Menü
Anmelden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern

Home Sonderthemen Wismar Badevergnügen in idyllischer Umgebung
14:24 15.05.2019
Der Naturbadeteich in Schönberg hat sich wieder zu einem beliebten Freibad entwickelt. Foto: Dirk Hoffmann
Friseur MB Styling
Kfz-Meisterbetrieb Zygfryd Waszkiewicz
Anzeige

Aller Anfang ist schwer, ein Neuanfang manchmal sogar eine ganz besondere Herausforderung. Bestes Beispiel dafür ist der Naturbadeteich in Schönberg. Gegründet hatte sich der Verein „Badeteich Schönberg“ e. V. 1996 mit dem Ziel, den Erhalt des Freibades zu unterstützen. Dabei schien das Aus dieser einst so beliebten Badestelle längst besiegelt, als es 1998 geschlossen werden musste.

„Der Grund für die Schließung waren hygienische Mängel“, blickt der heutige Vorsitzende zurück. Sie traten vor allem deshalb auf, weil das Badewasser damals noch per Hand gechlort wurde. Hinzu kamen immer höhere Betriebskosten, die aus dem Stadthaushalt kaum noch zu finanzieren waren. Hoffnung kam kurz auf, als Hans-Jürgen Wilken die Idee eines naturnahen Badeteiches ins Spiel brachte, für die sogar eine Projektstudie mit drei möglichen Varianten in Auftrag gegeben wurde. Die Stadt begrüßte das Konzept zwar, das für den Umbau benötigte Geld wollte man aber auch nicht ausgeben. Stattdessen wurde einige Zeit später sogar darüber diskutiert, das Bad ganz zuzuschütten und eine Skaterbahn zu bauen. Diesen Vorschlag brachten 2003 Jugendliche bei der Stadtvertretung mit ein. Sie fanden aber kein Gehör, da ein schlüssiges Konzept fehlte.


Vorstandsmitglied Holger Glöde (links) und der Badeteich-Vereinsvorsitzende Michael Heinze. Foto: Dirk Hoffmann
Vorstandsmitglied Holger Glöde (links) und der Badeteich-Vereinsvorsitzende Michael Heinze. Foto: Dirk Hoffmann

Etwas Gutes hatte diese Aktion aber bewirkt: Über das Freibad wurde wieder gesprochen. Noch im gleichen Jahr beschloss der Badeteichverein, einen neuen Versuch für ein Naturbad zu starten. Am 1. September 2004 unterschrieb der Vereinsvorsitzende Michael Heinze den Pachtvertrag mit der Stadt.

Wie ernst es den Mitgliedern damit war, sollte sich bald zeigen. Denn selbst die Summe von 350 000 Euro, mit der der Architekt Quentin aus Adelebsen die Höhe der Umbaumaßnahmen bezifferte, schreckte sie nicht ab. Im September 2004 begannen mit der Demontage der Duschanlage und des Metallgeländers die Arbeiten.

„Je mehr zu sehen war, umso mehr Leute sprangen mit auf“, blickt Heinze zurück. Schritt für Schritt ging es mit Hilfe vieler Sponsoren voran. Am 2. Juni 2007 war es dann soweit: Der Naturbadeteich wurde eröffnet.

Im ersten Jahr sind es dann gleich 8000 Gäste, die in das Bad kommen. 2009 sogar schon 9000 Besucher. Sie kommen längst nicht nur aus Schönberg, sondern auch aus den umliegenden Orten wie Rehna, Lüdersdorf oder Dassow.

In Kooperation mit der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes wird auch die Badeaufsicht abgesichert. Und Schulen wie die Förderschule „Anne Frank“ und die evangelische Schule nutzen das Bad für den Schwimmunterricht.

Darüber hinaus finden auf dem Gelände des Naturbadeteichs in den folgenden Jahren mehrere Veranstaltungen statt. Darunter auch einige sehr spektakuläre wie zum Beispiel die Paddelboot-WM, Piraten- oder auch Neptunfeste. Dazu kommt der Kindertag, der hier schon seit einigen Jahren begangen wird und wo der Termin mit dem 1. Juni für dieses Jahr längst wieder feststeht.

HILFE VON DER STADT UND SPONSOREN

Alles lief aber auch in den vergangenen Jahren nicht nach Wunsch. Dunkle Wolken zogen einige Male auf, wenn das Thema der Finanzierung wieder hochkochte. Denn die von der Stadt gezahlten 10 000 Euro reichten für den Betrieb bei weitem nicht aus, nur mit Hilfe von Sponsorengeldern war das möglich. Das wird auch künftig notwendig sein, aber die Stadt hat mittlerweile kräftig aufgestockt. Sie stellt neben den 10 000 Euro weitere 20 000 Euro für Betriebskosten wie Strom, Wasser und Gas bereit. Das entlastet die Mitglieder, deren Aufgabe es ja auch nicht ist, den Naturbadeteich zu finanzieren, wie Heinze klarstellt. Denn Arbeit gibt es für die derzeit rund 20 Mitglieder auch so mehr als genug. Diese haben mittlerweile auch ein höheres Alter erreicht. Schön wäre es deshalb, so Heinze, wenn Jüngere nachrücken und sich hier ebenfalls engagieren.

Eröffnet wurde die neue Badesaison im Naturbad vor wenigen Tagen. Besucht werden kann das Bad derzeit von Montag bis Donnerstag jeweils von 11 bis 18 Uhr, am Freitag von 11 bis 19 Uhr, am Samstag von 10 bis 19 Uhr und am Sonntag in der Zeit von 10 bis 18 Uhr. Die Eintrittspreise liegen für Kinder bei einem Euro und für Erwachsene bei drei Euro. Außerdem könne auch Zehnerkarten erworben werden. Sie kosten für Kinder acht Euro und für Erwachsene 24 Euro. DH

3
/
11
Datenschutz