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Das Jagdhorn wird heute nicht nur zur Lenkung der Jagd, sondern auch zum Verblasen der Strecke verwendet oder es unterstreicht den kulturell musikalischen Rahmen eines Jagdfestes beziehungsweise Jubiläums. Die Jagdhornbläser des Hegerings Klützer Winkel gibt es seit vielen Jahrzehnten. Leider war die Mitgliederzahl in den letzten Jahren sehr geschrumpft und es war kaum noch ein „Verblasen“ einer Jagdstrecke mit der Minderbesetzung möglich.

Im Oktober 2016 fassten junge Jäger aus Warnkenhagen, Elmenhorst und Grundshagen den Entschluss, das „Brauchtum Jagdhornblasen“ muss weitergelebt und erhalten werden. René Kähler (Gruppenleiter), Christopher Kagelmacher, Jan Krüger, Frank Schwermer und Ben Kurow kauften kurzentschlossen Jagdhörner (Fürst Pless) – und los gings. Aber die Frage „Wie geht das?“ holte sie schnell ein. Sie holten sich musikalische Unterstützung bei einem befreundeten Jagdkollegen aus Sülsdorf. Dirk Diestel nahm sich der Aufgabe gerne an und es wurden die ersten Signale eingeübt.

Sonntag trifft man sich regelmäßig um 18 Uhr an wechselnden Orten. Ganz schnell wurde den Waidkollegen klar, dass das Erlernen nicht einfach ist, dass Notenkenntnis und Ehrgeiz erforderlich sind und dass nur dem Fleißigen Erfolg gebührt. Mitte 2017 bekam die Jagdhornbläsergruppe musikalische Unterstützung von Toni Tramm aus Grundshagen und Wiebke Schulz aus Damshagen (Parforce Horn). Später kamen Yvonne Kirsch aus Rankendorf (Ventilhorn) und Henry Fuhrmann aus Boltenhagen (Fürst Pless) dazu.

Die zehnköpfige Gruppe kann mit Stolz auf die vergangenen Monate zurückblicken und ist in der Lage, eine Jagdstrecke mit den heimischen Tierarten zu verblasen. Am 25. November 2017 gaben sie der Treibjagd auf Gut Brook den jagdlich-musikalischen Rahmen. Sie präsentierten stolz auch das Signal „Begrüßung“ und beendeten die Jagd mit „Jagd vorbei“. Für das kommende Jahr heißt es nicht ausruhen auf dem bereits Erlernten, sondern stets regelmäßig Üben. Als Ziel für das neue Jahr hat sich die Truppe weitere Ehrensignale vorgenommen und vielleicht einen Jägermarsch.

Hintergrund: Die Jagdkultur erreichte im Mittelalter einen gewissen Höhepunkt. Im 16. Jahrhundert erließen die Landesfürsten das sogenannte „Jagdregal“, das auch Gesetzmäßigkeiten für die Durchführung einer Jagd enthielt. In den damals großen Wäldern war eine geordnete Jagd ohne Hörner als Alarmsignal für Schützen und Treiber nicht durchführbar.

Durch die veränderte Struktur der Landschaft hat das Jagdhorn bei der Durchführung der Treibjagden nicht mehr die Bedeutung, wie noch vor einigen hundert Jahren. Dafür hat es bei der Brauchtumspflege einen umso höheren Stellenwert. Zur Verständigung auf Gesellschaftsjagden ist das Jagdhornblasen nach wie vor unersetzlich. Handys und Funkgeräte sind nicht in der Lage, diese unmittelbare, direkte und für alle Beteiligten gleichzeitig wahrnehmbare Nachrichtenübermittlung sicherzustellen. Darüber hinaus ist das Verblasen der Strecke nicht nur Ausdruck der Achtung vor dem Wild, sondern schafft auch eine besondere Atmosphäre, die die Einzigartigkeit des Waidwerks unterstreicht.

Jagdliches Brauchtum wird im gesamten jagdpraktischen Ablauf „gebraucht“. Jagdliches Brauchtum, das sind auch die eigene „Jägersprache“ untereinander, Bruchzeichen und die mehr oder weniger ungeschriebenen Gesetze in der Haltung gegenüber dem Wild und im Umgang der Jägerschaft untereinander. Y. K.
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