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Home Sonderthemen Rügen Das Erbe ausschlagen
11:48 30.10.2020
Wenn das Erbe ausgeschlagen werden soll, muss man bspw. die Unterlagen und Konten des Erblassers prüfen und die zuständigen Ämter um Auskunft bitten. Foto: ERGO Group

Auf in Frage kommende Erben geht nicht nur das Vermögen des Verstorbenen über, sondern auch mögliche Schulden. Daher haben sie sechs Wochen Zeit zu entscheiden, ob sie das Erbe ausschlagen wollen. Nach Ablauf dieser Frist gilt die Erbschaft als angenommen.

Hält sich der Erbe gerade im Ausland auf oder liegt der Wohnsitz des Erblassers im Ausland, beträgt die Frist sechs Monate. Um sich ein Bild zu machen, empfiehlt sich eine Gegenüberstellung sämtlicher Vermögenswerte und Schulden. Dazu sollten Erben beispielsweise die Unterlagen und Konten des Erblassers prüfen und die zuständigen Ämter um Auskunft bitten.

Hierfür benötigen sie die Sterbeurkunde und beispielsweise ein Stammbuch, falls keine Vorsorge- oder Kontovollmacht vorhanden ist. Vorsicht: Manchmal verlangen etwa Banken auch einen Erbschein. Sobald ein Erbe diesen beim Nachlassgericht beantragt, hat er das Erbe angenommen – inklusive eventueller Schulden. Beschließt der Erbe, auf den Nachlass zu verzichten, muss er dies gegenüber dem zuständigen Nachlassgericht erklären.

Damit die Erklärung wirksam ist, muss er die Ausschlagung entweder beim Gericht zur Niederschrift erklären – das bedeutet, er diktiert den Einspruch und unterschreibt ihn anschließend – oder er reicht eine notariell beglaubigte Ausschlagungserklärung ein. Ist das Erbe überschuldet, fallen beim Nachlassgericht für die Ausschlagung 30 Euro an. Ansonsten hängt die Höhe der Gebühren davon ab, wie hoch das Vermögen ist, nachdem alle finanziellen Verpflichtungen wie beispielsweise Kreditrückzahlungen abgezogen sind.

Reicht die Frist nicht aus, um den Umfang des Nachlasses zu beurteilen, können Erben beim Gericht einen Antrag auf Nachlassverwaltung stellen.

In welchem Umfang ist Bargeld zu Hause versichert?

Einige Menschen ziehen es vor, ihr angespartes Vermögen zu Hause in Form von Bargeld aufzubewahren. Doch Einbrechern sind die üblichen Geldverstecke in privaten Haushalten bekannt.

Bei einem Diebstahl von Bargeld in den eigenen vier Wänden greift zwar die Hausratversicherung, aber nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme. Das können, je nach Police, beispielsweise 1000 oder 2000 Euro sein. Wer höhere Beträge zu Hause aufbewahren möchte, kann einen erweiterten Versicherungsschutz abschließen – in diesem Fall muss der Versicherte sein Bargeld allerdings besonders unzugänglich in einem Tresor verwahren.

Die konkreten Anforderungen an den Tresor legt die jeweilige Versicherung abhängig von der aufbewahrten Geldsumme fest. Dazu benennt sie den Widerstandsgrad, für den der Tresor ein neutrales Zertifikat besitzen muss. Bei der Anschaffung sollten Käufer deshalb die Angaben auf den Plaketten der European Security Systems Association oder der VdS-Schadenverhütung prüfen, die sich häufig auf der Türinnenseite befinden.

Ein wichtiger Faktor für die Sicherheit eines Tresors ist sein Gewicht. So rät unter anderem die Polizei, Modelle mit einem Gewicht unter 1000 Kilogramm zusätzlich in Wand oder Boden zu verankern.

Bei der Unterbringung des Tresors gilt es, auf Diskretion zu achten: Das Geldversteck sollte sich an einem möglichst unauffälligen Ort im Haus befinden und auch Verwandte oder Freunde sollten nicht davon erfahren.

Bei höheren Beträgen ist zusätzlich der Einbau einer Alarmanlage ratsam.