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07:45 04.02.2020
80 Prozent der jungen Leute erhalten einen Ausbildungsvertrag für ihren Wunschberuf. Foto: Robert Kneschke - Fotolia

Die Lernenden im ersten Lehrjahr bescheinigen den Firmen zu 84 Prozent ein gutes Betriebsklima, schreiben von netten, kompetenten Kollegen und werden von Mitarbeitern akzeptiert. Die Umfrage zeigt damit deutlich, wie positiv Jugendliche ihre Lehrzeit in IHK-zugehörigen Unternehmen werten.
      

Universität Rostock

„Die Berufsorientierung wird zunehmend praxisgerechter“

„Der überwiegende Teil der Auszubildenden (in Mecklenburg-Vorpommern 81 Prozent) lernt dabei in seinem Wunschberuf. Ein Beleg dafür, dass die Berufsorientierung zunehmend praxisgerechter und individueller ausgestaltet wird“, sagt Klaus-Jürgen Strupp, Präsident der IHK zu Rostock. Gleiches müsse vermehrt auch für Gymnasien gelten, wo die Industrie- und Handelskammern noch Potenzial für eine zielgerichtete Berufs- und Studienorientierung sehen. „Dass die Auszubildenden zufrieden mit ihrer Berufswahl und ihrem Ausbildungsunternehmen sind, spiegelt sich auch darin wider, dass 84 Prozent der Befragten ihr Ausbildungsunternehmen weiterempfehlen würden“, so Strupp weiter.

Eine der größten Herausforderungen für Unternehmen und Azubis ist jedoch die Entfernung zur Berufsschule. Die Bewerber signalisieren den Unternehmen immer öfter, dass der Berufsschulstandort ein wesentlicher Aspekt für die Attraktivität der Ausbildungsstelle ist und sie ungern lange Fahrzeiten in Kauf nehmen. In der Region der IHK zu Rostock sind 27 Prozent der Jugendlichen eine Stunde und mehr zur Berufsschule unterwegs (Durchschnitt der ostdeutschen Länder: 25 Prozent). Und das, obwohl fast 46 Prozent der Jugendlichen für ihre Ausbildung ohnehin schon umgezogen sind. Dabei zeigt sich besonders, dass die Städte ab 20.000 Einwohnern Anziehungspunkte für die Jugendlichen sind. „Dies zeigt einmal mehr, dass die Betriebe im ländlichen Raum es zunehmend schwieriger haben, junge Leute für eine Ausbildung zu gewinnen“, schätzt der IHK-Präsident ein. Schon die IHK-Umfrage unter Ausbildungsbetrieben im Frühjahr 2019 hatte gezeigt, dass mehr als 40 Prozent der Betriebe nicht mehr alle Ausbildungsplätze besetzen können. Umso wichtiger sei es, „dass wir im Land eine Lösung für die Mobilitätsprobleme finden und ein Azubi-Ticket eingeführt wird“. Für ein solches Azubi-Ticket und eine erweiterte Fahrtkostenerstattung hat sich die Vollversammlung der IHK zu Rostock Anfang Dezember 2019 ausgesprochen und zugesagt, darauf hinzuwirken, dass sich Unternehmen angemessen daran beteiligen. Die meisten Unternehmen machen das ihrerseits Mögliche, alle Zielgruppen für die Berufsausbildung aufzuschließen, sie gut auf die Ausbildung vorzubereiten und mit Qualität in der fachlichen und persönlichen Betreuung zu punkten. Jedes dritte Unternehmen übernimmt zusätzliche Kosten für den Berufsschulbesuch (z. B. Fahrtkosten, Wohnheimkosten etc.).

Ergebnisse im Überblick:

● In der Regel ist es tatsächlich der Wunschberuf, der erlernt wird. 80 Prozent der Azubis erhielten einen Ausbildungsvertrag in ihrem Wunschberuf.
● Bei den erfolgreichsten Maßnahmen beruflicher Orientierung sind sich die Azubis mit den Betrieben einig: Je praktischer, desto besser. Praktika liegen an der Spitze (75 Prozent) – gefolgt von Messen und Infoveranstaltungen (60 Prozent). Neuerdings ebenfalls ganz weit oben im Trend: Berufsinformationen über Social-Media-Kanäle (42 Prozent).
● Eltern bleiben die wichtigsten „Influencer“ für die berufliche Zukunft ihrer Kinder. Persönliche Gespräche mit Ausbildungsverantwortlichen haben Jugendliche gern zusätzlich genutzt und in Anspruch genommen, um ihre Vorstellungen und den Traumberuf zu konkretisieren.
● Am stärksten wird die Berufswahl von den Einkommensmöglichkeiten nach der Ausbildung, von der Größe des Betriebes und trotz der generellen Umzugsbereitschaft auch von der Nähe zum Heimatort bestimmt. Für jeweils 58 Prozent der Jugendlichen waren die Kriterien wichtig. Für jeweils rund die Hälfte der Azubis waren auch die Vergütung während der Ausbildung und unkomplizierte Bewerbungsprozesse wichtig.
● Die Zeiten von Stapeln von Bewerbungsmappen sind endgültig vorbei. Die Hälfte der Jugendlichen schrieb nur bis zu fünf Bewerbungen.
● Wichtig fürs Azubi-Marketing über Social-Media-Kanäle: Rund 40 Prozent der Jugendlichen sind durch Internetinformationen auf ihren Ausbildungsbetrieb aufmerksam geworden und bewerten soziale Netzwerke als sehr hilfreich für die Berufswahlentscheidung.
● Schönster Lohn für die Unternehmen: Viele Jugendliche würden ihren Ausbildungsbetrieb weiterempfehlen (84 Prozent). Befragt nach dem Warum, bescheinigen sie ihren Betrieben ein gutes Betriebsklima, nette und kompetente Kollegen, ein gutes Image des Betriebes und vor allem die Akzeptanz durch die Kollegen. BIBB

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