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Home Sonderthemen Mecklenburg Aktuelles Zinsbarometer
17:11 01.04.2019
Foto: Fotolia/Erwin Wodicka
Sparkasse Vorpommern
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Das Preisniveau für Käufer am deutschen Immobilienmarkt bietet stellenweise keinen Grund zum Jubeln. Anders die Bauzinsen: Diejenigen, die aktuell die Finanzierung einer Immobilie planen, können positiv in die Zukunft blicken. Die 5-jährigen Zinsen gaben im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte nach und etablierten sich bei 0,83 Prozent. Seit sehr langer Zeit steht also erstmalig wieder eine Acht direkt hinter dem Komma.

Die Kredite mit 10-jähriger Zinsbindung verbilligten sich im selben Zeitraum um 0,08 Prozentpunkte auf 1,10 Prozent. Die 15-jährigen Kredite gaben um den gleichen Wert nach und landeten bei 1,45 Prozent. Die langfristigen 20-jährigen Baukredite brechen normalerweise nicht so stark ein. Runter ging es aber auch hier, und zwar um 0,06 Prozentpunkte. Ihr Wert pendelte sich bei 1,65 Prozent ein.

Jan Hebecker, Leiter Daten und Märkte bei ImmobilienScout24: „Die Bauzinsen haben aktuell Potenzial, noch weiter auf Talfahrt zu gehen. Ein wichtiger Indikator dafür ist der Kurs der 10-jährigen Bundesanleihen.“ Innerhalb eines Jahres hat sich die Rendite des Papiers von rund 0,70 Prozent vor einem Jahr auf zuletzt 0,09 Prozent (Stand: 21. Februar 2019) entwickelt. In der zweiten Jahreshälfte 2016 stießen die Anleihen sogar in den Negativzinsbereich vor. Aktuell stehen sie kurz davor. Verantwortlich für den Kursverfall sind weltweite Konjunktureinbrüche. „Investoren stecken dann ihr Geld in sichere Anlageobjekte wie die Bundesanleihe – und ihr Kurs sinkt“, erläutert Hebecker.

Zinsbarometer als Orientierungshilfe

Das Zinsbarometer von ImmobilienScout24 soll Menschen dabei helfen, den Zeitpunkt der Baufinanzierung optimal zu planen. Bei den angegebenen Zinsen handelt es sich um Durchschnittswerte der bei ImmobilienScout24 gelisteten Baufinanzierer zum angegebenen Stichtag. Für die Kalkulation wurden die folgenden Modelldaten verwendet: Angestellter, Darlehenssumme: 200.000 Euro, Beleihungsauslauf: 80 Prozent, Tilgungsrate: 3 Prozent.

Weitere Infos unter www.immobilienscout24.de.


Vor über einem Jahr, am 1. Januar 2018, trat das neue Bauvertragsrecht in Kraft – und ist immer noch nicht bei allen Schlüsselfertig-Anbietern angekommen. Das beobachten die Sachverständigen des Verbands Privater Bauherren (VPB), die regelmäßig Vertragsentwürfe für die VPB-Mitglieder prüfen. Ein typischer Knackpunkt ist dabei der Abschlagszahlungsplan. In etlichen Verträgen liegt die letzte Rate des von den Firmen vorgeschlagenen Abschlagszahlungsplans immer noch deutlich unter zehn Prozent. In allen Verbraucherbauverträgen, die seit dem 1. Januar 2018 geschlossen werden, muss die letzte Rate aber mindestens zehn Prozent betragen. Wesentlich weniger ist nicht zulässig. Mit der erhöhten Rate haben Bauherren gegen Ende des Bauvorhabens noch mehr Geld und damit das einzige Druckmittel in der Hand, um Baufirmen zur Beseitigung von Mängeln zu bewegen. Bauherren, die einen alten Vertrag vorgelegt bekommen,sollten ihn auf alle Fälle noch einmal prüfen lassen,denn er enthält wahrscheinlich noch andere überholte Regelungen, die nicht mehr dem Gesetz entsprechen und Bauherren benachteiligen, rät der VPB. Wer diese Problemstellen nicht vor Vertragsschluss anspricht, riskiert später ernsthaften Streit, der die Baufertigstellung deutlich verzögern kann.

Haben Bauherren bereits unterschrieben und entdecken das Problem zu spät, sollten sie möglichst schnell einen Baufachanwalt aufsuchen. Alle VPB-Büros kooperieren in ihren Netzwerken mit entsprechenden Experten.

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