitsmarkt (10. SGB II – Änderungsgesetz, sog. Teilhabechancengesetz) wurden zum 1. Januar 2019 neue Förderinstrumente für langzeitleistungsbeziehende und langzeitarbeitslose Bürger eingeführt (§§ 16e und i SGB II n.F.). Der Gesetzgeber hat gerade mit dem § 16 i SGB II n.F. ein völlig neues Regelinstrument geschaffen, um auch denjenigen Bürgern Chancen zur Teilhabe am Arbeitsmarkt zu eröffnen, die bislang nicht von der anhaltend guten Arbeitsmarktlage und der hohen Arbeitskräftenachfrage profitieren und in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse gebracht werden konnten. Neben der finanziell und zeitlich sehr weitreichenden Förderung der Arbeitsverhältnisse sind aufgrund der gesetzlichen Neuregelung auch die Qualifizierung sowie eine jeweils ganzheitliche beschäftigungsbegleitende Betreuung von der Förderung umfasst.

Im Eigenbetrieb Jobcenter erfolgen die Akquirierung geeigneter Stellen und die Erschließung von Beschäftigungschancen sowie die Identifizierung und Vermittlung der Bewerber aus den Reihen langzeitarbeitsloser Leistungsbezieher. Mittel- und langfristiges Ziel jeder geförderten Beschäftigung wird die Integration des einzelnen Teilnehmers in ein ungefördertes Beschäftigungsverhältnis bleiben.

Info Interessierte Arbeitgeber erhalten weitere Informationen beim Personalservice des Kommunalen Jobcenters, Telefon 03831-357 30 00.
  

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