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Home Sonderthemen Mecklenburg Bei Umbau Versicherungen im Blick behalten
12:56 31.05.2019

Wer sein Eigenheim modernisieren oder umbauen möchte, hat alle Hände voll zu tun. Weil von Bauarbeiten Gefahren ausgehen und Modernisierungen den Wert des Objekts erhöhen, sollte der Versicherer mit im Boot sein. Worauf Immobilienbesitzer achten sollten, weiß Peter Schnitzler, Versicherungsexperte von ERGO.

Egal um welche Umbau- oder Modernisierungsmaßnahme es sich handelt, sie kann zu einer sogenannten Gefahrerhöhung führen. Damit ist die steigende Wahrscheinlichkeit gemeint, dass ein Versicherungsfall eintritt. Ein Blick in die Versicherungsunterlagen zeigt, wann eine Gefahrerhöhung vorliegt. Das kann der Fall sein, wenn während der Bauarbeiten entzündliche Lacke in den Räumen lagern oder das Dach aufgrund der Umbaumaßnahmen abgedeckt ist. „Die Regelungen sind unterschiedlich. Viele Versicherer sehen in einem Baugerüst eine Gefahrerhöhung, bei anderen sind mögliche Einbrüche über das Gerüst mitversichert“, erklärt Schnitzler. „Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Eigenheimbesitzer umfassende Umbauten ihrem Versicherer melden und dessen Einwilligung einholen.“ Denn wenn eine Gefahrerhöhung vorliegt, können Versicherer den gesamten Vertrag kündigen, die Prämie aufstocken oder das gestiegene Risiko ausschließen.
   


Aber auch die Kunden haben Entscheidungsspielraum: „Bei einem Risikoausschluss haben sie ein Sonderkündigungsrecht“, weiß Schnitzler. Gleiches gilt bei einer Prämienerhöhung von mehr als zehn Prozent. Verschweigt der Versicherte eine Gefahrerhöhung, muss er im Schadenfall – sofern es einen Zusammenhang zwischen der höheren Gefahr und dem Schaden gibt – damit rechnen, dass der Versicherungsschutz ganz oder teilweise erlischt.

Ist der letzte Baustaub weggeputzt, sollten sich die Bewohner noch einmal den Versicherungsordner vornehmen. Denn durch Modernisierungen und Umbauten steigt der Wert der Immobilie. Damit sollte sich auch die Versicherungssumme der Wohngebäudeversicherung erhöhen. Passen Immobilienbesitzer diese Summe nicht an, kann es zu einer Unterversicherung kommen. Liegt die Versicherungssumme bei 300 000 Euro, der Immobilienwert nach einer Renovierung aber bei 400 000 Euro, sind nur drei Viertel versichert. Dann zahlt auch die Versicherung nur drei Viertel eines Schadens. „Zu einer Unterversicherung kann es auch dann kommen, wenn der Kunde eine gleitende Neuwertversicherung hat“, so Schnitzler. Damit passt sich die vereinbarte Versicherungssumme automatisch an die Baukostenentwicklung an, um eine Unterversicherung zu verhindern. Die Entwicklung der Preise für den Wiederaufbau des Gebäudes wird somit berücksichtigt. Ändert sich nach der Renovierung der Gebäudewert und die Versicherungssumme wird nicht angepasst, unterliegt die Wertsteigerung nicht der automatischen Anpassung.

Auch die Hausratversicherung sollten Immobilienbesitzer im Blick haben: Schaffen sie sich für einen ausgebauten Dachboden neues Inventar an, sollten sie die Hausratversicherung anpassen, um nicht unterversichert zu sein. Am besten immer den Versicherer informieren und sich beraten lassen.
  

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