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Home Sonderthemen Grimmen Ausbildung in Corona-Zeiten
13:41 31.08.2020
Wie bereits in den Vorjahren blieben auch 2019 viele Betriebe und Jugendliche bei ihrer Suche auf dem Ausbildungsmarkt erfolglos. Foto: luismolinero – stock.adobe.com

Die Bundesregierung hat am 24. Juni Hilfen auf den Weg gebracht, die dazu beitragen sollen, in der Corona-Krise Ausbildungsplätze zu sichern. Covid-19-betroffene Unternehmen, die weiterhin ausbilden, erhalten Prämien. Auch die Übernahme von Azubis aus pandemiebedingt insolventen Betrieben wird honoriert.

Konkret geht die Ausbildungsprämie an Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten, die von der Krise stark betroffen sind, die Zahl ihrer Auszubildenden im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen drei Jahre aber dennoch nicht verringern. Diese Betriebe erhalten 2000 Euro für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag. Für zusätzliche Ausbildungsplätze gibt es 3000 Euro.

Für die Zuordnung zum neuen Ausbildungsjahr ist allein der Ausbildungsbeginn maßgeblich. In die Förderung grundsätzlich einbezogen werden Ausbildungen, die frühestens am 1. August 2020 begonnen haben. Auf den Zeitpunkt des Abschlusses des Ausbildungsvertrags kommt es dabei nicht an, das heißt, es können auch Ausbildungen gefördert werden, für die der Ausbildungsvertrag bereits vor Inkrafttreten der Förderrichtlinie abgeschlossen worden ist. Insbesondere steht damit der Abschluss eines Ausbildungsvertrags vor dem 1. August 2020 einer Förderung nicht entgegen.

Kleinen und mittleren Unternehmen, die einen Azubi aus einem Betrieb übernehmen, der Covid-19-bedingt aufgeben musste, winkt eine einmalige Prämie in Höhe von 3000 Euro.

Noch rechtzeitig Jugendliche und Betriebe zusammenbringen

Die angekündigte Ausbildungsprämie ist eine gute Motivation für kleine und mittlere Betriebe, auch unter schwierigen Bedingungen ihre Ausbildungsanstrengungen aufrechtzuerhalten.

„Das Instrument kann aber nur zusammen mit anderen Aktivitäten wirken“, gibt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der deutschen Industrie- und Handelskammer Achim Dercks zu bedenken. „Aktuell kommt es entscheidend darauf an, noch suchende Jugendliche und Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen, zum Beispiel über virtuelle Speed-Datings der Industrie- und Handelskammern oder andere digitale Formate. In der zentralen Lehrstellenbörse der IHKs gibt es ebenfalls noch viele offene Stellen.“

Besonders wichtig ist es laut Dercks, Unternehmen die Sorge zu nehmen, im Fall von Kurzarbeit mit den Kosten der Ausbildung alleine dazustehen. „Die vorgesehene Förderung ist daher richtig. Sie kann perspektivisch ein Sicherheitsnetz für Betriebe sein, wenn sie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.“

Dercks weiter: „Viele Unternehmen sorgen sich um Rückschläge im Rahmen der Pandemie-Bekämpfung. Eine gewisse Absicherung gegen dieses Ausbildungsrisiko würde helfen, Betriebe in dieser unsicheren Phase zur Ausbildung zu ermutigen.“ DIHK

» Unser Tipp

„Es gibt mehr als einen Weg, eine Ausbildung zu finden und abzuschließen, die zu dir passt. Wirklich viele Unternehmen suchen dringend gute Azubis. Also überlege dir, was du willst, und zeige Einsatz, beispielsweise durch eine Initiativbewerbung.“

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