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Home Sonderthemen Wismar Auf den Spuren der Geschichte des Fürstentums Ratzeburg
14:23 15.05.2019
Auch an Stadtführungen wie hier in Ribnitz-Damgarten haben die Mitglieder des Heimatbundes für das Fürstentum Ratzeburg teilgenommen. Foto: privat

In der Maurinestadt gibt es einige Vereine, die durch ihre Aktivitäten das Leben bereichern. Dazu gehört zweifellos auch der Heimatbund für das Fürstentum Ratzeburg von 1901 e. V., dem vor allem sehr an der Geschichte von Schönberg und der Region gelegen ist. Sie möglichst lebendig erscheinen zu lassen, das gelingt zum Beispiel sehr eindrucksvoll mit den Beiträgen in den halbjährlich erscheinenden Mitteilungen. So war zum Beispiel in dem 2. Heft von 2018 die Schriftführerin Heidemarie Frimodig auf eine Reaktion des Heimatdichters Heinrich Wilhelm Bade zum ehemaligen Krug in Rabensdorf eingegangen und schrieb in einem weiteren Beitrag etwas zum Prozess des Emil Jäger aus Rottensdorf von 1949. Das Kuriose daran war, dass Jäger nach seiner Anzeige gegen ihn wegen zu geringer Abgaben an Zuckerrüben vorgeladen war und der Kläger – in diesem Fall war es der Bürgermeister – wegen des gleiches Deliktes angeklagt wurde.

DAS TÖPFERHANDWERK IN M-V

Einblicke in die Abläufe der Oberschule in Schönberg von 1946 bis 1961 gewährt hingegen ein Artikel von Hans-Ulrich Kolberg. Und wer mehr über das Töpferhandwerk in Mecklenburg erfahren möchte, der kann das in dem Artikel von Schönbergs Museumsleiter Olaf Both nachlesen. In der Abfallgrube eines mittelalterlichen Töpferofens in Palingen wurde demnach Gebrauchskeramik des 13. und 14. Jahrhunderts gefunden.

Die Liste an interessanten Beiträgen ließe sich noch beliebig fortführen. Spannend ist es allemal, in diesen Heften zu blättern. Sie haben längst ihre eigene Geschichte und jubilieren im Rahmen von 800 Jahre Schönberg selbst. Denn vor 100 Jahren waren die ersten Mitteilungen erschienen. Auf der Mitgliederversammlung war am 4. Mai daran erinnert worden.

Wie einst alles begann und welche Entwicklung der Heimatbund nahm, erfährt der Leser in der vom Heimatbund zum 800-jährigen Jubiläum der Stadt Schönberg in Mecklenburg selbst herausgebrachten Broschüre. Außerdem befinden sich auf den insgesamt 70 Seiten unter anderem Beiträge zum Naturraum Schönberg mit Erläuterungen zur Geologie, Fauna und Flora sowie vom Schloss des Bischofs, auf die Schönbergs Museumsleiter Olaf Both eingeht. Auf den Verlauf von Handelswegen in früheren Zeiten und die Bedeutung des Straßenbaus für die Entwicklung Schönbergs weist Heidemarie Frimodig in ihrem Artikel hin, während Emanuela Glöde die Geschichten der Badeanstalten näher beleuchtet. So hatte es vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1945 Badestellen am Oberteich gegeben, ehe 1955 ein Schwimmbad an dem Standort, wo es heute das Naturbad gibt, eröffnet werden konnte.

In weiteren Beiträgen wird über die Geschichte des Glaserhandwerks in Schönberg, die der Familie Hempel und die in mehreren Abschnitten bis 1991 erfolgte Renovierung der St. Laurentius- Kirche zu Schönberg berichtet.

Die Jubiläumsbroschüre kostet fünf Euro. Erhältlich ist sie unter anderem im Schönberger Volkskundemuseum und der Buchhandlung Hempel.

„Wir wollen die plattdeutsche Mundart pflegen“, nennt Frau Glöde ein weiteres Anliegen des Heimatbundes. Neben regelmäßigen Theaterfahrten zur Fritz-Reuter-Bühne nach Schwerin werden unter anderem auch immer wieder die im Volkskundemuseum stattfindenden Vorträge mit organisiert. Und in den genannten Mitteilungsheften dürfen Texte up platt natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Darüber hinaus sind es nach Aussage von Frau Glöde auch Busfahrten sowie Radtouren, die das Wirken des Heimatbundes bestimmen. Außerdem treffen sich einige Mitglieder alle 14 Tage im Volkskundemuseum zum Kartenspielen.

Insgesamt sind es derzeit 180 Mitglieder, die dem Heimatbund für das Fürstentum Ratzeburg von 1911 angehören. Sie stammen längst nicht alle aus Schönberg, wie Frau Glöde erzählt. Einige, die früher hier wohnten oder eine andere Verbindung zu Schönberg haben, kommen unter anderem aus Berlin, Ratzeburg oder Hamburg. Seit der Mitgliederversammlung am 4. Mai ist Frau Glöde die neue Vorsitzende. Sie löste Klaus-Peter Räsenhöft ab, der 1991 auch zu den Gründungmitgliedern gehörte, die dem Heimatbund für das Fürstentum Ratzeburg wieder neues Leben einhauchten. DH


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