Menü
Anmelden
Wetter Regenschauer
19°/14°Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern

Home Sonderthemen Wismar Blitz zerstört Reetdachaus in Groß Schwansee
10:19 24.06.2020
Nach dem Feuerwehreinsatz musste der Dachstuhl des Hauses abgetragen werden. Es stehen nur noch die Grundmauern. Foto: Feuerwehr Kalkhorst

Auch Tage nach dem Brand roch es im Ahornweg in Groß Schwansee noch nach Rauch. Am 13. Juni hatte ein Blitz in ein Reetdachhaus eingeschlagen. Es wurde komplett zerstört. Der Bewohner, der das Haus als Altersruhesitz nutzt, hatte großes Glück. Er hatte gerade den Ofen im Wohnzimmer angeheizt und sich ein Stück davon entfernt, als es knallte. „Der Blitz hat auch den Ofen erreicht und die Tür ist regelrecht herausgeflogen“, berichtet Kalkhorsts Gemeindewehrführer Rainer Oppor, was ihm der Mann erzählt hatte, der sich ins Freie retten konnte.

Der Bewohner wurde nicht verletzt, musste aber miterleben, wie sein Haus vollkommen vom Feuer zerstört wurde. Die Feuerwehren der Gemeinde Kalkhorst, aus Klütz, Boltenhagen, Dassow und Selmsdorf konnten das Gebäude nicht mehr retten. „Die benachbarten Häuser haben wir alle schützen können. Allerdings hat eines dabei einen Wasserschaden erlitten, weil das Löschwasser irgendwann durchs Reetdach gesickert ist“, berichtet Rainer Oppor.

Gegen 16.30 Uhr war der Blitz am Sonnabend eingeschlagen und bis 7 Uhr am Sonntagmorgen waren die letzten Feuerwehrleute mit Löscharbeiten beschäftigt, während ein Teil schon gegen Mitternacht abgerückt war. Als die Feuerwehren eintrafen, brannte das Dach bereits lichterloh. Während erste Löscharbeiten mit dem Wasser der Fahrzeugtanks gestartet wurden, mussten zusätzliche Wasserleitungen mit Schläuchen aufgebaut werden.


Die Brandschützer hatten bei dem Reetdach mit vielen Glutnestern zu kämpfen. Deswegen wurde schon am Abend ein Bagger zur Unterstützung eingesetzt, der Teile des Hauses öffnete. „Auch heute Morgen sind noch einige Stellen, die glimmen. Da müssen wir noch etwas nachlöschen“, so Rainer Oppor, der den vielen ehrenamtlichen Helfern für ihren Einsatz dankt.

„Mir ist selber alles aus der Hand gefallen, so hat es geknallt“, beschreibt André Peritz den Moment am frühen Abend, als der Blitz nur knapp hundert Meter weiter einschlug. „Ich bin dann gleich raus und ums Haus gelaufen. Ich dachte, es hätte bei uns ins Haus oder in einen Baum eingeschlagen.“ Etwa zehn Minuten später sei dann die Feuerwehr angerückt und es war klar, welches Haus der Blitz getroffen hatte.

„Die Hydranten hier waren offenbar nicht so leistungsfähig, da hat die Feuerwehr auch mehrere Teiche genutzt“, sagt Peritz. Ein Bekannter an dessen Gartenzaun berichtet: „Der Rauch ist bis Barendorf gezogen.“ Der Ort ist etwa vier Kilometer entfernt. „Da waren dann auch noch Feuerwehren und haben nach einem weiteren Brand gesucht“, sagt der Mann.

„Wir hatten bei uns die Kantine und die Feuerwehrleute verpflegt, wenn sie sich ausruhen mussten“, sagt André Peritz und zeigt auf seinen Hof und eine Garage. „Das Hotel Schlossgut Groß Schwansee hat die Verpflegung gesponsert“, fügt er hinzu. Solche Unterstützung für die ehrenamtlichen Helfer sei wichtig. „Die waren ja völlig durchnässt vom Regen.“

Großes Lob für die Brandschützer hat auch eine Frau, deren Haus nur etwa 40 Meter von der Brandruine entfernt in einem Stichweg steht. „Den Feuerwehrleuten und auch ein bisschen dem Regen ist es wohl zu verdanken, dass andere Häuser nichts abbekommen haben“, sagt sie und vor ihrem Haus ist der Rauch immer noch zu riechen. Lavendel und Rosen im Beet der Grundstücksmauer ändern daran nichts.

In direkter Nachbarschaft des betroffenen Hauses stehen weitere Reetdachhäuser, die von den Brandschützern mit Wasser kühl und nass gehalten wurden. „Ein Haus hat dabei einen Wasserschaden erlitten, weil das Löschwasser irgendwann durchs Reetdach gesickert ist“, berichtet Rainer Oppor. „Bei uns ist auch Glut auf dem Balkon gelandet“, beschreibt die Frau aus dem Stichweg, wie gefährlich es war, und fügt hinzu: „Das war ein richtig schönes Haus.“ Malte Behnk


Mit SchülerFerienTicket durchs ganze Land

Mit dem SchülerFerienTicket MV können Schüler für 31 Euro während der Sommerferien in Mecklenburg-Vorpommern (bis 2. August 2020) alle öffentlichen Nahverkehrsmittel im ganzen Bundesland nutzen, egal ob mit Bus oder Bahn, Straßenbahn oder mit ausgewählten Fährverbindungen. Eine Fahrt nach Hamburg und nach Berlin ist ebenfalls eingeschlossen.

Das SchülerFerienTicket MV kann im NAHBUS-Service-Center am ZOB in Wismar sowie bei den NAHBUS-Busfahrern erworben werden. Außerdem wird das SchülerFerienTicket über das Bürger Service Center in Wismar, die Tourist-Information in Wismar sowie das Kunden-Center der Stadtwerke in Grevesmühlen (Wismarsche Straße) verkauft.

Das SchülerFerienTicket MV ist eine Gemeinschaftsaktion der Verkehrsunternehmen des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit Unterstützung des Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung sowie der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (VMV).

Info: Einzelheiten zum SchülerFerienTicket MV können nachgelesen werden unter: www.sft-mv.de
      

3
/
12
Anzeige
Datenschutz