Menü
Anmelden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern

Home Sonderthemen Mecklenburg Dänemark einer der wichtigsten Handelspartner
05:50 30.10.2019
Eine Tagestour nach Dänemark mit der Fähre ab Rostock und umgekehrt ist sehr beliebt. Auch das Interesse der Dänen an MV wächst, das zeigen die touristischen Ankünfte. Foto: OZBild

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat in der dänischen Stadt Kopenhagen anlässlich eines Botschaftsempfangs zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung um Investoren geworben. „Mecklenburg-Vorpommern und Dänemark haben eine lange Tradition der wirtschaftlichen Verbundenheit. Mehr als 6 800 Arbeitsplätze sind bereits durch dänische Unternehmen bei uns im Land entstanden. Das zeigt, unsere Standortvorteile wie eine hervorragende Verkehrsanbindung und ausgebaute Gewerbegebiete haben Investoren aus dem skandinavischen Nachbarland überzeugt. Daran wollen wir anknüpfen und weiter für MV als attraktiven Wirtschaftsstandort werben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe in Kopenhagen.
         

Euroports Germany GmbH & Co. KG

  

„Mehr als 271 Millionen Euro haben dänische Unternehmen seit der Wende in Mecklenburg-Vorpommern investiert. So sind hochmoderne Fertigungs- und Verarbeitungsstätten entstanden, die Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Land schaffen“, sagte Glawe. Zu den in Mecklenburg-Vorpommern angesiedelten dänischen Unternehmen zählen die Berrigarden GmbH aus Lübz (Herstellung und Verarbeitung von Trockenobst, getrockneten Rohwaren und Pasten), die Schur Pack Germany GmbH aus Gallin (Verpackungslösungen aus Kartons), die Arla Foods Deutschland GmbH – Zweigniederlassung Upahl (Molkereiunternehmen), die Netto ApS & Co. KG aus Stavenhagen (Hauptsitz und Logistikunternehmen von NETTO Deutschland), die Beton Fertigteilwerk Rostock GmbH – Bach Gruppe aus Kavelstorf (Fertigung von Stahl- und Spannbetonfertigteilen), das Dänische Bettenlager – Bettenwelten GmbH & Co. KG aus Zarrentin (Logistikdienstleister), Möbel-Wikinger aus Rostock und Stralsund (Möbel und Wohnaccessoires) und die Darguner Brauerei GmbH aus Dargun.

Nach Angaben des Statistischen Amtes gab es in Mecklenburg-Vorpommern von Januar bis Juli 2019 rund 4,8 Millionen Ankünfte (+8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und rund 19,6 Millionen Übernachtungen (+13,8 Prozent). Davon waren rund 231 000 (-2,2 Prozent) ausländische Besucher, die knapp 649 000 (+5,0 Prozent) Nächte im Land blieben. Die meisten Übernachtungen wurden von Gästen aus der Schweiz (102 827, +3,1 Prozent), aus den Niederlanden (92 309, -6,6 Prozent), Schweden (80 276, +3,0 Prozent) und Dänemark (78 640, +4,8 Prozent) verzeichnet.

Außenhandelsbilanz

Der Außenhandel (Summe im Im- und Export) zwischen Dänemark und MV hat in den vergangenen Jahren zugenommen. So wurde im Jahr 2018 mit 942 Millionen Euro der bisher zweithöchste Wert erreicht. Der Anteil am Außenhandel Mecklenburg- Vorpommerns gesamt beträgt sieben Prozent. Dänemark belegt damit Platz vier der wichtigsten Außenhandelspartner des Landes nach Polen, den Niederlanden und Schweden.


In Rostock ist kürzlich feierlich das Richtfest für den Erweiterungsbau des Medizintechnikunternehmens CORTRONIK GmbH begangen worden. Die Hauptgeschäftsfelder des Unternehmens sind die Stentproduktion, -entwicklung und -qualitätssicherung. Als Komplettprodukte, sogenannte Stentsysteme, werden diese dann über die BIOTRONIK AG in der Schweiz weltweit vertrieben. „Die CORTRONIK GmbH hat eine beeindruckende Erfolgsgeschichte vorzuweisen. Die in Rostock entwickelte und produzierte Medizintechnik erobert weltweite Märkte und schafft so Industriearbeitsplätze im Land. Jetzt wird der Unternehmenssitz erweitert, um Platz zu schaffen für eine Erhöhung der Produktionskapazität“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Die CORTRONIK GmbH ist seit 20 Jahren in Warnemünde ansässig. In dem neuen, dreistöckigen Gebäude sollen künftig rund 120 Mitarbeiter aus administrativen Bereichen und der Entwicklung Platz finden. Der dadurch frei gewordene Platz im Hauptgebäude wird dann für eine Erweiterung der CORTRONIK-Produktion umgestaltet. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen mehr als 340 Mitarbeiter.


In ihrem aktuellen Herbstgutachten rechnen die Wirtschaftsforschungsinstitute für 2019 nur noch mit 0,5 Prozent Wachstum. Nach Ansicht von Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), müssen nun im Inland positive Signale gesetzt werden. „Die Konjunktur entwickelt sich in einem unsicheren internationalen Umfeld nur schleppend. Vor allem die Investitionsgüternachfrage ist schwach. Die Industrieproduktion ist seit vier Quartalen rückläufig – das ist ein Alarmsignal. Denn neue Impulse sind angesichts des Brexit und der vielen Handelskonflikte kaum zu erwarten.

Umso wichtiger ist es, dass wir hierzulande positive Signale entgegensetzen. Damit Deutschland ein attraktiver Standort für die Unternehmen bleibt, brauchen die Betriebe bezahlbare Energie, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, einen schnelleren, auch digitalen Infrastrukturausbau und ein wettbewerbsfähiges Steuersystem. Zu einer Unternehmensteuerreform gehören schnellere Abschreibungen, eine Reduzierung der Steuerlast für reinvestierte Gewinne, weniger Substanzelemente in der Gewerbesteuer sowie die schrittweise Senkung von Steuersätzen.“ DIHK

4
/
6
Datenschutz